Mit der vierten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs vom 11. Juni 1935 entzog das NS-Regime 38 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit und machte sie somit staatenlos. Grundlage der Ausbürgerungslisten war das Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit.

Inhalt Die Liste war die vierte von insgesamt 359 Listen und wurde am 11. Juni 1935 im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlicht.Deutscher Reichsanzeiger. 11. Juni 1935. Die letzte derartige Liste wurde am 7. April 1945 veröffentlicht.Michael Hepp (Hrsg.): Die Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger 1933–45 nach den im Reichsanzeiger veröffentlichten Listen. (PDF; 20 kB). 3 Bände. Saur, München u. a. 1985–1988, ISBN 3-598-10537-1. Insgesamt wurden bis zum Ende des NS-Staates 39.006 Personen ausgebürgert.

Namensliste

Max Abraham (1904–1977), Rabbiner und Autor Bertolt Brecht (1898–1956), Dramatiker und Lyriker Isaak David Broszyner (* 1898 in Strazow, Polen), Jurist Hermann Budzislawski (1901–1978), Journalist Peter Bussemeyer (1906–1971), Redakteur in Argentinien Siegmund Crummenerl (1892–1940), Widerstandskämpfer Gustav Fehrl (1890–1970), sozialdemokratischer Politiker Nahum Goldmann (1895–1982), Autor und führender Zionist Max Gruschwitz (1892–ca. 1942 oder 1944), Journalist und politischer Aktivist Eduard Wilhelm Gustav Günther, genannt Albert Günther (* 11. Mai 1869 in Pansfelde) Kurt Häntzschel (1889–1941), Jurist Werner Hegemann (1881–1936), Stadtplaner und Schriftsteller Rudolf Hilferding (1877–1941), Politiker und Publizist Kurt Hiller (1885–1972), Schriftsteller und Publizist Werner Hirsch (1899–1941), Journalist und Redakteur Max Hodann (1894–1946), Arzt und Publizist Karl Höltermann (1894–1955), sozialdemokratischer Politiker und Journalist Hans Theodor Joel (1892–1936), Fliegeroffizier im 1. Weltkrieg und Journalist Friedrich Kummer (1875–1937), Metallarbeiter und Gewerkschafter Kurt Levy (1901–), Journalist Max Liepmann (1905–1966), Schriftsteller und Dramaturg Erika Mann (1905–1969), Schauspielerin Siegfried Marck (1889–1957), Philosoph Walter Mehring (1896–1981), Schriftsteller Kreszentia Mühsam (1884–1962), Widerstandskämpferin Erich Ollenhauer (1901–1963), SPD-Funktionär Franz Pfemfert (1879–1954), Politiker und Literaturkritiker Viktor Schiff (1895–1953), sozialdemokratischer Journalist und Autor Peter Josef Schneider (* 18. März 1882 in Hontheim) Arthur Seehof (1892–1966), linkssozialistischer Journalist und Schriftsteller Justin Steinfeld (1886–1970), Schriftsteller Paul Westheim (1886–1963), Kunstkritiker, Schriftsteller und Journalist Friedrich Wolf (1888–1953), Arzt, Schriftsteller und Dramatiker Arthur Wolff (1885–1945), Arzt, Musiker und Komponist David Yaskiel (1899/1900–1979), Verleger Dietrich von Zedlitz-Neukirch (* 1893 in Dresden) Stera Chaja Pfemfert (1883–1963), Ehefrau von Franz Pfemfert Betty Schneider (* 1896 in Berlin)

Siehe auch

Erste Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs Zweite Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs Dritte Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs Liste von Ausgebürgerten während des Nationalsozialismus bis 1936

Literatur

Weblinks Digitalisat der Ersten Beilage des Reichsanzeigers vom 11. Juni 1935

Einzelnachweise

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