__NOTOC__ mini|Signatur der Architekten an einem Gebäude in Baden-Baden Das Architekturbüro Curjel & Moser wurde 1888 in Karlsruhe vom deutschen Robert Curjel und dem Schweizer Karl Moser gegründet. Es bearbeitete bis 1915 über 400 Bauten und Projekte im Großherzogtum Baden, dem übrigen Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz. Der individuelle und oft spielerische Stil ihrer Bauten entwickelte sich im Laufe der Zeit vom späten Historismus über den Jugendstil bis zum Neoklassizismus. Gemeinsam mit Hermann Billings Arbeiten erzielte ihr Werk weite Aufmerksamkeit und wurde als „Jung-Karlsruher Schule“ bezeichnet. Bei der Ausgestaltung der Entwürfe arbeiteten sie häufig mit befreundeten Künstlern wie Oskar Kiefer und Max Laeuger zusammen.Gerhard Kabierske u. a. (Hrsg.): Robert Curjel & Karl Moser – ein Karlsruher Architekturbüro auf dem Weg in die Moderne. Karlsruhe 2011, S. 27.

1912 hatte das Büro etwa 50 Mitarbeiter in der Karlsruher Zentrale sowie in Zweigbüros in St. Gallen, Zürich, Rheinfelden und Pforzheim.Gerhard Kabierske u. a. (Hrsg.): Robert Curjel & Karl Moser – ein Karlsruher Architekturbüro auf dem Weg in die Moderne. Karlsruhe 2011, S. 11. Zu den zeitweiligen Mitarbeitern bei Curjel & Moser, die später eigenständig als Architekten tätig waren, gehörten Robert Bischoff, Karl August Burckhardt, Karl-Friedrich Krebs, Otto Pfister und Otto Rudolf Salvisberg.Werner Oechslin, Sonja Hildebrand (Hrsg.): Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit: 1880 bis 1936. Zürich 2010, ISBN 978-3-85676-250-6, Band 2, S. 407. 1915 löste sich das Büro auf, nachdem aufgrund des Ersten Weltkriegs die Bauaufträge einbrachen und Karl Moser einen Ruf auf den früheren Lehrstuhl von Gottfried Semper an der ETH Zürich annahm.Gerhard Kabierske u. a. (Hrsg.): Robert Curjel & Karl Moser – ein Karlsruher Architekturbüro auf dem Weg in die Moderne. Karlsruhe 2011, S. 33.

Zahlreiche erhaltene Bauten von Curjel & Moser stehen heute unter Denkmalschutz. In Karlsruhe-Knielingen wurde 2008 die Curjel-und-Moser-Straße nach den Architekten benannt.

Bauten (Auswahl) mini|hochkant|Portal der Christuskirche, Karlsruhe, 1897–1900, mit Kandelaber von Fridolin Dietsche mini|hochkant|Pauluskirche Basel, 1898–1901 mini|hochkant|Fassade des Hotels Erbprinz, das von 1901 bis 1912 an der Karlsruher Kaiserstraße stand mini|hochkant|Lutherkirche, Karlsruhe, 1905–1907 mini|Badischer Bahnhof, Basel, 1910–1913 mini|Konzerthaus, Karlsruhe, 1913–1915, nach Wiederaufbau mit Tympanon-Relief von Stephan Balkenhol

1892–1893: ev.-ref. Johanneskirche in Bern 1894: Einstein-Haus der Alten Kantonsschule Aarau 1895: kath. Kirche St. Sebastian in Wettingen 1896–1897: Villa Boveri in Baden 1896: Doppelwohnhaus Riefstahlstraße 4–6 in Karlsruhe, Weststadt 1897–1900: ev. Christuskirche in Karlsruhe, Weststadt, Mühlburger Tor 1898–1899: Villa Römerburg in Baden (abgerissen 1957) 1899–1900: Villa Langmatt in Baden 1899–1900: Rheinlust in Rheinfelden 1898–1901: Bankhaus Veit L. Homburger (spätere Südwestdeutsche Landesbank) in Karlsruhe, Karlstraße 1898–1901: ev.-ref. Pauluskirche in Basel, Steinring 1899–1901: Haus zum Erbprinzen in Karlsruhe, Kaiserstraße (1912 abgerissen zugunsten des Kaufhauses Tietz) 1898–1902: kath. Pfarrkirche St. Michael in Zug 1901–1902: Reichsbank-Nebenstelle in Bad Kreuznach, Mühlenstraße 1901–1904: ev. Johanniskirche mit Pfarrhaus in Mannheim-Lindenhof 1902–1904: ev. Kirche Bruggen, Straubenzell / St. Gallen West 1902–1905: ev.-ref. Pauluskirche in Bern 1903–1904: Reichsbank-Stelle in Darmstadt, Kasinostraße 1904–1905: Reichsbank-Stelle in Ludwigshafen am Rhein, Rheinuferstraße 1904–1905: Villa Baumann in Baden, Mellingerstrasse 1904–1906: Reichsbank-Nebenstelle in Lahr/Schwarzwald, Luisenstraße 1906–1908: kath. Pfarrkirche St. Anton Zürich 1905–1907: ev. Garnisonskirche mit Pfarrhaus (später gen. Petrus-Kirche) in Kiel-Wik, Weimarer Straße 1905–1907: ev. Lutherkirche mit Pfarrhaus in Karlsruhe, Oststadt, Durlacher Allee 1905–1908: Dienstgebäude des Evangelischen Oberkirchenrats in Karlsruhe, BlumenstraßeWerner Oechslin, Sonja Hildebrand (Hrsg.): Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit: 1880 bis 1936. gta, Zürich 2010, ISBN 978-3-85676-250-6, Band 2, S. 164. 1906–1908: Reichsbank-Nebenstelle in Bruchsal, Amalienstraße 1908: ev.-ref. Kirche in Degersheim 1908–1909: Post in Degersheim (heute Gemeindehaus) 1908–1909: Reichsbank-Nebenstelle in Pforzheim, Emilienstraße 1909: ev. Neue Nicolaikirche in Frankfurt am Main, Rhönstraße (Turm erhalten) 1910: Kunsthaus Zürich 1910–1911: Werksiedlung Stahlwerkstrasse in Schaffhausen 1911: ev.-ref. Kirche in Flawil 1910–1912: kath. Pfarrkirche St. Paul in Luzern 1910–1913: Badischer Bahnhof in Basel 1910–1913: ev.-ref. Kirche Heiligkreuz in St. Gallen 1911–1913: Kaufhaus H. & C. Tietz in Karlsruhe, Kaiserstraße (zerstört im Zweiten Weltkrieg) 1911–1914: Hauptgebäude der Universität Zürich 1912–1913: Bankgebäude der Allgemeinen Aargauischen Ersparniskasse in Aarau, Bahnhofstrasse 1912–1914: kath. Pfarrkirche St. Josef Zürich 1913: Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Karlsruhe, Gartenstraße 1914: Wohnhaus Bassermann in Mannheim, Oststadt, Bassermannstraße 1914–1915: Ausstellungshalle und Konzerthaus in Karlsruhe, am Festplatz

Literatur

Wilfried Rößling: Curjel & Moser, Architekten in Karlsruhe, Baden. Eine Werkübersicht unter besonderer Berücksichtigung der Christuskirche und der Lutherkirche in Karlsruhe. C. F. Müller, Karlsruhe 1986, ISBN 3-7880-9735-3 Friedemann Schäfer: Stadtspaziergänge in Karlsruhe – Jugendstil. Braun, Karlsruhe 2007, ISBN 978-3-7650-8360-0. Werner Oechslin, Sonja Hildebrand (Hrsg.): Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit: 1880 bis 1936. 2 Bände, gta, Zürich 2010, ISBN 978-3-85676-250-6. Gerhard Kabierske u. a. (Hrsg.): Robert Curjel & Karl Moser – ein Karlsruher Architekturbüro auf dem Weg in die Moderne. Ausstellungskatalog Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau am Karlsruher Institut für Technologie. Karlsruhe 2011.

Weblinks

Architekturbüro Robert Curjel & Karl Moser im Stadtlexikon des Stadtarchivs Karlsruhe Curjel & Moser (1888–1915) beim Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau

Einzelnachweise

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