Diese Liste enthält Filme von Studierenden an der Hochschule für Film und Fernsehen bzw. Filmuniversität Babelsberg in Auswahl. Diese sollten einen Wikipedia-Artikel oder eine besondere Bedeutung haben.

Geschichte 1954–1989

Bald nach der Gründung der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg 1954 wurden die ersten studentischen filmischen Übungen mit geringen Mitteln hergestellt.Deutsche Hochschule für Filmkunst Filmportal, mit einigen der frühen Studentenfilme Die Grundausrichtung der Hochschule war in diesen ersten Jahren „einerseits geprägt von den Auswirkungen des Hochstalinismus ostdeutscher Spielart, andererseits von wechselnden konzeptionellen Ansätzen bei der Ausbildung.“ Einige studentische Filme entwickelten aber innovative Ansätze, die besonders von sowjetischen experimentellen Filmen und vom italienischen Neorealismus beeinflusst waren (Auf einem Bahnsteig, 1957).

In den 1960er Jahren wurden die Möglichkeiten etwas offener, auch durch das Engagement neuer Dozenten, die die Studenten mit den neuen Entwicklungen des internationalen Films bewusst bekannt machten. So sind die Einflüsse der. Nouvelle Vague, der. tschechischen Neuen Welle und innovativer polnische Filme auch in einigen Babelsberger Studentenfilmen zu erkennen..Ilka Brombach, Babelsberger Freiheiten. Studentenfilme der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf 1957–1990, DVD. Booklet, 2018, S. 4 (PDF); mit ausführlichen Informationen zur Geschichte der Studentenfilme in Babelsberg

In der Babelsberger Hochschule wurden vor allem Dokumentarfilme gedreht, sowohl aus Kostengründen, aber auch um die Studierenden aus ihren künstlerisch- elitärem Umfeld in die alltägliche Wirklichkeit in der DDR zu holen.Brombach, S. 5 Inhalte vieler Filme waren alltägliche Themen, Porträts von Menschen aus einfachen Verhältnissen, der Arbeitsalltag in Betrieben, usw., einige orientierten sich auch stärker an offiziellen ideologischen Vorgaben.Löser, S. 344 Seit den frühen 1970er Jahren wurden vermehrt Frauenschicksale zum Thema (Wolters Trude, 1977).Brombach, S. 7 Die starke Ausrichtung der studentischen Filme auf Alltagssituationen prägte danach wesentlich den DEFA-Dokumentarfilm.

Die studentischen Filme wurden in verschiedenen Stadien überprüft und öfter dann auch verboten. Einige wurden auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival in Leipzig oder beim Kurzfilmfestival in Neubrandenburg gezeigt, einige wenige im Fernsehen oder bei anderen öffentlichen Vorführungen. Seit 1972 wurden beim Internationalen Studentenfilmfestival in Babelsberg eigene und ausländische Produktionen vorgestellt. Insgesamt blieb aber die öffentliche Wahrnehmung dieser Filme sehr begrenzt.

Seit 1990 Seit 1990 gab es viele neue Möglichkeiten für die Studierenden, vor allem auch einen stärkeren Austausch mit der Filmkunst in westlichen und außereuropäischen Ländern. 1995 wurde das Filmfestival Sehsüchte gegründet. Viele Babelsberger Studierendenproduktionen aus dieser Zeit wurden bei Filmfestivals im In- und Ausland gezeigt.

Filme 1955–1990 Übersicht Bis 1990 wurden etwa 1700 studentische Filme an der Babelsberger Hochschule gedreht, die meisten davon Dokumentarfilme.Ilka Brombach, Babelsberger Freiheiten, 2018, Booklet zur DVD, S. 3f., mit vielen Informationen zur Geschichte der Studentenfilme in BabelsbergFilme ausländischer Student/innen an der Hochschule für Film und Fernsehen Bundeszentrale für politische Bildung, mit einem Überblick Einige zeichnen sich durch Experimentierfreude und Innovativität aus, viele andere waren eher langweilig oder technisch unausgereift. Die meisten blieben in der Öffentlichkeit unbekannt.

Einige Filme wurden bei Retrospektiven zur Babelsberger Hochschule, sowie bei Filmfestivals oder in Programmkinos gezeigt. 19 von ihnen sind auf der DVD Babelsberger Freiheiten (2018) enthalten.Ilka Brombach, Babelsberger Freiheiten, 2 DVD, 2018 (Filmverzeichnis Filmverzeichnis) Einige Studentenfilme von den später bekannten Filmemachern Kurt Tetzlaff, Jürgen Böttcher, Jörg Foth, Helke Misselwitz, Andreas Voigt, Petra Tschörtner, und Andreas Dresen erhielten auch Preise bei Filmfestivals. Diese waren meist auch gleichzeitig die Abschlussfilme der Kamerastudierenden.

Filme Abkürzungen: Ü = Filmübung, H = Hauptprüfungsfilm, D = Diplomfilm, M= Meisterschülerfilm; Zahl = Minuten; s/w = Schwarzweißfilm, fa = Farbfilm Jahr Titel Regie Sonstiges 1956 Petras Erlebnis (Ingrid Reschke) Ü 6 s/w einer der ersten erhaltenen Studentenfilme in Babelsberg, über die Tagebuchnotizen eines Mädchen 1957 Auf einem Bahnsteig Ü 7 s/w Fahrgäste am S-Bahnhof Ostkreuz, erster international preisgekrönter Studentenfilm der DDR, bei Studentenfilmfestival in Wien 1957 Der Junge mit der Lampe Ü s/w über einen Jungen auf den Straßen Berlins, im Stile des französischen Neorealismus, beeinflusste mehrere Studierendenjahrgänge, nicht öffentlich gezeigt 1959 Dresden, wenige Jahre danach Ü 24 s/w 1960 Notwendige Lehrjahre D 18 s/w über Jugendliche über Jugendliche in einem Jugendwerkhof 1965 Ekkehard Schall D s/w über den Schauspieler Ekkehard Schall 1967 Der Brief D 18s/w über einen Jungen in einer Wohnung 1968 Paragraph 14 D s/w über zwei Jugendliche im Jugendwerkhof 1970 Im Dienste des Volkes 13 s/w über ein Volkspolizeirevier in Berlin, im Auftrag des Ministeriums des Innern 1971 Die Kollwitz und ihre Kinder Ü? 10 s/w über den Kollwitzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg 1971 Ist der Mann gleichberechtigt? s/w 1975 Jestem Baba. Ich bin ein Weib D 51 s/w Kooperation mit Filmhochschule Łódź, über polnische Frauen 1975 Wer ein Paar Holzlatschen abgelaufen hat H 33 s/w über Steinbrucharbeiter in Sachsen, gezeigt beim Dokumentarfilmfestival Leipzig (1975, 2022) und der Berlinale (1978) 1975 Wanderzirkus H 24 s/w Impressionen von einer Zirkusveranstaltung 1976 Blues ist einfach Leben , Helmut Heine D s/w 1976 Kinder kriegen? 18 s/w über Schwangerschaftsabbrüche, Preis in Neubrandenburg, Neuaufführung 1996 1977 Wolters Trude D 22 fa über das Leben einer 72-jährigen Landarbeiterin, DVD 1977 Jacki D 30 s/w über ein 14-jähriges Berliner Mädchen und dessen Umgebung; gezeigt bei Berlinale 1978 1977 Weil ich hier arbeite D 29 s/w über Arbeiter im Stahlwerk Hennigsdorf, gezeigt bei Berlinale 1978 1977 Der Prozeß Jörg Foth D 36 s/w über deutsch-polnische Liebesbeziehung, die von der Umgebung abgelehnt wird, Preis bei Studentenfestival in Budapest, gezeigt auf der Berlinale 1978 1978 Imbiß Ü 7 s/w aus einem Schnellimbiss am Berliner Alexanderplatz, DVD 1978 Sonnabend, Sonntag, Montagfrüh Ü s/w über Jugendliche am Wochenende in Brandenburg 1979 Ansichten oder ich weiß nicht, ob es akzeptiert wird… H s/w (1979) Orangemond (M) 56 s/w über einen unangepassten Jugendlichen, keine Fertigstellung nach dem Rohschnitt zugelassen, Erstaufführung 2024 1979 Verstecken (Helke Misselwitz) Ü 9 s/w über zwei jüdische Kinder, gezeigt bei Filmfestival Cottbus 2012 (1980) Wozu denn über diese Leute einen Film? s/w verboten, Erstaufführung 1989 1980 Bahnpostfahrer Ü 16 mit surrealistisch verknüpften Bildern 1980 Ein Leben (Helke Misselwitz) Ü 31 fa, s/w über eine Bäckersfrau, ausgezeichnet auf Filmfestivals in Leipzig und Oberhausen, DVD 1980 Ramona Spielfilm über eine junge Frau, die ihren möglichen Vater erstmals besucht 1980 Oyoyo H über ausländische Bewohner eines Studentenwohnheims in Berlin, um 2020 einer der gefragtesten Filme aus dem Hochschulfilmarchiv (1981) Frauen in Berlin (D) (139) sehr offene Interviews mit Frauen über ihr Leben, nach dem Rohschnitt nicht fertiggestellt, nur Kurzfassung und abgefilmte Kopie erhalten 1981 Juliane Ü s/w 1982 Femini – Rockband aus Berlin H fa 1982 Haus. Frauen. – Eine Collage Ü 15 fa ausgezeichnet in Oberhausen 1982 Die fidele Bäckerin D 59 Spielfilm über eine angepasste Frau in der NS-Zeit 1983 Ein Herbst im Ländchen Bärwalde 29 später weitere Aufführungen 1984 Hinter den Fenstern D fa 1985 Familie Grün fa --> 1985 Wacher sein und tiefer träumen D faDiplomfilm des Kameramanns Phi Tien Son 1986 Hofpause Ü 8 in einer Schule in Potsdam 1987 Alfred D 43 über einen Leipziger Altkommunisten und Anarchisten, Preis in Neubrandenburg 1989 Die Puhdys kommen 30 fa über Konzert der DDR-Rockband Puhdys bei Stuttgart 1989 Zug in die Ferne Ü 20 auf einem Bahnsteig in Potsdam West 1989 Jenseits von Klein Wanzleben D 41 fa 1990 So schnell es geht nach Istanbul 43 s/w Spielfilm nach Erzählung von Jurek Becker über Ost-West-Romanze kurz nach der Wende, fünf Preise in der Bundesrepublik, West-Berlin und Frankreich, DVD

Filme seit 1991 Sämtliche Filme sind Farbfilme. Jahr Titel Regie Sonstiges 2005 Netto 2006 Neun Szenen Diplomfilm 2006 Berliner Reigen Diplomfilm 2010 Topper gibt nicht auf 3D-Film 2011 Kriegerin Diplomfilm 2011 Dicke Mädchen Diplomfilm 2011 Frontalwatte fa --> 2012 Little Thirteen Koproduktion 2012 Nach Wriezen 2012 Am Himmel der Tag Koproduktion 2013 Love Steaks 2014 Anderswo 2016 Am Ende der Wald Bachelorfilm 2016 Zwischen den Stühlen Abschlussfilm 2017 Rakete Perelman Koproduktion, Abschlussfilm 2019 Im Stillen laut Abschlussfilm 2022 Wir könnten genausogut tot sein 2023 The Ordinaries

Literatur

Weblinks Deutsche Hochschule für Filmkunst Filmportal, mit einigen Filmen 1955–1969 Hochschule für Film und Fernsehen der DDR Filmportal, mit einigen Filmen 1969–1985

Hochschule für Film und Fernsehen der DDR "Konrad Wolf" Filmportal, mit einigen Filmen 1984–1989

Hochschule Potsdam-Babelsberg Dokumentarfilmgeschichte, mit über 120 Filmen Filmdatenbank Filmuniversität Babelsberg, mit über 200 Filmen seit 2000

Einzelnachweise

Studentenfilme der Filmuniversitat Babelsberg Konrad Wolf