Das Bezirksamt Osterburken, zunächst Justizamt Burken, war eine Verwaltungseinheit im Norden des Großherzogtums Baden. Gegründet 1807 in napoleonischer Zeit, ging es 1828 im Bezirksamt Adelsheim auf.

Geschichte Vor Inkrafttreten der Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 war das im Bauland gelegene Osterburken Sitz einer kurmainzischen Amtsvogtei, die dem Oberamt Amorbach unterstellt war.Kurmainzischer Hof- und Staats-Kalender auf das Jahr 1790, S. 204, digitalisierte Version bei Google Books. Ihr Gebiet gehörte anschließend zum Fürstentum Leiningen, bis dieses in Umsetzung der Rheinbundakte mediatisiert und in diesem Bereich der badischen Landeshoheit unterstellt wurde. Im Sommer 1807 wurde Osterburken zunächst dem standesherrlichen Amt Buchen zugeteilt.General-Ausschreiben über die Eintheilung des Großherzogthums Baden in Bezirke, veröffentlicht am 7. Juli 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 23, S. 100. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek. Bereits im Dezember 1807 wurde dieses in drei Teile aufgespaltet. Osterburken bildete ab da mit den Orten Hemsbach, Seckach, Schlierstadt, Seligental, Waidachshof und Zimmern sowie Ruchsen (zuvor Amt Boxberg) als Justizamt Burken eine eigene Verwaltungseinheit, die der Landvogtei Mosbach unterstellt war.Landesherrliche Verordnung. Weitere Organisation der executiven LandesBehörden. Veröffentlicht am 22. Dezember 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 44, S. 283f. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek.

1813 kam es zu einer erneuten Umstrukturierung. Nun dem Tauberkreis und dem dazwischen gelagerten Kriminalamt Boxberg unterstellt, kamen vom Amt Adelsheim die grundherrschaftlichen Orte Adelsheim, Sennfeld, Volkshausen, Leibenstadt, Dollishof, Eberstadt, Sindolsheim, Widdern, Merchingen und Hüngheim sowie vom aufgelösten Justizamt Rosenberg noch Rosenberg, Bronnacker (mit Dörrhof und Neuhof) und Bofsheim hinzu.Beilage A: Ämtereinteilung, veröffentlicht im Badischen Gesetz- und Verordnungsblatt im Juli 1813, S. 138. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek. 1819 wurden im ganzen Land die Kriminalämter aufgehoben, nun war unmittelbar der Main und Tauberkreis für Osterburken zuständig.Entsprechende Verordnung vom 23. Januar 1819, veröffentlicht am 10. Februar 1819 im Großherzoglich-Badischen Staats und Regierungsblatt, Heft V, S. 19. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek. Ende 1828 wurde die Verlegung des Amtssitzes nach Adelsheim und die damit verbundene Umbenennung des Bezirksamtes verkündet.Entsprechende Verordnung, veröffentlicht am 6. Dezember 1828 im Großherzoglich-Badischen Staats und Regierungsblatt, Heft XXIV, S. 212. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek.

Gemeinden und Einwohner 1825 Für 1825 wird von diesen Ortschaften und Einwohnerzahlen berichtet:Friedrich Dittenberger: Geographisch-statistische-topographische Beschreibung des Großherzogthums Baden. Karlsruhe 1825, S. 149f.

Als Standesherr Fürst zu Leiningen: Hemsbach 123 Osterburken: 1.114 Ruchsen: 304 Schlierstadt: 894 Seligental: 17 Seckach: 648 Waidachshof: 43 Zimmern: 312

Als Standesherr Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg: Rosenberg: 851 Bronnacker: 145 Dörrhof: 13 Neuhof: 6 Bofsheim: 318

Als Grundherrschaftliche Orte: Adelsheim: 1.210 (Gh: Adelsheim-Sennfeld und Adelsheim-Oberschloß) Damberg: 12 Hergenstadt: 101 Seehof: 6 Wemershof: 57 Sennfeld: 915 (Gh: Adelsheim-Sennfeld und Rüdt von Collenberg-Bödigheim) Volkshausen: 47 Leibenstadt: 514 (Gh: Gemmingen-Babstadt und Gemmingen-Hornberg) Dollishof: 166 Eberstadt: 559 (Gh: Rüdt von Collenberg-Eberstadt) Sindolsheim mit dem Schloss: 623 (Gh: Waldkirch) Widdern mit Schustershof, Seehaus und Ziegelhütte: 1213 (badischer Kondominatsanteil; Gh: Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Gemmingen-Presteneck und Zyllnhardt) Merchingen: 968 Dörnishof: 12 Hüngheim: 529 (Gh: Berlichingen)

Spätere Entwicklung 1840 wurden die Orte des ursprünglichen Justizamtes Burken dem Bezirksamt Buchen, Ruchsen dem Bezirksamt Mosbach zugeteilt,Entsprechende Verordnung vom 13. Oktober 1840, veröffentlicht am 13. November 1840 im Großherzoglich-Badischen Staats und Regierungsblatt, Heft XXXV,S. 263f. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek., beides wurde 1849 rückgängig gemacht.Entsprechende Verordnung vom 8. September 1849, veröffentlicht am 14. September 1849 im Großherzoglich-Badischen Staats und Regierungsblatt, Heft LVI, S. 443. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek. Das Bezirksamt Adelsheim ging bei seiner Auflösung 1936 vollständig zum Bezirksamt Buchen, das 1939 in den Landkreis Buchen überging. Bei der Kreisreform 1973 kamen die meisten der Orte zum Neckar-Odenwald-Kreis, die Gemeinde Ruchsen hingegen zum Landkreis Heilbronn. Lediglich Widdern, dessen badische Anteile 1846 an das Königreich Württemberg abgetreten wurden, ging bei der Verwaltungszugehörigkeit einen anderen Weg, der über das Oberamt Neckarsulm 1938 ebenfalls in den Landkreis Heilbronn führte.

Siehe auch Verwaltungsgliederung Badens

Literatur Historischer Atlas von Baden-Württemberg, online verfügbar bei LEO-BW: Blatt VII.4: Verwaltungsgliederung in Baden, Württemberg und Hohenzollern 1815–1857 Erläuterungsblatt, verfasst von Ulrike Redecker (Baden) und Wilfried Schöntag (Württemberg)

Einzelnachweise

Osterburken Kategorie:Politik (Neckar-Odenwald-Kreis) Kategorie:Osterburken Osterburken Kategorie:Aufgelöst 1828