Jack Startz (* 17. Januar 1931 in Los Angeles; † 9. Mai 1985 ebenda) war ein US-amerikanischer plastischer Chirurg.

Leben und Tätigkeiten Startz lebte als plastischer Chirurg in Los Angeles. Ab den 1970er Jahren injizierte er ca. 2000 Patienten flüssige Silikone.Susan Faludi: Backlash. Random House, 2010, ISBN 1-4090-4344-4, S. 255 (). Zusammen mit Robert Kottler, der diese Technik von Startz erlernte,Rich Smith: Patient Satisfaction Is Key In: Plastic Surgery Practice, Januar 2009, S. 12–16. (PDF) war er ein Pionier auf diesem Gebiet.Renato Matta Ramos1, Hailen Espitia Bolivar et al.: Rhinomodelation or non-surgical rhinoplasty: a safe and reproducible approach In: Brazilian Journal of Plastic Surgery Band 34, Nummer 4, 2019, #2678 Ein Kollege von Startz zitierte ihn später mit den Worten „Silicone is like concrete. You pour it in and mold it.“ (dt. etwa: ‚Silikon ist wie Beton. Man gießt es ein und formt es.‘) In einigen Fällen entstellte diese Praxis jedoch die Patienten, da sich bei ihnen durch Fremdkörperreaktionen Granulome und Geschwüre bildeten.Yasser Helmy: Non-Surgical Rhinoplasty Techniques, Using Filler, Botox and Thread Remodeling: Retro Analysis of 332 Cases Outcome. In: Plast Surg Mod Tech 2017, 2, 120 Zitat: Decades later, microdroplet silicon injections on multiple sessions were practiced by Robert Kotler and Jack Startz. The high rate of granuloma and ulcers were got less popularity of the idea Dies führte zu über 100 Anzeigen gegen Startz. Nach Aussagen eines anderen Kollegen verwendete Startz industrielle Silikone, die er selbst sterilisierte.

Startz’ prominentester Patient war der Pianist und Entertainer Liberace. Dessen Friseur Guy Richard empfahl ihm 1979 Startz. Im selben Jahr führte er eine Gesichtsstraffung (Facelifting) bei Liberace durch. Die Hautstraffung führte er allerdings so extrem aus, dass Liberace nachts mit halbgeöffneten Augen schlafen musste. Startz operierte auch Liberaces Lebensgefährten Scott Thorson. Ziel dieser Eingriffe war es, Thorson seinem Lebenspartner immer mehr im Aussehen anzugleichen. So erhielt Thorson unter anderem ein Kinnimplantat.Interview with Scott Thorson (Niederschrift) Larry King Live, CNN, 12. August 2002. Bevor Startz Thorson operierte, sollte dieser Gewicht abnehmen. Dazu verordnete Startz ihm die „California-Diät“ (California Diet). Nach Berichten von Scott Thorson bestand diese „Diät“ im Wesentlichen aus pharmazeutischem Kokain, Amphetaminen und Quaalude.Thorson S. 145Darden Asbury Pyron: Liberace. University of Chicago Press, 2013, ISBN 0-226-11712-X, S. 349 ().

Thorson beschreibt Startz in seinem Buch wie folgt: „Er hatte so viele Silikonimplantate, dass er eher wie eine Kewpie-Puppe als ein lebender, atmender Mensch aussah.“ (He had so many silicone implants that he looked more like a Kewpie doll than a living, breathing human).Thorson S. 139 Startz war drogen- und alkoholsüchtig.Spyros Pastos: The Dark Side of Liberace. Xlibris Corporation, 2016, ISBN 1-5144-5810-1 (). Am 9. Mai 1985 erschoss er sich im Schlafzimmer seiner Wohnung im Mulholland Drive in Los Angeles. Er hinterließ drei Söhne.

In Steven Soderberghs Verfilmung von Scott Thorsons Buch Behind the Candelabra unter dem deutschen Titel Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll wurde die Rolle des Dr. Jack Startz von Rob Lowe gespielt.Rob Lowe: Love Life. Simon and Schuster, 2015, ISBN 1-4516-8573-4, S. 37 ().

Literatur Scott Thorson, Alex Thorleifson: Behind the Candelabra. Head of Zeus, 2013, ISBN 1-78185-670-2 ().

Weblinks Scott Thorson: Behind the Candelabra extract: Liberace under the knife In: The Telegraph vom 7. Juni 2013 The Real In: The Weekend Australian, vom 29. Juni 2013

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