mini|Seit den 1990er Jahren populäre Form eines Skateboards

Ein Skateboard [], auch Rollbrett genannt, ist ein Brett mit zwei Achsen und vier Rollen, auf dem man sich stehend durch Abstoßen vom Untergrund mit einem Bein (Pushen) oder mit einer besonderen Technik des abwechselnden Drucks beider Füße zu den Außenseiten des Skateboards durch geschickte Gewichtsverlagerung (Pumpen) fortbewegen kann.

Das Skateboard wird nur selten als reines Fortbewegungsmittel eingesetzt. Das Skateboarding hat sich vielmehr im Lauf der Jahrzehnte zu einer Sportart mit einem reichen Repertoire an Tricks und einer eigenen Kultur entwickelt. Die Tricks bestehen meistens aus Sprüngen und werden oft in Kombination mit Drehungen des Skateboards sowie des Körpers ausgeführt.

Geschichte des Skateboards

1910er–1940er Jahre: Erste Vorläufer mini|Kinder wurden mit dem funktionalen Scooter Skate kreativ (1930er)

Zu den frühesten Vorläufern zählen Roller wie der Scooter Skate (1930er Jahre) und der Skeeter Skate (1945) sowie die schlittenähnlichen Kne-Koster (1925) und Flexy-Racer (1932). Die größten Einflüsse hatten die Kickroller für Kinder, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts populär geworden waren. Ab etwa 1910 wurden diese behelfsmäßigen Roller aus einem 5 × 10 cm großen Holzbrett, einer Obstkiste und einem einzigen Rollschuh zusammengeschustert. Wie in Ban This (Stacy Peralta, 1989) dargestellt, konnte man sich an den hölzernen Lenkstangen festhalten und mit einem Fuß schieben, um schnell über Bürgersteige und durch Gassen zu fahren.

Die ersten Skateboards waren im Wesentlichen Roller, die ohne Kiste und Lenker auskamen, wie in Bruce Browns frühem Skateboard-Kurzfilm America’s Newest Sport (1966) beschrieben. Diese primitiven Geräte entstanden in den 1930er Jahren durch die Experimente der Surfer von La Jolla. Der erste kommerzielle Roller dieser Art war der dreirädrige Scooter Skate – ein Skateboard-Scooter-Hybrid, der mit oder ohne den mitgelieferten Griff gefahren werden kann. Das bauchige, raketenartige Metalldeck hatte eine Fahrfläche von 16,5 × 33 cm, mit Stahlrädern im Rollschuh-Stil. Es gab keinen Dreh- oder Lenkmechanismus.

1945 kam der vierrädrige Skeeter Skate aus Aluminium auf den Markt. Der Scooter mit einer Fahrfläche von 11,1 × 40 cm und abnehmbarem Griff führte eine einzigartige Innovation ein: die ersten Lenkachsen oder „Trucks“, die es dem Fahrer ermöglichen, sich zum ersten Mal zu drehen.

1950er Jahre: Asphaltsurfer Der Anfang der Entwicklung des modernen Skateboards, früher auch „Asphaltsurfer“ genannt, liegt in den 1950er Jahren und entstand durch die Übertragung des Wellenreitens auf den Asphalt und Beton. Die Wurzeln des Asphaltsurfens liegen in Kalifornien. Surfer suchten nach einer ähnlichen Aktivität, die sie ausüben konnten, wenn die Wellen im Meer flach waren. Die ersten Skateboards waren selbst zusammengebaute Holzbretter mit Rollen, die von Rollschuhen übernommen und untergeschraubt wurden. Das war der Anfang des modernen Skateboards und des Skateboardens, das „Sidewalk Surfing“ genannt wurde. Diese Skateboards waren schwer zu fahren oder gar zu manövrieren. Sie wurden meistens selbst gebaut, da es zu dieser Zeit keine Geschäfte gab, die Skateboards verkauften. Diese Do-it-yourself-Kultur ist immer noch stark in der Skateboardszene verankert. Viele Skater fuhren ihre Skateboards, anders als heute, barfuß.

1960er Jahre: Die ersten kommerziellen Skateboards In den 1960er Jahren war das Skateboarden immer noch ganz und gar mit dem Surfen verbunden und von diesem beeinflusst. Aus diesem Grund begannen Surf-Unternehmen in ganz Kalifornien mit der Herstellung und dem Verkauf von hochwertigen Skateboards mit Rollen aus Metall. Der Trend setzte sich durch, und das erste Board, das in Massenproduktion hergestellt wurde, war das „Roller Derby“, das bereits 1959 von dem gleichnamigen Rollschuhhersteller auf den Markt gebracht wurde. Die Bretter waren flach oder fielen an den Enden gewölbt ein, bei dem die Mitte des Brettes entweder flach oder am stärksten ausgeprägt war (ähnlich wie die heutigen Pennyboards). Die Rollen wurden von den damaligen kommerziellen Rollschuhen übernommen und bestanden aus Stahl.

In den nächsten Jahren, von Anfang 1963 bis 1966, kamen Unternehmen wie Makaha und Hobie hinzu, die Skateboards von besserer Qualität für einen aufstrebenden Markt entwickelten. Diese neuen Bretter hatten Rollen aus Ton und Achsen, die speziell darauf zugeschnitten waren. Unternehmen wie Hobie fingen erstmals an, Skateboarderinnen wie Patti McGee zu sponsern, um ihre Produkte zu vermarkten. Zur selben Zeit wurden die Skateboards öffentlich und in den Medien stark kritisiert, was zum Teil auf die minderwertigen Tonrollen zurückzuführen war, aber auch auf Sicherheitsbedenken wegen der Gefährlichkeit der Aktivität. Viele Eltern waren lautstark und aktiv um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt. Presseberichte über tödliche Unfälle, unter anderem unter Beteiligung von Autos, vergrößerten die Vorbehalte der Bevölkerung und schreckten die große Masse vor den neuen Skateboards ab.

1969 erfand Larry Stevenson das Kicktail (ein nach oben geneigtes Ende), das die Formen des Skateboards für immer veränderte. Praktisch alle folgenden Skateboards hatten ein Kicktail, weil es den Skatern eine bessere Manövrierfähigkeit bietet. In Verbindung mit Frank Natsworthys Erfindung der Polyurethanrollen von 1972 wurde das Skateboarden nach einigen Jahren des Stillstands mit neuen Skateboardmodellen wiederbelebt, die einen neuen Stil des Skatens hervorbrachten. Das Ersetzen der bisher verwendeten Rollen aus gebranntem Ton durch solche aus Polyurethan bedeutete einen großen technischen Fortschritt mit besseren Haft- und Rolleigenschaften. Die neuen Rollen ermöglichten dem Fahrer eine viel schnellere und kontrolliertere Fortbewegung in unterschiedlichem Gelände. Außerdem waren sie viel sicherer, da die Rollen beim Aufprall auf einen kleinen Stein oder ein anderes Hindernis nicht automatisch stoppten (und damit den Fahrer abwarfen). Kurz nach dem Fortschritt durch die Urethan-Räder stellte Ron Bennett 1973 die ersten professionellen „High-Performance“-Trucks vor, die einen größeren Abstand zwischen dem Board und dem Boden sowie ein weitaus höheres Maß an Manövrierfähigkeit im Vergleich zu den alten Chicago-Trucks boten, die ursprünglich für Rollerskates entwickelt worden waren. mini|Für die 1970er typische Form eines Skateboards

1970er Jahre: Neue Skateboards mit Kicktail Das Zephyr-Skateteam und Z-Flex entwickelten die Kicktail-Boards weiter und stellten sie aus Kunststoff statt aus Holz her, was ihre Lebensdauer erhöhte. Der heute älteste Skateboardhersteller der Welt, Santa Cruz, verwendete 1973 erstmals Fiberglas. Auch Surfshops begannen mit der Entwicklung von Glasfaser-Boards (bis etwa 1975), die bei den Surfern einen sofortigen Erfolg hatten und immer beliebter wurden. Das führte dazu, dass die Unternehmen mit verschiedenen Arten von Skateboard-Decks experimentierten, die sie aus allen möglichen Materialien von Holz bis Aluminium herstellten. Diese neuen Bretter mit Polyurethan-Rädern und Ende der 1970er Jahre auch mit breiteren Noses (Spitze des Skateboards) waren die perfekte Ergänzung zu der neuen Trendwelle des Pool-Skatens, die sich in der Skateszene entwickelte.

1980er Jahre: Stagnation und Aufschwung durch den Film Zurück in die Zukunft Anfang der 1980er Jahre wurden moderne Rollerskates oder Disco-Roller genannt enorm populär und verhinderten, dass Skateboarden weiterhin an Popularität zunahm. Das änderte sich mit dem Kinofilm Zurück in die Zukunft von 1985, in dem die von Michael J. Fox gespielte Hauptfigur ein Madrid/Valterra-Skateboard als „Verkehrsmittel“ nutzte. Rodney Mullen entwickelte in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts viele Standardtricks auf dem Skateboard wie Kickflip, Heelflip und 360 Flip. Den Ollie, der 1981 durch Alan „Ollie“ Gelfand in Betonpools erfunden wurde, übertrug Mullen ins Flat. Bis zum Ende des Jahrzehnts hatten Skateboards meist eine flache und spitz zulaufende „Nose“ und waren breiter als die heutigen, sie ähnelten äußerlich mehr den modernen Surfskates.

1989 bis heute: Das Double-Tail 1989 erschien das Barnyard-Board von Mike Vallely. Es hatte die erste moderne Skateboard-Form und wohl auch die einflussreichste für alle nachfolgenden Skateboards. Das Board verfügte über ein Double-Tail (zwei nach oben geneigte Enden) und war das erste Board mit symmetrischer Form. Die Erfindung des Double-Tails, oder auch Popsicle Stick Board genannt, wurde von vielen Streetskatern übernommen, die in der schrägen Nose und dem Tail den perfekten Mechanismus für neue Flip-Tricks, Grinds und Slides sahen. In den 1990er Jahren wurden Skateboards zu dem Produkt, wie wir es heute kennen, und machten einen großen Sprung in den Mainstream.

Die Konstruktion der gummigepufferten Achslagerung, die das Lenken durch seitliche Gewichtsverlagerung am Brett ermöglicht und sich selbst auf Geradeaus zurückstellt, ist bis heute gebräuchlich. Diese Aufhängung wurde später auch vorne beim Skatebike und anderen Hybriden angewandt. Die alternativen Lenkmechanismen von Snake- und Waveboard erreichten erst um etwa 2005/2010 Europa. alt=Die Evolution des Skateboards|zentriert|mini|570x570px|Die Evolution des Skateboards

Aufbau Das „Setup“ bezeichnet alle zusammengestellten Komponenten, die das Skateboard bilden. Je nach bevorzugtem Fahrstil des Skaters können z. B. Deck oder Räder variieren.

Bestandteile eines klassischen Skateboards sind: mini|177x177px|Verschiedene Kugellager für Skateboard-Rollen 246x246px|mini|Unterseite verschiedener Skateboards (Decks) mini|179x179px|Griptape auf einem Wakeskate-Modell 222x222px|mini|Skateboardachse (Truck) alt=Der Aufbau von Skateboardtrucks veranschaulicht|mini|Der Aufbau von Skateboardtrucks veranschaulicht

Bearings Bearings sind die Kugellager; dafür werden je zwei pro Rolle, also acht für das gesamte Board, benötigt. Sie sind genormt und erlauben den Rollen die reibungsarme Drehung. Diese Kugellager sind im 627-Z-Format (Innendurchmesser von 7 mm) oder im 608-Z-Format (Innendurchmesser von 8 mm), die beide bis auf den Innendurchmesser identisch sind.

Das Kugellager besteht aus einem größeren Außen- sowie einem kleineren Innenring. Zwischen den beiden Ringen sind Stahlkugeln (seltener auch Kugeln aus Keramik) gelagert. Sie werden durch Schutzkappen, welche die Kugeln vor Schmutz und Staub schützen, geschlossen. Unterschieden wird zwischen geschlossenen (ZZ) und halb geschlossenen (Z) Kugellagern. Halb geschlossene Lager verfügen nur über eine Abdeckscheibe. Das macht sie empfindlicher, doch dafür schneller. Einige Hersteller bieten Kugellager mit einer sogenannten „Labyrinth-Abdeckung“ an, welche das Innere vor direkter Staubablagerung schützt.

Die Kugellager sind in unterschiedlicher Qualität erhältlich. Die Präzision der Lager wird in ABEC angegeben und reicht von ABEC 1 bis ABEC 9, wobei eine höhere Zahl bessere Qualität angibt.

Einem Satz Kugellager liegen oft vier Spacer bei. Sie sollen die Kugellager vor dem Eindrücken schützen. Spacer werden bei der Montage zwischen beide Kugellager im Inneren der Rolle auf den Achsstift geschoben.

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