Giuseppe Schirò (* 1. Januar 1846 in Contessa Entellina, Sizilien; † 1. August 1927 ebenda) war ein italienischer Priester der italo-albanischen Kirche (Chiesa bizantina cattolica in Italia) und Titularerzbischof der römisch-katholischen Kirche.

Leben Giuseppe Schirò gehörte zur ethischen Gruppe der Arbëresh (Albaner) auf Sizilien. Seine Ausbildung zum Priester erhielt er in Rom am Pontificio Collegio Greco di Sant’Atanasio und am Collegio Urbano de Propaganda Fide. Im Juli 1868 wurde er in Palermo zum Priester geweiht und anschließend als Priester in seinem Geburtsort Contessa Entellina tätig, daneben als Studienpräfekt am griechisch-albanischen Priesterseminar in Palermo. 1874 wurde er Priester der katholischen Gemeinde des byzantinischen Ritus auf Malta.

Am 30. Juli 1889 ernannte Papst Leo XIII. ihn zum Weihbischof (vescovo ordinante) der Italo-albanischen (byzantinisch-katholischen) Kirche auf dem italienischen Festland, d. h. im Wesentlichen in Kalabrien, und zum Titularbischof von Gadara. Am 18. August 1889 empfing er in der Kirche San Nicolò dei Greci in Palermo die Bischofsweihe durch Giuseppe Masi, Titularbischof von Tempe. Vor der Errichtung der Eparchie Lungro unterstanden die italo-albanischen Gemeinden Kalabriens jeweils der Jurisdiktion der örtlichen Bischöfe der Lateinischen Kirche. Schirò war jedoch als vescovo ordinante für das Collegio italo-albanese di S. Adriano (Collegio Corsini) in San Demetrio Corone, für die Ausbildung und Ordination der Priester des byzantinischen Ritus zuständig.Vescovi ordinati bei der Eparchia di Lungro. 1890 wurde er Koadjutor von Stefano Stefanopoli, Prälat des byzantinischen Ritus an Sant’Atanasio dei Greci in Rom. Am 29. November 1895 ernannte der Papst ihn zum Titularerzbischof von Neocaesarea in Ponto.

1902 zog er sich vom Pfarrdienst zurück, blieb jedoch weiter als Prediger aktiv. Zu seinem Nachfolger als Weihbischof der Italo-Albaner in Kalabrien wurde Giovanni Barcia ernannt. 1923 kehrte Schiró in seinen Geburtsort zurück, wo er auch starb.

Familie Giuseppe Schiròs Neffe war der Byzantinist Giuseppe Schirò (1905–1984).

Literatur Maria Franca Cucci: Il Pontificio Collegio Corsini degli albanesi di Calabria. Evoluzione storica e processo di laicizzazione. Cosenza 2008, S. 129–140.

Anmerkungen

Weblinks

Lebenslauf bei der Biblioteca Comunale von Contessa Entellina

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