Der C4ü Bay 08 war ein Drehgestell-Durchgangswagen mit Seitengang, der mit der Blatt-Nr. 178 für die Königlich Bayerische Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) zum Einsatz im Internationalen Schnellzugverkehr gebaut wurde. Er führte nur die 3. Klasse.
Beschaffung Zwischen 1903 und 1908 beschafften die Königlich Bayerischen Eisenbahnen insgesamt 77 Wagen der Gattungen A4ü, AB4ü, ABC4ü, BC4ü und C4ü mit den typischen nur leicht gewölbten Dächern süddeutscher Bauart. Sie standen im Gegensatz zu den in der vorherigen Beschaffungsperiode mit ihren aufgesetzten Oberlichtern eingeführten Typen die den preußischen Bauarten ähnelten. Unter der Blatt-Nummer 178nach Wagenverzeichnis der KBayStsB von 1913 wurden so insgesamt 15 Wagen bei dem Hersteller MAN beschafft. Die Wagen entsprachen weitgehendst dem Vorläufertyp nach Blatt 177 und waren ebenfalls für den Übergang zu ausländischen Bahnen ausgestattet.
Verbleib Zwei Wagen wurden 1919 als Reparationsleistung nach Belgien oder Frankreich abgegeben. Ein weiterer Wagen wurde bereits vor 1919 ausgemustert. Bei acht Wagen konnte der Verbleib bei Kriegsende 1945 nicht mehr geklärt werden. Insgesamt vier Wagen gelangten so noch zur Bundesbahn, wo sie bis 1957siehe Alto Wagner, Stationierungen für C4ü Bay 08 ausgemustert wurden.
Konstruktive Merkmale Untergestell Wie schon bei den Wagen nach Blatt 75 wurde der Grundrahmen des mit dem Wagenkasten verbundenen Untergestells komplett aus Holz aufgebaut, welches teilweise – z. B. für die äußeren Längsträger – mit aufgeschraubten Winkeleisen verstärkt wurde. Für die Querträger wurden ebenfalls hölzerne Profile verwendet. Man versprach sich durch diese Bauweise für hochwertige Wagen einen ruhigeren LaufLutz Übel, 150 Jahre Schienenfahrzeuge aus Nürnberg, Lieferbedingnisse für 4-achsige Personenwagen. Die hölzernen Querträger zur Aufnahme der Drehschemelpfannen wurden ebenfalls mit Winkeleisen armiert. Zur Unterstützung der äußeren Längsträger wurde wegen des großen Radstandes auf beiden Seiten ein Sprengwerk mit nachstellbaren Zugstangen angebaut. Die Pufferbohlen waren komplett aus Walzprofilen aufgebaut. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitshaken nach VDEV, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 612 mm, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm. Die Puffer wurden in den 1930er Jahren gegen Hülsenpuffer der Regelbauart ausgetauscht.
Laufwerk Die Wagen hatten Drehgestelle bayerischer Bauart mit kurzem Radstand von 2.500 mm mit aus Blechen und Winkeln genietetem Rahmen. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper. Verwendet wurden Radsätze der bayerischen Form 39.
Die Handbremsen befanden sich jeweils im geschlossenen Übergang an einem Wagenende. Alle Wagen waren mit Druckluftbremsen des Typs Westinghouse ausgestattet. Teilweise kamen auch Luftsaugbremsen des Systems Hardy zum Einsatz.
Wagenkasten Das Wagenkastengerippe bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Es war außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren glatt und bis über die äußeren Längsträger heruntergezogen. Die Wagen besaßen ein Tonnendach der süddeutschen Bauart ohne Oberlichtaufbau. Der Innenraum war in insgesamt acht gleich große Abteile aufgeteilt. Die Abteile waren mit Sitzbänken aus Holzlatten ausgestattet und hatten jeweils acht Plätze. Nur zwei Abteile – die an den jeweiligen Wagenenden – waren mit Schiebetüren zum Seitengang hin abgeschlossen, die Übrigen waren zum Seitengang hin offen.
Ausstattung An beiden Wagenenden befanden sich Aborte, die mit Waschgelegenheiten kombiniert waren.
Zur Beheizung verfügten die Wagen über eine Dampfheizung. Die Belüftung erfolgte über Dachlüfter bzw. über die versenkbaren Fenster.
Die Beleuchtung der Wagen erfolgte durch Gaslampen. Die zwei Vorratsbehälter hingen in Wagenlängsrichtung am Rahmen. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine Umrüstung auf elektrische Beleuchtung.
Bemerkung Mit dem Umbau von 1930 erfolgten Änderungen an der Toiletteneinrichtung. Außerdem wurden elektrische Schaltschränke eingebaut und die Beleuchtung umgestellt.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind den Wagenpark-Verzeichnissen der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen entnommen (siehe Literaturliste) sowie den Büchern von Emil Konrad (Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II) und Alto Wagner (Bayerische Reisezugwagen).
Personenwagen Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche Fahrwerk / Ausstattung (siehe jeweilige Legende) Zusatzinfos Bau-jahr Her-steller An-zahl ab1876 ab1907 Rep.(1919) DR(ab 1923) DRG(ab 1930) DRGn. Umbau Ausge-mustert letzt.Heimat-Bf. Anz.Ach-sen LüP(mm) Unt.Gest. LA. Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile (Sitze je Klasse) Mil. Sig-nal-hlt. BemerkungBlatt-Nr. aus WV vonGattung CCü 1781913C4ü C4ü Bay 08 C4ü Bay 08 C4ü Bay 08/33(siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4. O M 1908MAN1513 01613 01626 011 Mü17 645 Mü17 645 Müxx/1945München219.125HE/EPlWsbrGglD28(64)48FR13 01713 01726 012 Mü17 646 Müxx/1945München13 01813 01826 013 Mü17 647 Mü17 647 Mü12/1948MünchenAltschadwagen13 01913 01926 014 Mü17 648 Mü17 648 Müxx/1945MünchenPLWsbrHnrAhbrATCHIT13 02013 02026 015 Mü17 649 Mü03/1957Augsburg13 02113 02126 016 Mü17 650 Mü17 650 Müxx/1945Lindau13 02213 02226 017 Mü17 651 Müxx/1945München13 02313 02326 018 Mü17 652 Mü10/1950MünchenAltschadwagen13 02413 02426 019 Mü17 653 Müxx/1945München13 02513 02526 020 Mü17 654 Müxx/1945München13 02613 02626 021 Mü17 655 Mü02/1950MünchenAltschadwagen13 02713 02726 022 Mü17 656 Müxx/1945München13 02813 028X11/191913 02913 029xx/191913 03013 030X11/1919
Literatur
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 113 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913
Einzelnachweise
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (MAN)