Die Ybbstalbahn war eine im niederösterreichischen Mostviertel gelegene Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 mm (Bosnische Spurweite). Die Stammstrecke folgte ursprünglich dem Tal der Ybbs von Waidhofen an der Ybbs bis zur Marktgemeinde Lunz am See, wo die Bergstrecke nach Kienberg-Gaming beginnt. In Gstadt zweigte zudem eine Stichstrecke nach Ybbsitz ab.

Am 11. Dezember 2010 endete der ÖBB-Betrieb. Am 12. Dezember 2010 wurde dann die Infrastruktur der Ybbstalbahn vom Land Niederösterreich übernommen.News (…) NÖVOG Bahnen: 2012 erstmals über eine Million Fahrgäste. In: schmalspur-europa.at, 22. November 2012, abgerufen am 25. September 2013. Seither sind nur noch die Streckenabschnitte Waidhofen an der Ybbs–Waidhofen an der Ybbs Pestalozzistraße (Citybahn Waidhofen der Niederösterreich Bahnen) und die Bergstrecke Ybbsthalbahn, Ötscherland-Express, Museumsbahn Kienberg – Gaming – Lunz/See der NÖLB Niederösterreichische Lokalbahnen Betriebsges.m.b.H. in Betrieb. Im Sommer 2013 wurde die Museumsbahn im Westteil um den Abschnitt Lunz–Göstling erweitert, welcher jedoch 2018 wieder aufgegeben wurde. Die anderen Streckenabschnitte waren bereits seit dem Frühsommer 2009 wegen Unwetterschäden gesperrt und wurden mit der Übernahme durch das Land eingestellt. Der Rest der Strecke wird unter dem Namen Citybahn Waidhofen betrieben.

Streckenbeschreibung Waidhofen an der Ybbs – Lunz am See Die Ybbstalbahn hat ihren Ausgangspunkt am Schmalspurbahnsteig am Bahnhofsvorplatz von Waidhofen an der Ybbs, wo auch die Betriebseinrichtungen wie Fahrzeughalle, Werkstätte und die Einrichtungen zur Umladung der Güter auf die Normalspur untergebracht sind. Die Bahn bedient zunächst mehrere Stationen im Stadtgebiet von Waidhofen, die in erster Linie dem Nahverkehr dienen, nach 5,5 km folgt der Bahnhof Gstadt, in dem die Nebenlinie nach Ybbsitz abzweigte.

Die Hauptstrecke folgte weiter der Ybbs, die in Folge zweimal gequert wird, die nächsten größeren Orte sind Opponitz, hier befindet sich der einzige Tunnel der Ybbstalbahn, und nach 25 km Hollenstein an der Ybbs (Bahnhof Großhollenstein). Ab hier war die Strecke geprägt von kleinen Haltestellen abseits größerer Siedlungen, die hauptsächlich von Wanderern während des Sommers genutzt wurden, einzig in Sankt Georgen am Reith war nennenswertes lokales Fahrgastaufkommen zu verzeichnen. Bei Kilometer 44 liegt die bereits im Bezirk Scheibbs gelegene Tourismusgemeinde Göstling an der Ybbs, ihr folgt nach weiteren neun Kilometern die ehemalige Endstation Lunz am See.

Die Fortsetzung über den Pfaffenschlag nach Kienberg-Gaming und damit die Verbindung zur normalspurigen Erlauftalbahn in die Bezirkshauptstadt Scheibbs wurde im Mai 1988 eingestellt und wird seit 1990 als Museumsbahn Ybbsthalbahn-Bergstrecke durch den Verein NÖ Lokalbahnen Betriebsges.m.b.H. betrieben.

Der Bahnhof Lunz am See war bis in die 1970er Jahre Ausgangspunkt einer Waldbahn ins Tal der Ois nach Langau mit 700 mm Spurweite.

Gstadt – Ybbsitz mini|links|Ein Zug mit Lok der Reihe 2091 verlässt Ybbsitz in Richtung Waidhofen (1991) Nach dem Bahnhof Gstadt zweigte die Strecke in einem scharfen Linksbogen von der Hauptstrecke ab und querte auf einer Stahlträgerbrücke die Ybbs. Die Bahn, die hier dem Tal der Kleinen Ybbs folgt, bediente mehrere kleine Haltestellen und endete nach knapp sechs Kilometern in der Marktgemeinde Ybbsitz. Die Bahn querte dabei mehrmals die Landesstraße an niveaugleichen Eisenbahnkreuzungen, was in diesem Streckenabschnitt besonders häufig zu Konfliktsituationen mit Autofahrern führte.Frank Zimmermann: In: spurensuche-eisenbahn.de, abgerufen am 3. September 2021 (Streckenbeschreibung und -fotos).

Kienberg-Gaming – Lunz/See (Museumsbahn) Als Ausgangspunkt der Museumsbahn gilt heute der Bahnhof Kienberg-Gaming, der frühere Endpunkt der von Waidhofen aus kilometrierten Stammstrecke der Ybbstalbahn und zugleich ehemalige Endstation der normalspurigen Erlauftalbahn der ÖBB. Somit erfolgt auch die Streckenbeschreibung entsprechend den Gepflogenheiten des Betreibers in dieser Richtung. In Kienberg-Gaming befinden sich die betrieblichen Einrichtungen der Bahn: der Lokschuppen mit Werkstätte, der seit der Übernahme durch die ÖGLB vergrößert wurde, eine Drehscheibe, und eine komplett neu errichtete Wagen-Abstellhalle.

thumbtime=7:29|mini|links|Fahrt von Lunz am See nach Kienberg und zurück (2011)

Kurz nach Verlassen des Bahnhofes quert die Bahn die Bundesstraße nach Gaming und wenig später, auf einer Stahlfachwerkbrücke, den Pockaubach und die Straße nach Gresten. Die Linienführung folgt ab hier bis zum Scheitelpunkt bei Pfaffenschlag einer steilen, bewaldeten Berglehne, an der zunächst die Haltestelle Gaming oberhalb des Ortszentrums erreicht wird. Das offenere Gelände bietet hier einen schönen Panoramablick über den Ort und die Kartause Gaming, dann taucht der Zug in dichten Hochwald ein, immer wieder werden steile Felspartien in tiefen Einschnitten gequert. In diesem Abschnitt befinden sich die beiden Wahrzeichen der Bergstrecke, zwei stählerne Viadukte in Trestle-Bauweise, die in Österreich ansonsten nur bei der Stubaitalbahn zur Anwendung kam. Beide Brücken stehen unter Denkmalschutz. 2006 wurde knapp nach dem Hühnernest-Viadukt die Haltestelle Hühnernest eröffnet. Die Maximalsteigung beträgt in diesem steilsten Teilstück der Ybbstalbahn 34,4 ‰, das ist zugleich die stärkste Steigung aller Österreichischen Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 760 mm.

Auf einer Höhe von 699 m erreicht die Strecke ihren Scheitelpunkt bei Pfaffenschlag, zugleich auch Passhöhe des Bodingsattels und der parallel verlaufenden Landesstraße. Im gleichnamigen Bahnhof wird der Wasservorrat der Dampflokomotiven ergänzt, dann folgt die Strecke dem Tal des Bodingbaches an dessen östlichem Hang. Auch hier führen die Gleise mehrmals durch Einschnitte im Fels, in besonders steilem Gelände sind sie auf massiven Stützmauern verlegt. Nach der Haltestelle Holzapfel, die zu Zeiten des Planbetriebes vor allem der Holzverladung diente, folgen bald die ersten Häuser der Sommerfrische Lunz am See, wo die Bahntrasse zum Teil auf engstem Raum zwischen den Dächern der Häuser und einer Felswand verläuft. Am 4. August 2007 wurde die Haltestelle Gasthof zur Paula direkt neben der gleichnamigen Gastwirtschaft und Pension eröffnet. Nach Querung des Bodingbaches erreicht die Museumsbahn den Bahnhof von Lunz am See, der, durch ein Vertragswerk geregelt, gemeinsam mit dem Planbetrieb der Ybbstalbahn der ÖBB bis zum 15. Mai 2010 genutzt wurde. Nachdem die Strecke Richtung Göstling bereits im Sommer 2009 für den Planverkehr gesperrt wurde, wurde der NÖLB ab dem 15. Mai 2010 durch die ÖBB die Regelung des Zugverkehrs im Bahnhof Lunz am See übergeben. Seit 12. Dezember 2010 befindet sich der Bahnhof im Eigentum des Landes NÖ. Vom 20. Juli 2013 bis 2018 verkehren die Züge der Museumsbahn bis Göstling an der Ybbs.

Bedingt durch das im März 2014 eingeleitete zehnjährliche Verfahren um Betriebsstättengenehmigung, war seit September 2014 der Verkehr zwischen Lunz am See und Kienberg-Gaming eingestellt. Der Abschluss des Verfahrens soll sich infolge eines Draisinenunfalls und der damit verbundenen genaueren Prüfung der Strecke verzögert haben. Seit 8. August 2015 ist die Bahn wieder in Betrieb;Christian Eplinger: Ötscherland Express: Jetzt sind alle Bescheide da. In: nön.at, 4. August 2015, abgerufen am 19. Oktober 2015. der sich durch den Stillstand ergebende Einnahmenverlust soll um 50.000 Euro betragen.Gudrun Springer: Ötscherland-Express auf dem Abstellgleis. In: derstandard.at, 13. Juli 2015, abgerufen am 13. Juli 2015.

Geschichte mini|Schuldverschreiben über 400 Kronen der Ybbsthalbahn vom 1. Februar 1902 Bereits um 1870 war vorgesehen, durch das Tal der Erlauf und der Ybbs eine normalspurige Bahnlinie von Pöchlarn über Kienberg-Gaming nach Lunz am See zu bauen, die in einer späteren Ausbauphase über Göstling an der Ybbs nach Hieflau im Ennstal verlängert werden sollte. Der Börsenkrach von Wien im Jahr 1873 bereitete aber dem bereits in Planung befindlichen Projekt ein jähes Ende. Von dieser Strecke, die im Wesentlichen der historischen niederösterreichischen Eisenstraße gefolgt wäre, wurde daher nur die 1877 eröffnete Erlauftalbahn verwirklicht.

In den 1880er Jahren strebten Vertreter des Ybbstales erneut den Bau einer Lokalbahn an, jedoch erst 1893 konnten die zähen Verhandlungen mit den Reichsministerien abgeschlossen werden. Der Reichsrat verabschiedete noch am 26. Dezember desselben Jahres ein Gesetz betreffend die Herstellung der YbbsthalbahnReichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder. Jg. 1894, 15. Februar 1894, XI. [11.] Stück, Nr. 33, Gesetz vom 26. December 1893, betreffend Herstellung der Ybbsthalbahn, S. 69–71 (Scan bei ALEX)..

Mit Concessionsurkunde vom 22. October 1894, für die Localbahn von Waidhofen an der Ybbs nach Kienberg Kienberg—Gaming (Ybbsthalbahn)Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder. Jg. 1894, 24. November 1894, LXXXIII. [83.] Stück, Nr. 219, Concessionsurkunde vom 22. October 1894, für die Localbahn von Waidhofen an der Ybbs nach Kienberg-Gaming (Ybbsthalbahn), S. 617–623 (Scan bei ALEX). wurde den Concessionären das Recht zum Baue und Betriebe einer als schmalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von Waidhofen an der Ybbs der Staatsbahnlinie Amstetten—Kleinreifling über Hollenstein, Göstling und Lunz zum Anschlusse an die Staatsbahnlinie Pöchlarn—Gaming (Ybbsthalbahn) verliehen. Noch vor Baubeginn kam es durch einen Erlass des Innenministeriums vom 11. September 1895 zur Gründung einer Aktiengesellschaft mit dem Anlagekapital von 1.612.000 Gulden.

Am 1. Juni 1895 erfolgte der Spatenstich für den ersten Streckenabschnitt Waidhofen–Groß Hollenstein in Waidhofen. Die Eröffnung dieses Teilabschnittes fand bereits am 15. Juli 1896 statt. Drei Jahre später, am 15. Mai 1898 kam es zur Eröffnung des zweiten Teilabschnittes von Groß-Hollenstein bis Lunz am See. Noch im selben Jahr, am 12. November wurde das bautechnisch schwierigste dritte Teilstück von Lunz am See nach Kienberg-Gaming für den Verkehr freigegeben. Somit dauerte die Errichtung der 71 km langen Bahn nur drei Jahre. Die Zweigstrecke von Gstadt nach Ybbsitz wurde am 9. März 1899 dem Verkehr übergeben.

Mit dem Bau der Eisenbahn wurde die viele Familien ernährende Holzflößerei konkurrenzunfähig und eingestellt. Die Eisen und Stahl verarbeitende Industrie wurde jedoch besser an den Erzberg und gleichzeitig an die Hauptabnehmer im Donauraum angebunden und blühte auf.

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Einstellung der Bergstrecke und Reaktivierung als Museumsbahn mini|links|Zug mit Uv.1 im Bhf. Kienberg-Gaming Dieser steigungsreichste Abschnitt der Ybbstalbahn mit einer Länge von 17,5 km wurde 1898 eröffnet und verband das obere Ybbstal um Lunz am See und Göstling an der Ybbs mit dem Erlauftal und über den Anschluss zur Normalspur mit dem Bezirkshauptort Scheibbs. Die Abwanderung des Fahrgastpotenzials auf das private Kfz und Autobusse auf der schnelleren Straßenverbindung über den Grubberg, sowie die Abwicklung des Güterverkehrs über Waidhofen an der Ybbs führten zu einem kontinuierlichen Rückgang der Einnahmen, was die Bergstrecke schon seit den 1970er-Jahren immer wieder in Einstellungsdiskussionen brachte. Diese Entwicklung führte letztendlich im Mai 1988 tatsächlich zur Einstellung des Betriebes.Josef Dultinger: 1991: Endstation Ybbstal. Aus für eine Eisenbahn? Wort-und-Welt-Verlag, Thaur bei Innsbruck 1991, ISBN 3-85373-124-4.

Um einer Abtragung der Bahn zuvorzukommen, gründete der Verein ÖGLB (Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen), der zu diesem Zeitpunkt schon die Niederösterreichische Höllentalbahn erfolgreich als Museumsbahn betrieb, die Betriebsgesellschaft NÖLB (Niederösterreichische Lokalbahnen), die 1990 den Museumsbetrieb auf der von den ÖBB gepachteten Strecke unter dem Namen „Ötscherland-Express“ eröffnen konnte.