Der Tönieshof () war eine Niederlassung des Antoniterordens in Halberstadt vom 14. bis zum 16. Jahrhundert.

Lage miniatur|Halberstadt 1900, die Französisch-reformierte Kirche stand nördlich der Antoniterstraße im nordöstlichen Teil der Stadt Der Antoniterhof lag am nordöstlichsten Ende der mittelalterlichen Altstadt von Halberstadt an der Stadtmauer östlich des Wassertores. Später wurde dort die französisch-reformierte Kirche gebaut.Grundriß von Halberstadt, 1754 (PDF), mit der Französisch-reformierten Kirche (Nr. 9) am Woorth, diese lag nördlich der Straße Die Antoniterstraße trägt bis in die Gegenwart dessen Namen. Die Gebäude sind nicht erhalten.

Geschichte 1382 erhielt der Meister (meystir) der Antoniterklosters Prettin (= Lichtenburg) einen Hof vom Bürger Claus von Orsleben für den Orden, zunächst auf Widerruf.Gustav Schmidt: Urkundenbuch der Stadt Halberstadt. Band 1. 1878. S. 487f. Nr. 601 Über die weitere Entwicklung gibt fast keine genaueren Nachrichten, der Hof wurde nur zweimal im 15. Jahrhundert als Grundstück zur Ortsangabe erwähnt.UB der Stadt Halberstadt, 2, 1879, Nr. 1098 und 1220, vgl. S. 516 (curia s. Antonii) und S. 534; der umgangssprachliche Name Tönieshof, bzw. Tönjeshof war eine niederdeutsche Form für Anton(ius)hof

Es gab dort wahrscheinlich einen eigenständigen Konvent, wie ein Text von 1530 nahelegt, der angibt, die Antoniter hätten den Hof verlassen.Rat der Stadt Landesarchiv Sachsen-Anhalt, A 14 N Nr. 32g; der Rat der Stadt erwirbt von Kardinal Albrecht einen Hof, den die Antoniter verlassen haben; auch Mülverstedt, 1875 und Zschiesche, 1895 bezeichnen den Hof als Kloster Etwa in dieser Zeit unterhielt dort ein Dominikaner eine Schule.Karl Ludwig Zschiesche: Halberstadt sonst und jetzt. 1895. S. 206, ganz oben; ohne Angabe der Quelle

1716 erwarb die französisch-reformierte Gemeinde einen Teil des Grundstücks, das von einer Mauer aus Quadersteinen umgeben war und noch immer eine Kapelle besaß.George Adalbert von Mülverstedt: Hierographia Halberstadensis. In: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde. 5. 1872. S. 55 Sie errichteten dort 1717 die französisch-reformierte Kirche. 1875 war von den mittelalterlichen Gebäuden offenbar nichts mehr erhalten.Mülverstedt, 1875, erwähnte diese nicht mehr, ebenso Zschiesche, 1895

Literatur Antje Janina Gornig: Die Niederlassungen der Antoniter in Mitteldeutschland. In: Enno Bünz, Dirk Martin Mütze, Sabine Zinsmeyer (Hrsg.): Neue Forschungen zu sächsischen Klöstern. Ergebnisse und Perspektiven der Arbeit am Sächsischen Klosterbuch, Leipzig 2020, ISBN 978-3-96023-306-0. George Adalbert von Mülverstedt: Hierographia Halberstadensis. In: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde. 5. 1872. S. 54ff. Karl Ludwig Zschiesche: Halberstadt sonst und jetzt. Halberstadt 1895. S. 186, 252, kurz

Einzelnachweise

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