Allan McNish (* 29. Dezember 1969 in Dumfries, Schottland) ist ein britischer Motorsportmanager und ehemaliger Automobilrennfahrer. Er ist seit April 2026 Rennleiter des Audi F1 Teams.
Rennkarriere
Formel-Sport McNish begann seine Karriere im Kartsport. Über die Formel Ford und die Formel 3 kam er in die Formel 3000. Hier fuhr er für die Teams DAMS (1990 und 1991), 3001 International (1992), Vortex (1994) und Paul Stewart Racing, den Vorgänger des Formel-1-Teams Stewart Grand Prix (1995). In seiner ersten Formel-3000-Saison erzielte McNish die besten Ergebnisse: Er erreichte zwei Siege und beendete die Saison auf Platz 4 der Fahrerwertung.
Parallel zu seinen Formel-3000-Einsätzen arbeitete McNish über eine längere Zeit auch als Testfahrer für verschiedene Formel-1-Teams. Zu ihnen gehörten McLaren (1990 bis 1992), Benetton (1993, 1994 und 1996), Lola (1995) und Toyota (2001). Als Toyota Racing als Werksteam in die Formel 1 einstieg, nahm er in der Saison 2002 ein Jahr lang mit dem TF102 an der Formel-1-Weltmeisterschaft teil.
Langstreckenrennen Seine größten Erfolge feierte McNish jedoch in anderen Rennserien. Im Jahre 1998 gewann er das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und 2004 das 12-Stunden-Rennen von Sebring. 2004 siegte er mit Pierre Kaffer im 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring. 2005 war er für Audi in der DTM tätig.
2006 gewann er das 12-Stunden-Rennen von Sebring zum zweiten Mal und belegte in Le Mans einen dritten Platz. 2008 gelang ihm ein weiterer Erfolg: Mit Tom Kristensen und Rinaldo Capello gewann er auf einem Audi R10 TDI zum zweiten Mal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 2009 konnte McNish mit Kristensen und Capello im Audi R15 TDI bei dessen ersten Renneinsatz seinen dritten Sieg beim 12-Stunden-Rennen von Sebring einfahren.
Während des 24-Stunden-Rennen in Le Mans 2011 war er in einen schweren Unfall verwickelt, blieb dabei aber unverletzt. 2012 beendete der das Rennen – wieder gemeinsam mit Kristensen und Capello – an der zweiten Stelle der Gesamtwertung.
Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2013 feierte McNish gemeinsam mit Tom Kristensen und dem Franzosen Loïc Duval seinen insgesamt dritten Sieg beim Langstreckenklassiker. Er gewann in diesem Jahr zudem die Fahrerwertung der Langstrecken-Weltmeisterschaft.
Zum Ende der Motorsport-Saison 2013 beendete McNish seine sportliche Karriere.
Managementkarriere Nach dem Ende seiner Karriere als Rennfahrer blieb McNish dem Motorsport im Hause Audi weiter verbunden. Mit dem Ende des Engagements von Audi in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft erfolgte der werksseitige Einstieg in die FIA-Formel-E-Meisterschaft. McNish wurde ab der Saison 2017/18 Teamchef des Teams Audi Sport ABT Schaeffler. Nach erfolgreichen vier Saisonen wurde das Team mit dem Ausstieg von Audi aus der FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft im Sommer 2021 aufgelöst.
Im Januar 2026 wurde McNish als Direktor des Audi Driver Development Programmes vorgestellt.
Statistik Statistik in der Formel-1-Weltmeisterschaft
Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 2002 Panasonic Toyota Racing Toyota TF102 Toyota 3.0 V10 16 – – – – – – 19. Gesamt 16 – – – – – –
Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 2002 DNF 7 DNF DNF 8 9 DNF DNF 14 DNF 11 DNF 14 9 DNF 15 DNS
Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1997 Roock Racing Porsche 911 GT1 Stéphane Ortelli Karl Wendlinger Ausfall Unfall 1998 Porsche AG Porsche 911 GT1 Stéphane Ortelli Laurent Aïello Gesamtsieg 1999 Toyota Motorsports Toyota GT-One Thierry Boutsen Ralf Kelleners Ausfall Unfall 2000 Audi Sport Team Joest Audi R8 Stéphane Ortelli Laurent Aïello Rang 2 2004 Audi Sport Uk Team Veloqx Audi R8 Frank Biela Pierre Kaffer Rang 5 2005 ADT Champion Racing Audi R8 Frank Biela Emanuele Pirro Rang 3 2006 Audi Sport Team Joest Audi R10 TDI Tom Kristensen Rinaldo Capello Rang 3 2007 Audi Sport North America Audi R10 TDI Tom Kristensen Rinaldo Capello Ausfall Unfall 2008 Audi Sport North America Audi R10 TDI Tom Kristensen Rinaldo Capello Gesamtsieg 2009 Audi Sport Team Joest Audi R15 TDI Tom Kristensen Rinaldo Capello Rang 3 2010 Audi Sport Team Joest Audi R15 TDI Tom Kristensen Rinaldo Capello Rang 3 2011 Audi Sport North America Audi R18 Tom Kristensen Rinaldo Capello Ausfall Unfall 2012 Audi Sport Team Joest Audi R18 e-tron quattro Tom Kristensen Rinaldo Capello Rang 2 2013 Audi Sport Team Joest Audi R18 e-tron quattro Tom Kristensen Loïc Duval Gesamtsieg
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 2000 Audi Sport North America Audi R8 Rinaldo Capello Michele Alboreto Rang 2 2004 Audi Sport UK Team Veloqx Audi R8 Frank Biela Pierre Kaffer Gesamtsieg 2005 ADT Champion Racing Audi R8 Frank Biela Emanuele Pirro Rang 2 2006 Audi Sport Team Joest Audi R10 Rinaldo Capello Tom Kristensen Gesamtsieg 2007 Audi Sport North America Audi R10 Rinaldo Capello Tom Kristensen Rang 4 2008 Audi Sport North America Audi R10 Rinaldo Capello Tom Kristensen Rang 3 2009 Audi Sport Team Joest Audi R15 TDI Rinaldo Capello Tom Kristensen Gesamtsieg 2011 Audi Sport Team Joest Audi R15 TDI plus Rinaldo Capello Tom Kristensen Rang 4 2012 Audi Sport Team Joest Audi R18 TDI Rinaldo Capello Tom Kristensen Gesamtsieg 2013 Audi Sport Team Joest Audi R18 e-tron quattro Lucas di Grassi Tom Kristensen Rang 2
Einzelergebnisse in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 2012 Audi Team Joest Audi R18 1 4 2 3 3 2 3 2 2013 Audi Team Joest Audi R18 1 2 1 2 1 2 3 DNF
Weblinks
Allan McNish bei Racing Sports Cars (englisch)
Einzelnachweise
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