mini|Hum im Mostarsko blato, ein Polje zwischen Široki Brijeg und Mostar mini|Ausschnitt einer geologischen Karte (1905): Einzelne Hume in der versumpften Ebene des Vranjsko blato, dargestellt als kleine farbige inselartige Bereiche (Kalksteine: ocker=kr und grauoliv=e) Als Hum (auch Karstinselberg, Karstresthügel, Karstrestklippe; Plural: Hume), eine Erscheinungsform in Karstlandschaften, werden Inselberge, Kuppen oder kleine Rücken aus verkarstungsfähigem Gestein in Verebnungsflächen des Karstes bezeichnet. Abhängig vom Fortschritt der Erosionsprozesse im mediterranen Karst, die auch zur Bildung von Poljen führen,Márton Veress: Karst Types and Their Karstification. In: Journal of Earth Science, Vol. 31 (2020), No. 3, S. 621–634, hier S. 629. treten solche hügelartigen Erhebungen häufig auf.Ognjen Bonacci: Poljes, Ponors and Their Catchments. In: John F. Shroder, A. Frumkin et al.: Treatise on Geomorphology, Vol. 6, Karst Geomorphology. Academic Press, San Diego 2013, S. 112–120, hier S. 112. Das Phänomen mit der Bezeichnung „Hum“ wurde 1918 von Jovan Cvijić beschrieben.Jovan Cvijić: Hydrographie souterraine et évolution morphologique du Karst. In: Recueil des travaux de l'institut de géographie alpine, Band 6 (1918), Heft 4, S. 375–426, hier S. 396, 401, 426.

Entstehung Hume entstehen in der Endphase eines Karstzyklus, wo Karstwässer einen Gesteinsuntergrund durch Lösungsvorgänge abgetragen haben. Infolge der Abdichtung des verkarsteten Untergrundes durch später überdeckende und verstopfende Schwemmkegel kam dieser Prozess zum Stillstand und es vollzieht sich eine korrosive Erweiterung der Talausdehnung an den Randbereichen in der Kontaktzone mit dem aufgestauten Wasservolumen.Karl-Heinz Pfeffer: Karstmorphologie. 2. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, S. 84–85.Vladimír Panoš: Karsologická a speleologická terminologie. Knižné centrum, Žilina 2001, Eintrag Hum auf S. 56, ISBN 80-8064-115-3 In der Talebene vorhandene Teilbereiche, die von der Korrosionswirkung des Wassers geringer betroffen waren, wurden weniger abgetragen. Dieser uneinheitliche Verlauf im Verkarstungsprozess erzeugt ein residuales Korrosionsrelief im Polje, das ältere und dadurch höher liegende Reliefbereiche enthält, die nun aus den jüngsten Sedimentebenen herausragen. Solche inselförmigen Kalksteinerhebungen können zudem trockengefallene Höhlensysteme enthalten.Radim Kettner: Allgemeine Geologie III. Berlin 1959, S. 266.

Namen Die Karsterscheinung ist nach einer Lokalität „Hum“ im Popovo polje in Bosnien und Herzegowina benannt.Karl-Heinz Pfeffer: Karstmorphologie. 2. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, S. 80.

Als synonyme Bezeichnungen sind bekannt:Rhodes W. Fairbridge: Hum. In: Geomorphology. Encyclopedia of Earth Science. Springer, Berlin / Heidelberg 1997. in Kuba sowie den USA: Mogote in Puerto Rico: Pepino Hills oder Haystack Hills

Siehe auch

Die philippinischen Chocolate Hills sind möglicherweise in einem vergleichbaren Karstprozess entstanden.

Einzelnachweise

Kategorie:Exogene Morphodynamik Kategorie:Hydrogeologie Kategorie:Verwitterung Kategorie:Karst

en:Mogote