Die Sammlung von Bildern aus Hamburg wurde ab 1889 vom damaligen Direktor Alfred Lichtwark für die Hamburger Kunsthalle zusammengetragen. Damit verbunden war sein Konzept, dem Hamburger Publikum zeitgenössische moderne Kunst näher zu bringen. Die Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle zeigen vorwiegend Hamburger Landschaften und Interieurs sowie Porträts von Personen, die mit der Hansestadt verbunden sind. Nach dem Tod von Lichtwark wurden einige dieser Werke verkauft, andere wurden im Zweiten Weltkrieg vernichtet oder gelten als verschollen. Große Teile der Sammlung befinden sich bis heute in der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, darunter bedeutende Werke der Dauerausstellung.

Geschichte Die 1869 eröffnete Hamburger Kunsthalle wurde zu Beginn von einer größtenteils aus Politikern bestehenden Verwaltungskommission geleitet. Die Sammlung bestand zunächst aus eher zufälligen Schenkungen und Vermächtnissen. Erst mit dem Dienstantritt von Alfred Lichtwark als ersten Direktor begann 1886 ein systematischer Aufbau der Sammlung. In seiner Antrittsrede formulierte er sein zukünftiges Programm: „Wir wollen nicht ein Museum, das dasteht und wartet, sondern ein Institut, das thätig in die künstlerische Erziehung unserer Bevölkerung eingreift“.Zitat aus der Antrittsrede von Alfred Lichtwark vom 9. Dezember 1886, aus Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 7. Ein erster Schritt zur Neuorientierung der Sammlung war 1889 die Gründung der Sammlung älterer Hamburgischer Meister, die später in Sammlung zur Geschichte der Malerei in Hamburg XV.–XVIII. Jahrhundert umbenannt wurde.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 7. Hierzu gehörten beispielsweise bedeutende Werke von Meister Bertram und Meister Francke, die Lichtwark für die Hamburger Kunsthalle sicherte. Es folgte die Sammlung Hamburger Landschaft, die 1890 die Bezeichnung Sammlung von Bildern aus Hamburg erhielt.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 7. Lichtwark konnte sich von Beginn an auf die breite Unterstützung von kunstsinnigen Hamburgern stützen, wie ein Aufruf von 1889 zeigt, der von den Bankiers Erdwin Amsinck, Eduard Ludwig Behrens, Otto Berkefeld, Friedrich von Westenholz, dem Rechtsanwalt Heinrich Frans Angelo Antoine-Feill und dem Reeder Friedrich Leopold Loesener mitunterzeichnet wurde:

Mit der Sammlung von Bildern aus Hamburg verband Lichtwark den Wunsch, die Hamburger Kunsthalle zu modernisieren und die Geschmacksbildung und Seherfahrung des Publikums zu schulen. Hierzu forderte er zunächst Hamburger Künstler auf, sich den Motiven ihrer Stadt zu widmen. Später kamen Künstler hinzu, die nach Hamburg eingeladenen wurden. Hierzu gehörten Max Liebermann und Franz Skarbina aus Berlin, Gotthardt Kuehl aus Dresden, Leopold von Kalckreuth aus Stuttgart und Hermann Linde aus Dachau. Aus dem Ausland kamen zunächst die Skandinavier Anders Zorn aus Schweden, Fritz Thaulow aus Norwegen und Laurits Tuxen aus Dänemark.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 9. Die Verpflichtung von Ferdinand Hodler und Gustav Klimt scheiterte nicht zuletzt an fehlenden finanziellen Mitteln.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 12. Kurz vor Ende seiner Tätigkeit konnte Lichtwark mit Werken der Franzosen Édouard Vuillard und Pierre Bonnard nochmals internationale Akzente setzen.

Zu Beginn waren es vor allem Elblandschaften, deren Motive das patriotische Gefühl der Hanseaten ansprechen sollten; danach folgten weitere Landschaftsmotive Hamburgs. Die Ausführung orientierte sich an der modernen Freilichtmalerei nach französischem Vorbild, also zunächst meist dem Impressionismus und verwandten Malstilen. Zu Beginn kamen vor allem Arbeiten auf Papier in die Sammlung, da diese nicht zu teuer und teilweise auch unterrepräsentiert waren.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 7. Bald fanden sich jedoch verschiedene Mäzene, die auch den Ankauf von Werken der Ölmalerei unterstützten. Das 1891 erworbene Bildnis des Bürgermeisters Petersen von Max Liebermann war das erste Porträt in der Sammlung. Es löste einen Skandal aus, da der bereits von Alter gezeichnete Dargestellte sich unvorteilhaft dargestellt sah. In der Folge dauerte es zehn Jahre, bis das nächste Porträt in die Sammlung gelangte.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 9. Während in den Darstellungen zunächst ein malerischer Realismus vorherrschte, begann spätestens 1896 mit dem Erwerb des Bildes Haide bei Hausbruch, Sonnenschein des jungen Arthur Illies eine Diskussion um „Lichtwarks hypermoderne Kunsteinstellung“.Die Beschreibung „Lichtwarks hypermoderne Kunsteinstellung“ stammt vom Künstler Arthur Illies, siehe Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 9. Dabei haderte Lichtwark immer wieder mit modernen Bildauffassungen. Beispielsweise zögerte er viele Jahre, Zorns Bild Hamburger Hafen auszustellen. Als 1907 Auguste Herbin und 1909 Albert Marquet in Hamburg weilten und hier Motive der Stadt malten, weigerte sich Lichtwark, die Maler zu empfangen. Auch zu den in Hamburg tätigen Brücke-Künstlern Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff hatte er keinen Kontakt.Ulrich Luckhardt, Uwe M. Schneede: Alfred Lichtwarks „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. S. 13. Lichtwark führte die Sammlung bis 1913 fort. Nach seinem Tod fügte der neue Direktor Gustav Pauli der Sammlung noch zwei weitere Werke hinzu. Neben dem Porträt Bürgermeister Max Predöhl von Leopold von Kalckreuth gelangte so das Bildnis des vormaligen Reichskanzlers Fürst Bernhard von Bülow von Max Liebermann in die Sammlung – beides besonders von Lichtwark geschätzte Künstler.

Liste der Kunstwerke