mini|hochkant|James Arthur Hepburn von Bothwell, undatierte Fotografie Alexander James (Jacob) Robert Arthur Hepburn von Bothwell (* 26. Juni 1821 in Kreuznach; † 26. Dezember 1904 in Unkel) war ein Leutnant der preußischen Artillerie, Marineoffizier der Britischen, Preußischen, Norddeutschen und Kaiserlichen Marine, Förderer des Genossenschaftswesens und Lokalpolitiker.

Leben

Herkunft James Arthur Hepburn von Bothwell war ein Sohn des Ingenieurs und Lehrers am Kreuznacher Gymnasium James Alexander Hepburn von Bothwell, genannt Pfeifer, und dessen Ehefrau Maria Anna Josefine Schmitt (* 1792),Josef Ruland: Ferdinand Freiligrath 1876–1976. Verlag Rommerskirchen, Bonn-Bad Godesberg 1976, S. 116. einer Tochter des Kreuznacher Oberbürgermeisters Stanislaus Schmitt (* 1766; † nach 1823) aus Schönthal (ex Valle speciosa)Joseph Kehrein (Hrsg.): Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhundert. Band II. Leo Woerl, Zürich u. a. 1871, S. 107 (Google-Books). Axel Kuhn: Linksrheinische deutsche Jakobiner. Aufrufe, Reden, Protokolle, Briefe u. Schriften 1794–1801. Metzler, Stuttgart 1978, S. 344. und seiner Frau (⚭ 1791) Katharina Womrath (* 1775).Angaben abgerufen über FamilySearch.org am 21. April 2023. Arthur von Bothwell war fest davon überzeugt, ein Nachkomme von James Hepburn, 4. Earl of Bothwell, Ehemann der Maria Stuart, zu sein.

Eintritt in die Preußischen Armee Arthur von Bothwell trat als Offiziersanwärter in das 2. (Pommersche) Feld-Artillerie-Regiment der Preußischen Armee in Stettin ein. Am 13. Oktober 1842 wurde er Seconde-Lieutenant im 2. Artillerie-Regiment.Rang- und Quartier-Liste der Königlich-Preußischen Armee für das Jahr 1845. E. S. Mittler, Berlin 1845, Anciennetätsliste, S. 421 (Google-Books). Noch als Premier-Lieutenant 1852 wurde er in diesem Regiment geführt. Bald (bis 1853) wurde er zur Dienstleistung bei der Marine abkommandiert.Ranglisten der Königlich Preußischen Marine aus den Jahren 1848 bis 1864. E. S. Mittler, Berlin 1894, S. 2, 12 u. ö.

Das Generalkommando des II. Armeekorps in Stettin erhielt 1848 den Befehl, alle geeigneten Leute aus den vorhandenen Truppenteilen an ein provisorisch eingerichtetes „Marine-Bataillon der zweiten Flottillen-Division zu Stettin“ abzugeben; unter den vier bereits eingetretenen Offizieren waren die Artillerie-Lieutenants Karl Christian Galster und Arthur von Bothwell.Paul Koch: Preußens Ruderkanonenboote. In: Marine-Rundschau, 1895, 6, S. 140–155 bes. S. 151; .

1847 heiratete er am Standort seines Artillerie-Regiments in Stettin. Ab dem 1. Oktober 1848 wurde von Bothwell beim Marine-Depot in Stralsund eingesetzt.Adolf Jordan: Geschichte der brandenburgisch-preußischen Kriegs-Marine. F. Heinicke, Berlin 1856, S. 243 (Google-Books).

Abordnung zum Dienst in der Royal Navy (1851–1853) mini|HMS Arrogant, Kiellegung 1848 Aufgrund von Absprachen, die Prinz Adalbert von Preußen getroffen hatte,Karl Ferdinand Batsch: Admiral Prinz Adalbert von Preußen. Kurt Brachvogel, Berlin 1890, S. 252 (Google-Books). konnte Bothwell einen Dienst als Seekadett in der britischen Marine antreten, er war von 1851 bis 1853 Midshipman auf der Schraubenfregatte HMS ArrogantLeipziger Zeitung, 6. Februar 1851, Nr. 37, S. 703 (Google-Books). Magdeburger Zeitung, 25. März 1852, Nr. 72 (Google-Books). unter Captain Stephen Grenville Fremantle, esq. (1810–1860). Das Schiff wurde 1852 in der britischen Baltischen Flotte von Admiral Charles John Napier auf der Ostsee eingesetzt. Die Flotte blockierte die Newa; im September 1854 kehrte Napier mit der Paddelfregatte HMS Gladiator und dem Linienschiff der dritten Klasse HMS Cumberland nach London zurück.Agramer Zeitung, 16. September 1854, 29, Nr. 212, S. 806 (Google–Books).

Am 13. Dezember 1852 wurde Seconde-Lieutenant Bothwell vom 2. Artillerie-Regiment zum Premier-Lieutenant befördert.Militär-Wochenblatt, 25. Dezember 1852, 36, Nr. 52, S. 236 (Google-Books). Preußische Wehr-Zeitung, 30. Dezember 1853, 5, Nr. 53 (= 456), S. 2907 (Google-Books). Der Premier Lieutenant v. Bothwell vom 2. Artillerie-Regiment, welcher seit dem Jahre 1851 zur Dienstleistung bei der britischen Marine kommandiert war, befand sich nach Zeitungsmeldungen im März 1853 wieder in Deutschland und war dem Königlichen Oberkommando der Marine attachirt. Er werde wahrscheinlich bald definitiv zur Königlichen Marine übertreten.Preußische Wehr-Zeitung, 27. Dezember 1853, 5 (1852/1853), Nr. 78 (= 481), S. 3062 (Google-Books). Tatsächlich wurde er am 8. April 1853 zur Dienstleistung bei der Marine kommandiert,Preußische Wehr-Zeitung, 7. April 1853, 5 (1852/1853), Nr. 84 (= 487), S. 3100 (Google-Books). und am 21. Dezember 1853 wurde der frühere Premierlieutenant im 2. Artillerie-Regiment von Bothwell als Leutnant zur See 2. Klasse bei der Marine angestellt.Militär-Wochenblatt, 25. Februar 1854, 38, Nr. 8, S. 40; .

Wilhelmshaven (1854) Mitte August 1854 logierte Prinz Adalbert von Preußen mit seinem engsten Stab, darunter sein Adjutant Herr Lieutenant v. Bothwell, auf der oldenburgischen Insel Wangerooge.Jeversches Wochenblatt, 23. August 1854, 68, S. 494. mini|Übernahme des von Oldenburg an Preußen abgetretenen Jadegebiets durch den Prinzen Adalbert von Preußen am 23. November 1854 Am 23. November 1854 begleiteten der Lieutenant zur See Bothwell, Korvettenkapitän Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld, Hauptmann à la suite Karl von Kraewell als Adjutant, sowie die Geheimen Admiralitätsräte Ernst Gaebler und Samuel Gottfried Kerst den Admiral Prinz Adalbert von Preußen bei der Inbesitznahme des zuvor oldenburgischen Kriegshafens Wilhelmshaven für Preußen gemäß dem Jade-Vertrag von 1853. Das Großherzogtum Oldenburg wurde von Innenminister Karl von Berg und Regierungsrat Theodor Erdmann vertreten.Karl Ferdinand Batsch: Admiral Prinz Adalbert von Preußen. Kurt Brachvogel, Berlin 1890, S. 248 (Google-Books).

Werft-Besuche in Großbritannien und Frankreich (1855) 1855 lebte der Leutnant zur See 2. Klasse und Adjutant v. Bothwell in Berlin in der Oranienburger Straße 37. Während des Krimkrieges schickte Prinz Adalbert von Preußen seinen Adjutanten,Militär-Wochenblatt, 25. Februar 1854, 38, Nr. 8, S. 40; . den Premierlieutenant zur See von Bothwell, im Juli 1855 mit Plänen der Marineschiffbau-IngenieureRanglisten der Königlich Preußischen Marine aus den Jahren 1848 bis 1864. E. S. Mittler, Berlin 1894, S. 18, 36, 38, 42, 57, 67, 69 und 76. Carl Ludwig Friedrich Randow († nach 1876)Karl Ludwig Friedrich Randow aus Stettin, auch tätig in Danzig, 1844 Meister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland zu Berlin, Verfasser von Preußisches Marinelied, vertont von Carl Loewe; Otto Altenburg: Die Anfänge der preußischen Kriegsmarine in Stettin. 2. Auflage. Moninger, Karlsruhe 1936, S. 55. und Felix Devrient (1825–1907) für Schraubenfregatten zu Machbarkeits-Recherchen nach Großbritannien und Frankreich.Paul Koch: Die „Arkona“-Klasse. In: Marine Rundschau, 1896, 7, S. 727–746, bes. S. 729 (Google-Books) = ders.: Beiträge zur Geschichte unserer Marine. NF. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1900, S. 3.

Teilnahme am Gefecht von Tres Forcas (1856) Nachdem am 7. Dezember 1852 die Stettiner Handels-Brigg Flora unter Kapitän Witt auf der Reise von Newcastle nach Marseille mit Steinkohlen von berbersprachigen Piraten (Beni Julafa-Kabylen) überfallen worden war,Wiener Zeitung, 30. Dezember 1852, Nr. 299, S. 1194 (Google-Books). wobei der Matrose Maaß getötet wurde,Regensburger Zeitung (1853), Nr. 1, vom 1. Januar 1853, S. 2 (Google-Books). plante Prinz Adalbert von Preußen eine Strafexpedition „zur Beunruhigung der marokkanischen Küste“ („Kanonenbootpolitik“).Karl Ferdinand Batsch: Admiral Prinz Adalbert von Preußen. Kurt Brachvogel, Berlin 1890, S. 238. Der preußische Generalkonsul für Spanien und Portugal Julius von Minutoli unternahm deswegen eine Erkundungsfahrt mit Premierlieutenant von Bothwell.Karl Ferdinand Batsch: Admiral Prinz Adalbert von Preußen. Kurt Brachvogel, Berlin 1890, S. 241. Paul Koch: Die Seeexpedition gegen Marokko. In: Marine-Rundschau, 1895, 6, S. 1–10, bes. S. 6–9; . Auf der Fahrt ins Mittelmeer kam es zu einem Zerwürfnis zwischen Prinz Adalbert und Korvettenkapitän Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld, der Danzig in Cherbourg verlassen musste.Margret Dorothea Minkels: Reisen im Auftrag preussischer Könige gezeichnet von Julius von Minutoli. Norderstedt 2013, S. 306 (Google-Books).

Am 9. März 1855 wurde von Bothwell unter Belassung in seinem Verhältnis als Adjutant des Oberbefehlshabers der Marine zum Leutnant zur See 1. Klasse befördert.Militär-Wochenblatt, 14. April 1855, 39, Nr. 15, S. 60 (Google-Books). Adolf Jordan: Geschichte der brandenburgisch-preußischen Kriegs-Marine. F. Heinicke, Berlin 1856, S. 248 (Google-Books). 1856 wohnte der Leutnant zur See 1. Klasse und Adjutant in Berlin in der Linkstraße 37. mini|Die Landung der SMS Danzig bei Tres Forcas, Gemälde von Alexander Kircher An dem Gefecht von Tres Forcas an der marokkanischen Küste bei Melilla mit Rifkabylen am 7. August 1856,Auszug aus dem Logbuch der Danzig: Wilhelm Joest: Welt-Fahrten. Beiträge zur Länder- und Völkerkunde. Band 1. A. Asher, Berlin 1895. S. 343–345 (Google-Books). bei dem Admiral Adalbert von Preußen verwundet wurde, hat als Erster Offizier des Raddampfers SMS Danzig auch der Premierlieutenant Arthur von Bothwell teilgenommen.Karl Ferdinand Batsch: Admiral Prinz Adalbert von Preußen. Kurt Brachvogel, Berlin 1890, S. 241 und 268–270 (Google-Books). Ein Offizier und sechs Mannschaftsangehörige der SMS Danzig fielen bei dem Gefecht, die übrigen retteten sich auf dem Schiff nach Gibraltar. Leutnant von Bothwell brachte dabei den schwer verwundeten Adjutanten des Prinzen Adalbert von Preußen Leutnant zur See 1. Klasse Theodor Niesemann († 1856), der später seinen Verletzungen erlag, unter Feuer in das Landungsboot.Heinrich von Holleben: Deutsches Flottenbuch. Erlebnisse eines Seekadetten in Krieg und Frieden. 10. Auflage. Springer, Berlin 1905, S. 241 (Google-Books). Am 5. November 1856 kehrte SMS Danzig nach Neufahrwasser (Nowy Port) zurück.Paul Koch: S. M. S. „Danzig“. In: Marine Rundschau 5 (1894), S. 117–134 und 169–181, bes. S. 173–175 (Google-Books).

1857 reiste Arthur von Bothwell mit seiner Frau Julie nach Le Havre de Grâce, um den Bau der preußischen Yacht Grille auf der französischen Werft Chantiers et Ateliers Augustin Normand zu überwachen. Carl Loewe besuchte Tochter und Schwiegersohn in der Normandie.Henry Joachim Kühn: Johann Gottfried Carl Loewe: ein Lesebuch und eine Materialsammlung zu seiner Biographie. Händel-Haus, Halle 1996, S. 143. Leutnant zur See 1. Klasse bzw. Corvetten-CapitainNachricht über die Beförderung. In: Allgemeine deutsche Militair- und Marine-Zeitung, 30. November 1857, 1, Nr. 48, S. 410; . Bothwell war vom 3. Juni bis 22. Oktober 1858 unter Entbindung von seinem Commando als Adjutant bei SKH Prinz Adalbert erster Kommandant der Grille.Allgemeine deutsche Militair- und Marine-Zeitung, 8. Juni 1857, 1, Nr. 23, S. 190 . 1908 erinnerte Kaiser Wilhelm II. mit einem Tagesbefehl an das 50-jährige Jubiläum dieser Kommandoübernahme.Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 4. Juni 1908, 47, Nr. 130, S. 1; ZRFYS. Jeversches Wochenblatt, 5. Juni 1908, Nr. 131, S. 1058; Digitalisat der Landesbibliothek Oldenburg. Von Ende 1857 bis Oktober 1861 war Arthur von Bothwell Corvetten-Kapitän mit dem Rang eines Majors.Ranglisten der Königlich Preußischen Marine aus den Jahren 1848 bis 1864. E. S. Mittler, Berlin 1894, S. 29, 34, 46 und 51; .