mini|Gaston Doumergue (1924) Das zweite Kabinett Doumergue war eine Regierung der Dritten Französischen Republik. Es wurde am 9. Februar 1934 von Premierminister (Président du Conseil) Gaston Doumergue gebildet und löste das Kabinett Daladier II ab. Es blieb bis zum 8. November 1934 im Amt und wurde vom Kabinett Flandin abgelöst.
Dem Kabinett gehörten Vertreter der Union National, das heißt der Parteien von der linken Mitte bis zur parlamentarischer Rechten an: Alliance démocratique (AD), Radicaux indépendants (RI), Parti républicain, radical et radical-socialiste (PRRRS), Fédération républicaine (FR) und Parti socialiste de France-Union Jean Jaurès (PSdF).
Kabinett Diese Minister bildeten das Kabinett:
Premierminister: Gaston Doumergue (PRRRS) Ministre d’Etat: Édouard Herriot (PRRRS) Ministre d’Etat: André Tardieu (AD) Kriegsminister: Philippe Pétain Außenminister: Louis Barthou (AD) ab 13. Oktober 1934: Pierre Laval Bildungsminister: Aimé Berthod (PRRRS) Minister des Inneren: Albert Sarraut (PRRRS) ab 13. Oktober 1934: Paul Marchandeau (PRRRS) Justizminister: Henry Chéron (AD) ab 15. Oktober 1934: Henry Lémery Landwirtschaftsminister: Henri Queuille (PRRRS) Finanzminister: Louis Germain-Martin (RI) Minister für öffentliche Arbeiten: Pierre-Étienne Flandin (AD) Kolonialminister: Pierre Laval ab 9. Oktober 1934: Louis Rollin (AD) Minister für Arbeit: Adrien Marquet (PSdF) Minister für Handel und Industrie: Lucien Lamoureux (PRRRS) Minister für Post, Telegraphie und Telefonie: André Mallarmé (RI) Minister für öffentliche Gesundheit und Sportunterricht: Louis Marin (FR) Minister für die Kriegsmarine: François Piétri (AD) Minister für Renten: Georges Rivollet Minister für Luftfahrt: Victor Denain Minister für die Handelsmarine: William Bertrand (PRRRS)
Historische Einordnung Mit Gaston Doumergue wurde ein allseits geachteter Politiker zum Premierminister ernannt, der wieder Ruhe in das nach der Stavisky-Affäre und den Unruhen vom 6. Februar 1934 angeschlagene System bringen sollte. Doumergue strebte an, die Regierung breit aufzustellen, was ihm mit der Berufung von unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Édouard Herriot, André Tardieu, Pierre Laval, Louis Barthou (der allerdings im Oktober ermordet wurde) und vor allem Philippe Pétain auch gelang.
Doumergue versuchte erfolglos, die Verfassung der Dritten Französischen Republik zu verändern (Projet de réforme de l’État de Gaston Doumergue).Das Staatsreformprojekt von Gaston Doumergue war ein gescheiterter Versuch, die Verfassungsgesetze von 1875 im Laufe des Jahres 1934 zu überarbeiten. Die vom Ratspräsidenten und ehemaligen Staatspräsidenten Gaston Doumergue vorangetriebene und im September und Oktober 1934 veröffentlichte Reform kam aufgrund des Sturzes der Regierung am 8. November 1934 nicht über das Stadium eines Entwurfs hinaus. Siehe hierzu auch den Artikel :fr:Projet de réforme de l'État de Gaston Doumergue in der französischsprachigen Wikipédia.
Es gelang dem Kabinett zwar, die Staatsfinanzen weitgehend zu sanieren. Der Versuch, das provisorische Zwölftel (douzième provisoire) anzuwenden, scheiterte jedoch und führte zum Rücktritt der Minister der Parti républicain, radical et radical-socialiste unter Herriot.Das provisorische Zwölftel war ein finanzpolitisches Gesetz, das es der Regierung erlaubte, Einnahmen zu erheben und Ausgaben zu tätigen, die einem Zwölftel des im Haushaltsgesetz des Vorjahres vorgesehenen Haushalts entsprechen. Dieses Verfahren wurde vom Parlament verabschiedet, wenn das Haushaltsgesetz für das kommende Haushaltsjahr nicht rechtzeitig verabschiedet wurde. Siehe hierzu weiterführend den Artikel :fr:Douzième provisoire in der französischsprachigen Wikipédia.
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Doumergue II Kategorie:Politik 1934