mini|hochkant|Charles Dupuy Das dritte Kabinett Dupuy war eine Regierung der Dritten Französischen Republik. Es wurde am 2. Juli 1894 von Premierminister (Président du Conseil) Charles Dupuy gebildet und löste das Kabinett Dupuy II ab. Es blieb bis zum 18. Januar 1895 im Amt und wurde vom Kabinett Ribot III abgelöst.

Dem Kabinett gehörten Minister folgender Fraktionen (Gruppen) an: Association nationale républicaine (ANR), Républicains modérés (RM), Républicains de gouvernement (RdG), Union républicaine (UR) und Gauche radicale (GR). Es unterscheidet sich personell nicht vom Kabinett Dupuy II.

Kabinett Dem Kabinett gehörten folgende Minister an:

Premierminister: Charles Dupuy (ANR) Innenminister und Religion: Charles Dupuy Justizminister: Eugène Guérin (ANR) Außenminister: Gabriel Hanotaux (RM) Finanzen: Raymond Poincaré (RDG) Minister für öffentlichen Unterricht und Religion: Georges Leygues (RdG) Kriegsminister: Auguste Mercier Minister für Marine: Félix Faure (RdG) Minister für öffentliche Arbeiten und Sozialversicherung: Louis Barthou (ANR) Minister für Handel, Industrie, Post und Telegraphie: Victor Lourties (UR) Landwirtschaftsminister: Albert Viger (GR) Kolonialminister: Théophile Delcassé (GR)

Historische Einordnung mini|Begräbnis Sadi Carnots Nach der Ermordung Sadi Carnots wählte die Nationalversammlung Jean Casimir-Perier zum neuen Staatspräsidenten.

mini|Fotografie der Vorderseite des „Bordereau“ im Fall Dreyfus. Am 15. Oktober 1894 wurde Hauptmann Alfred Dreyfus wegen Geheimnisverrats verhaftet. Am 1. November veröffentlichte das rechte Blatt La Libre Parole einen ersten antisemitisch gefärbten Artikel über den Vorgang. Am 22. Dezember wurde Dreyfus verurteilt. Damit hatte die Dreyfus-Affäre begonnen, die Frankreich für die nächsten Jahre im Griff halten sollte.

Mit einem Rundschreiben, in dem er die Präfekten aufforderte, sozialistischen Tendenzen entgegenzutreten, nahm Dupuy zum Streik in Carmaux Stellung. Das dritte Gesetz der Schurkengesetze wurde erlassen.Wikisource Les Lois Scélérates de 1893-1894 Am 5. November verabschiedete die Regierung ein Gesetz, das die Finanzierung der französischen Bauern durch die Gründung lokaler landwirtschaftlicher Kreditkassen sicherstellte, um die Ersparnisse in die Landwirtschaft zu lenken. Mit dem Siegfried-Ribot-Gesetz schuf die Regierung preiswerten Wohnraum.Siehe hierzu auch weiterführend den Artikel Habitation à bon marché in der französischsprachigen Wikipédia.

Der nationalistische Abgeordnete Joseph-Henry Michelin brachte in der Kammer einen Gesetzentwurf ein, der darauf abzielte, Franzosen ausländischer Herkunft aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen: „Seit zu langer Zeit ist Frankreich zur Beute von Ausländern und Juden geworden. […] Wir wollen Frankreich den Franzosen zurückgeben und vor allem die Judenfeindschaft beseitigen, die all die Skandale, deren Zeugen wir sind, hervorgebracht hat.“

Nachdem er eine Abstimmungsniederlage erlitten hatte, trat Dupuy mit seinem Kabinett zurück, ohne vorher den Staatspräsidenten zu informieren.

Präsident Casimir-Perier nahm dies zum Anlass, um selbst zurückzutreten und mit den politischen Zuständen abzurechnen:

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Dupuy III Kategorie:Politik 1894 Kategorie:Politik 1895