mini|Vorderseite der Plakette aus Meißner Porzellan, Verleihungsjahr 1980 Die Auszeichnung Gutes Design (Eigenschreibweise „GUTES DESIGN“) war eine staatliche Auszeichnung der DDR für Industrieprodukte mit hervorragender Gestaltung. Die Auszeichnung wurde durch den Staatsrat der DDR gestiftet und ab 1978 zweimal jährlich durch das Amt für Industrielle Formgestaltung (AiF) anlässlich der Leipziger Messe vergeben.
Geschichte Die Auszeichnung Gutes Design galt „hervorragend gestalteten Serienerzeugnissen“ und wurde an die herstellenden Betriebe und Kombinate vergeben.Wettbewerb – Signet für Designqualität. In: form+zweck, 10. Jahrgang, Heft 6/1978, , S. 2–3. Die Auszeichnung wurde 1978 durch den Staatsrat der DDR gestiftet und ab 1978 zweimal im Jahr durch das Amt für Industrielle Formgestaltung (AiF) vergeben., abgerufen am 11. April 2013. Die Verleihung erfolgte anlässlich der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse. Die ausgezeichneten Produkte wurden in der Zeitschrift form+zweck publiziert, dabei wurden neben dem Produkt und Herstellerbetrieb auch die beteiligten Designer (Gestalter) genannt.
Trotz der Nennung der Designer war die Auszeichnung „Gutes Design“ primär eine Produktauszeichnung, vergleichbar dem westdeutschen Designpreis Gute Form. Das Ziel war die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der DDR-Industrie, besonders bei Exportwaren. Hervorragende Designer („Formgestalter“) wurden hingegen mit dem Preis Designpreis der DDR persönlich ausgezeichnet.
Die letzte Verleihung von Gutes Design fand anlässlich der Leipziger Frühjahrsmesse 1990 statt.
Signet und Plakette Das gemeinsame Signet von Designpreis, Design-Förderpreis und der Produktauszeichnung GUTES DESIGN entwarf Dietrich Otte nach dem Objekt „Verklammerte Kreisscheiben“ von Hermann Glöckner.
Die Plakette für die Produktauszeichnung war aus Meißner Porzellan und wurde auf der Leipziger Messe bei den ausgezeichneten Maschinen und Produkten aufgestellt. Auf der Vorderseite der Plakette befindet sich das Signet, darüber die Aufschrift „GUTES DESIGN“ und darunter „DDR“ und das Jahr der Auszeichnung. Auch die Produkte und ihre Packungen konnten das Signet tragen, ob als Aufkleber oder Aufdruck.
Auszeichnungen Pro Messe wurden maximal 50 Preise vergeben, in der Praxis waren es eher 20 bis 40 Preise. Daher verbietet sich eine namentliche Aufzählung aller ausgezeichneten Produkte und deren Hersteller sowie Gestalter. Diese finden sich in den Fußnoten bei den digitalisierten Ausgaben von form+zweck, genannt wird eine Verteilung auf Kategorien und – beispielhaft – besonders bekannte unter den ausgezeichneten Produkten. Die Spalte mit der Anzahl der vergebenen Preise bezieht sich nur auf DDR-Produkte, da in der Zeitschrift von form+zweck die ab 1988 vergebenen Preise an internationale Einreichungen nicht vollständig aufgeführt sind.
Jahr Messe Preise Anmerkungen 1978 Frühjahr 50 Erste Verleihung überhaupt. 1978 Herbst 42 Erste Verleihung mit Signet. 6 der Preise gingen an Investitionsgüter, 9 an Medizintechnik und 25 an Konsumgüter, darunter das Mokick Simson S 50.GUTES DESIGN DDR 1978. In: form+zweck, 10. Jahrgang, Heft 5/1978, , S. 2–3. 1979 Frühjahr 40 Es gab 65 Nominierungen. 28 Preise gingen an Konsumgüter, 12 an Investitionsgüter, darunter das Frachtschiff Typ UL-ESC.GUTES DESIGN DDR 1979. In: form+zweck, 11. Jahrgang, Heft 4/1979, , S. 4–6. 1979 Herbst 37 Es gab 150 Nominierungen. Unter den 37 Preisen überwogen Konsumgüter, darunter Schreibgeräte, u. a. von Markant und Heiko.GUTES DESIGN DDR 1979. In: form+zweck, 11. Jahrgang, Heft 6/1979, , S. 5–8. 1980 Frühjahr 32 Aus mehr als 100 Nominierungen gingen 32 Preisträger hervor, darunter Eisenbahnwagen aus Bautzen und Görlitz.GUTES DESIGN DDR 80. In: form+zweck, 12. Jahrgang, Heft 4/1980, , S. 44–45. 1980 Herbst 30 Mehr als 100 Nominierungen, unter den 30 Preisträgern waren 26 Konsumgüter, darunter besonders viel Textilien und Bekleidung.GUTES DESIGN DDR 80. In: form+zweck, 12. Jahrgang, Heft 6/1980, , S. 42–43. 1981 Frühjahr 22 Neben den 22 Preisen wurden erstmals Anerkennungen ausgesprochen, als Stufe unter Gutes Design.GUTES DESIGN DDR 81. In: form+zweck, 13. Jahrgang, Heft 4/1981, , S. 4–5. 1981 Herbst 23 Von den 23 Preisen gingen 21 an Konsumgüter, darunter das HiFi-Radio RS 5001Radio und Stereo-Steuergerät RS 5001 HiFi im Historisch-Technischen Museum Sömmerda (Abgerufen im August 2022) von Robotron mit Boxen B 9271.GUTES DESIGN DDR 81. In: form+zweck, 13. Jahrgang, Heft 6/1981, , S. 5. 1982 Frühjahr 24 Die 24 Preise gingen überwiegend an Investitionsgüter, darunter der Mähdrescher E 514 und die Elektrolok 212/243.GUTES DESIGN DDR 82. In: form+zweck, 14. Jahrgang, Heft 4/1982, , S. 4–5. 1982 Herbst 25 Es gab 83 Bewerbungen, von den 25 Preisen gingen 21 an Konsumprodukte, darunter der Farbfernseher COLORMAT 4506 aus Staßfurt.GUTES DESIGN DDR 82. In: form+zweck, 14. Jahrgang, Heft 6/1982, , S. 2–3. 1983 Frühjahr 28 Von 89 Nominierungen wurden 28 Produkte ausgezeichnet, davon 24 Konsumprodukte.GUTES DESIGN DDR 83. In: form+zweck, 15. Jahrgang, Heft 5/1983, , S. 46. 1984 Frühjahr 26 Investitionsgüter erhielten 8 Preise, Konsumprodukte 18, u. a. der Tuschezeichner lin’s.GUTES DESIGN DDR 84. In: form+zweck, 16. Jahrgang, Heft 2/1984, , S. 2. 1984 Herbst 22 Ausgezeichnet wurden durchgehend Konsumprodukte, darunter das Möbelprogramm MDW 90.GUTES DESIGN DDR 84. In: form+zweck, 16. Jahrgang, Heft 5/1984, , S. 2–3. 1985 Frühjahr 20 Unter den 20 Preisen waren 9 Investitionsgüter, darunter ein Großraum-Reisezugwagen aus Bautzen.GUTES DESIGN DDR 85. In: form+zweck, 17. Jahrgang, Heft 4/1985, , S. 2. 1985 Herbst 22 18 der Preise waren Konsumgüter, darunter das Teeservice Kumitate aus der Porzellan-Manufaktur Meißen.GUTES DESIGN DDR 85. In: form+zweck, 17. Jahrgang, Heft 6/1985, , S. 45. 1986 Frühjahr 23 Das größte ausgezeichnete Produkt war ein Großraumwagen 2. Klasse aus Bautzen, das kleinste das Holzspielzeug VERO SCOLA 1+1.GUTES DESIGN DDR 86. In: form+zweck, 18. Jahrgang, Heft 3/1986, , S. 2. 1986 Herbst 14 Neben den 14 Preisen gab es 10 Anerkennungen.GUTES DESIGN DDR 86. In: form+zweck, 18. Jahrgang, Heft 6/1986, , S. 2. 1987 Frühjahr 16 Von den 16 Preisen gingen 8 an Investitionsgüter und 8 an Konsumgüter, daneben gab es fünf Anerkennungen.GUTES DESIGN DDR '87. In: form+zweck, 19. Jahrgang, Heft 4/1987, , S. 2. 1987 Herbst 19 Neben den 19 Auszeichnungen (u. a. für das Vermona-Stereokeyboard SK 86 und Shanty-Jeans) gab es fünf Anerkennungen.GUTES DESIGN 87. In: form+zweck, 19. Jahrgang, Heft 6/1987, , S. 2. 1988 Frühjahr 20 Erster internationaler Wettbewerb. 20 der Preise gingen an DDR-Produkte, u. a. Robotron EC 1834. Zu den westlichen Preisträgern zählte der Atari ST.GUTES DESIGN DDR '88. In: form+zweck, 20. Jahrgang, Heft 3/1988, , S. 2. 1988 Herbst 16 Zweiter internationaler Wettbewerb, 16 der Preise gingen an DDR-Produkte. Zu den westlichen Preisträgern zählte ein Discman von Sony.GUTES DESIGN 88. In: form+zweck, 20. Jahrgang, Heft 6/1988, , S. 2. 1989 Frühjahr 32 Dritter internationaler Wettbewerb, 32 der Preise gingen an DDR-Produkte: 12 an Investitionsgüter, 20 an Konsumgüter.GUTES DESIGN 1989. In: form+zweck, 21. Jahrgang, Heft 3/1989, , S. 2–3.
Literatur Christian Wölfel, Sylvia Wölfel u. Jens Krzywinski (Hrsg.): Gutes Design. Martin Kelm und die Designförderung in der DDR. Thelem Universitätsverlag, Dresden 2014. ISBN 978-3-945363-11-9. Leiter des Amtes für industrielle Formgestaltung, Leiter des Leipziger Messeamtes: Richtlinie für die Teilnahme der Betriebe am Wettbewerb GUTES DESIGN. In: form+zweck, 20. Jahrgang, Heft 5/1988, , S. 3–4. Bernd Havenstein, Peter Raasch: GUTES DESIGN – Ergebnisse und Tendenzen. In: form+zweck, 15. Jahrgang, Heft 6/1983, , S. 43–51.
Weblinks
Medaille „Gutes Design DDR 1979“ in der Sammlung des Haus der Geschichte, Bonn
Einzelnachweise
Kategorie:Erstverleihung 1978 Kategorie:Kulturpreis (DDR) Kategorie:Designpreis Kategorie:Leipziger Messe