Die Bestattung von Broomfield in Essex ist der Fundplatz einer 1888 in einer Kiesgrube entdeckten angelsächsischen Bestattung, wonach unmittelbar eine Teilausgrabung durchgeführt wurde. Eine vollständige Grabung wurde später von Charles Hercules Read (1857–1929) durchgeführt. Zu den Funden gehören Glaswaren, Goldschmuck, Haushaltsgegenstände wie Eimer, Tassen und Waffen. Die Bestattung wurde denen vom Taplow Barrow und denen von Sutton Hoo gegenübergestellt.

Beschreibung Die Bestattung des späten 6. oder frühen 7. Jahrhunderts, deren nördlicher Teil abgeschnitten war, wurde etwa 1,95 m unter der Oberfläche in einer Südost-Nordwest-orientierten Grube in Broomfield gefunden. Das eigenartig geformte Grab war etwa 2,4 m lang kuppelförmig, mit abnormen Verlängerungen an den Ecken. Am südlichen Ende des Grabes befanden sich Reihen großer Feuersteinknollen. In der Füllung wurden Feuersteine und römische Fliesenfragmente gefunden. Es schien, als wäre der Krieger in einen Holzsarg gelegt und an Ort und Stelle verbrannt worden. Ein Schwert dessen Holzscheide mit bandartigem Material zusammengebunden zu sein schien, wurde geborgen. Nahe der Grabmitte befand sich eine bronzene Pfanne von 32,5 cm Durchmesser mit zwei Griffen. Sie enthielt zwei Vasen aus blauem Glas, zwei Holzbecher, die auf der Drehbank gedreht und mit Rändern aus vergoldeter Bronze versehen waren und zwei Rinderhörner.

Da die Keramik der Zeit außerhalb von Kent von Hand gefertigt wurde, kann die Verwendung einer Drehbank einen Kontakt mit dem jütischen Königreich bedeuten. Das Grab enthielt überdies zwei in den Boden versenkte Holzeimer mit Eisenhalterungen, 30 cm im Durchmesser und 25 cm tief und eine halbkugelförmige Eisenschale auf einer Stange, von über 22 cm Länge, die in vier Füßen endete. Diese könnte dem Bronzegefäß der Bestattung im Taplow Barrow entsprechen. Ansonsten fand sich ein tiefer zylindrische Eisenkessel mit einem Fassungsvermögen von etwa 18 Litern, ein Schildbuckel mit Hinweisen auf einen Holzschild und eine graue, radgedrehte Vase mit eingeprägten Muscheln, wie beim King’s Field Hort von Faversham.

Interessant war ein pyramidenförmiges Juwel aus geflochtenem Golddraht. Der Zweck solcher Pyramiden ist unbekannt, aber ihre Granateinlage weisen auf kentischen Ursprung, was angesichts des Reliquienmangels im ostsächsischen Raum interessant ist.

Möglicherweise handelte es sich um ein südliches Beispiel einer halbverbrannten Bestattung. Die Bestattung hat in ihrem Reichtum und der Anordnung der Objekte viele Ähnlichkeiten mit der vom Taplow Barrow. Beide gelten als „Fürstenbestattungen“. Die Funde befinden sich im British Museum.

Literatur W. T. Jones: Early Saxon cemeteries in Essex S. 87-95 Jo Buckberry, Annia Cherryson: Burial in Later Anglo-Saxon England, c. 650–1100 AD. In: Studies in Funerary Archaeology, Volume 4, Oxbow Books 2010.

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