mini|Museumseingang Alte Ziegelei in Westerholt (2024) Die Ziegelei Westerholt war eine Ziegelei in Westerholt in der Gemeinde Wardenburg. Heute wird die Anlage ehrenamtlich als Industriemuseum betrieben.

Geschichte

Ziegelei Teebken (1824 bis 1966) Im Jahr 1824 erwarb der Oberlether Landwirt und Hofschmied Diedrich Teebken das sieben Hektar große Grundstück der späteren Ziegelei aufgrund der zuvor in Westerholt entdeckten Lehmvorkommen.

In der Anfangszeit wurde die Ziegelei als Handstichziegelei betrieben, bei der ein großer Teil der Arbeit unter freiem Himmel stattfand. Der Lehm wurde dabei in Formen aus Holz gefüllt und auf dem Trockenplatz in der Sonne getrocknet. Nach etwa vier bis sechs Wochen wurden die Ziegel anschließend in Feldbrandöfen gebrannt. Pro Saison wurden etwa 150.000 Ziegel hergestellt. Das bis heute bestehende Ziegeleigebäude wurde 1845 bis 1846 errichtet.

Während des Ersten Weltkrieges musste die Produktion ruhen, da sowohl die Belegschaft als auch der Ziegeleibesitzer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. mini|Ziegeleimuseum Westerholt (2026) Im Jahr 1925 wurden umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Im Zuge derer wurde der einfache Brennofen durch einen Hoffmannschen Ringofen ersetzt und die Kapazität der Trockenschuppen erweitert. Durch diese Maßnahmen erhöhte sich die saisonale Ziegelproduktion auf etwa eine Million.

Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges ruhte die Produktion erneut. Anschließend wurde die Dampfmaschine durch einen Elektromotor ersetzt, um der großen Nachfrage im Zuge des Wiederaufbaus nachzukommen.

Noch in den 1960ern wurde in der Ziegelei pro Jahr etwa zwei Millionen Vor- und Hintermauerziegel im kohlebefeuerten Ringofen gebrannt. Im Jahr 1966 wurde der Betrieb aufgrund schlechter Zukunftsaussichten für die kleine Ziegelei nach 121 Jahren eingestellt.

Ziegeleimuseum ab 1993 Da die Anlage seit der Stilllegung dem Verfall preisgegeben war, wurde 1990 beantragt, die Ziegelei abzureißen. Dies konnte jedoch durch die Einwohnerschaft Westerholts verhindert werden. Sie gründeten einen Förderverein, der sich seit 1993 für den Erhalt des Industriedenkmals einsetzt. Wenig später wurden das Dach des Maschinenhauses sowie der Schornstein des Ringofens saniert. mini|Ziegeleimuseum Westerholt (2026) Der Ziegeleiverein wird ausschließlich ehrenamtlich getragen. Im Rahmen einer Kooperation mit Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde 2025 ein neues Ausstellungskonzept entwickelt. An der Kooperation war auch das Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn beteiligt.

Heute werden Führungen durch die Anlage angeboten. Darüber hinaus kann das Gelände für Feste und Trauungen gebucht werden.

Anlage und Gebäude mini|Ziegelei in Westerholt (2010) Die Ziegelei besteht aus dem Ringofen mit Schutzdach und hohem Schornstein, dem Maschinenhaus mit freistehendem Schornstein, drei erhaltenen Trockenschuppen sowie der nördlich gelegenen Tonkuhle. Das Museumsensemble besitzt aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung für die Ortsgeschichte sowie ihres Zeugnis- und Schauwertes als beispielhafte Ziegeleianlage des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung für die Technik- und Industriegeschichte.

Weblinks Startseite des Ziegeleimuseums "Museum Alte Ziegelei Westerholt"

Einzelnachweise

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