Eibisberg ist eine Rotte in der Gemeinde Sankt Kathrein am Offenegg im österreichischen Bundesland Steiermark. Das Alm- und Waldgebiet am gleichnamigen Berg galt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als beliebter Sommerfrische- und Luftkurort.
Geographie Der in der ÖK nicht verzeichnete, hohe Eibisberg ist eine unscheinbare Erhebung zwischen dem Pommesberg im Norden und dem Zetz im Südosten. Die Häuser der gleichnamigen Rotte schmiegen sich an den Südwesthang des Berges über dem südwärts ziehenden Poniglgraben und sind über eine einzige sechs Kilometer lange Straße vom Gemeindehauptort Sankt Kathrein erreichbar. Am Eibisberg laufen Wanderwege aus mehreren Richtungen zusammen, die aus dem Weiztal über Sankt Kathrein oder Gschaid, von Anger, Thannhausen oder von der Brandlucken hinaufführen. Das geologisch von Schöcklkalk und Phylliten des Grazer Paläozoikums geprägte Gebiet um den Eibisberg gehört dem Grazer Bergland an und ist Teil des Naturparks Almenland.
Geschichte Der Name Eibisberg geht auf einen Grundbesitzer zurück, der 1387 als „in dem Eybesgraben“ genannt wird.Karl Spreitzhofer: Siedlungs- und Besitzgeschichte des Passailer Beckens in der Oststeiermark. Dissertation an der Universität Graz 1976, S. 195. Funde bronzezeitlicher Relikte im Poniglgraben lassen darauf schließen, dass der Eibisberg bereits lange vor der Erschließung der Weizklamm als Übergang zwischen dem Weizer Raum und den nördlichen Gebirgstälern genutzt wurde.Robert F. Hausmann: Geschichte von St. Kathrein am Offenegg und seiner Bewohner. Gemeinde St. Kathrein am Offenegg 1995, S. 20. Im Jahr 1800 umfasste der Ried Eibisberg 129 Joch Wiesen, 92 Joch Äcker und 70 Joch Wälder sowie zehn bewohnte Häuser.Robert F. Hausmann: Geschichte von St. Kathrein am Offenegg und seiner Bewohner. Gemeinde St. Kathrein am Offenegg 1995, S. 44.
mini|links|Ansichtskarte aus dem Jahr 1909 mit Alpenpension und Badehütten sowie Höhe des Berges (1252 m) 1897 eröffnete der Notar Josef Rudel die Alpenpension Eibisberg und läutete damit eine Ära des Tourismus ein. Das Angebot umfasste Kalt- und Warm- sowie Fichtennadelbäder, Gäste wurden um die Jahrhundertwende mit dem „vorzüglichen Quellwasser“ des Hirschenbründls und den „ozonreichen Wäldern“ der Umgebung geworben.Robert F. Hausmann: Geschichte von St. Kathrein am Offenegg und seiner Bewohner. Gemeinde St. Kathrein am Offenegg 1995, S. 193 f. Richard Schweighofer schilderte 1923 seine Ankunft auf dem Eibisberg nach einer Wanderung:
Der Preis für eine einfache Nächtigung betrug zwischen drei und sechs Kronen, eine Woche Vollpension kostete zwischen 38 und 46 Kronen. Für den Transport von Weiz mit dem Pferdefuhrwerk mussten zwei Personen zusätzlich 14 Kronen bezahlen.Karl W. Gawalowski: Steiermark. Hand- und Reisebuch. Ulr. Mosers Verlag, Graz 1914, S. 354. 1917 wurde der Betrieb vom Verein für Privatbeamte erworben, der ihn mit kurzer Unterbrechung bis 1950 führte. Während des Zweiten Weltkrieges dienten die Räumlichkeiten als Heim der Hitlerjugend. 1925 wurde die Siedlung erstmals an die Stromversorgung angeschlossen, seit den 1950er Jahren ist der Ort auch auf einer Kfz-tauglichen Straße erreichbar. Ab dem Winter 1949/50 errichtete der ASKÖ-Schiverein Weiz ein Wintersportgebiet mit Schlepplift, das unter anderem dem mehrfachen Staatsmeister in der Nordischen Kombination, Alois Leodolter, als Trainingsgrund diente. Eine 1970 angelegte Skiabfahrt zum Schmied in der Weiz konnte aufgrund der immer schneeärmeren Winter nie richtig genutzt werden.Robert F. Hausmann: Geschichte von St. Kathrein am Offenegg und seiner Bewohner. Gemeinde St. Kathrein am Offenegg 1995, S. 196 ff.
Aufstieg mini|hochkant|Wegweiser Eibisberg Wenngleich der Eibisberg in den vergangenen Jahrzehnten an touristischer Bedeutung eingebüßt hat, gilt der Ort bis heute als wichtiger Ausgangs- und Knotenpunkt für Wanderungen. In kurzer Zeit erreichbar sind etwa Zetz und Hoher Zetz über den Hans-Riedler-Zetzweg oder der Patschaberg jenseits vom Gschaid (). Der bewaldete Gipfel des Eibisberges kann auf einem ausgetretenen Pfad parallel zum Zetzweg überquert werden.
Als Stützpunkt kann die an fünf Tagen der Woche geöffnete Jausenstation „Schutzhütte“ Eibisberg dienen. Der Aufstieg von Sankt Kathrein nimmt rund 1½ Stunden in Anspruch, ein früher häufig genutzter, heute aber unmarkierter Anstieg durch den Poniglgraben dauert ab Thannhausen 3½ bis 4 Stunden. Für den Übergang zur Brandlucken, vorbei am Naturfreundehaus Bendlerhöhe, ist mit 1½ Stunden zu rechnen.
Literatur und Karten Robert F. Hausmann: Geschichte von St. Kathrein am Offenegg und seiner Bewohner. Gemeinde St. Kathrein am Offenegg 1995. Richard Schweighofer: Eibisberg. In: Franz Hausmann (Hrsg.): Oststeirische Heimat. Mosers Buchhandlung, Graz 1923, S. 119–122. Österreichische Karte 1:50.000, Blatt 4223 (UTM). Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen. Freytag & Berndt Wien, Wanderkarte 1:50.000, WK 131, Grazer Bergland – Schöckl – Teichalm – Stubenbergsee. ISBN 978-3-85084-759-9.
Weblinks
Schutzhütte Eibisberg auf der Website des Naturparks Almenland
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Bezirk Weiz Kategorie:Geographie (Sankt Kathrein am Offenegg) Kategorie:Grazer Bergland