mini|Richard Samesreuthers Unterschrift Richard Samesreuther (* 21. Januar 1880 in Rastenburg, Ostpreußen; † 6. April 1946) war ein Kupferschmied, Apparatebauunternehmer, Erfinder und Pionier der Kupferschweißung.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Abbildung des in der Fachzeitschrift Der Apparatebau erschienenen Artikels, Zum 60 Geburtstag Richard Samesreuthers, S. 48. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V.

Familie Samesreuther heiratete eine Frau namens Margarete, geb. GonscherowskiHeirat mit Richard Samesreuther on,ine auf gedbas.genealogy, Quellenhinweis: Artikel in der Königsberger Hartungsche Zeitung am 30. Juni 1913, Nr. 300 Abend-Ausgabe (Aufgerufen am 29. Juli 2022.), mit der er drei Kinder hatte, die Söhne Eckard (* 20. Juni 1914) und Reinhard (* 1. September 1919; † 1985)Samesreuther, Reinhard online auf porzellan-selb.de (Aufgerufen am 18. Juli 2022.) und die Tochter Renate.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Erläuterung auf S. 55. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. Sein Schwager war der deutsche Chemiker und SS-Obersturmbannführer Georg Kränzlein (1881–1943).Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Erläuterung auf S. 35. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. Dieser war im Jahre 1922 Mitbegründer und von 1933 bis 1943 Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission für Alizarin und Küpenfarbstoffe der I.G. Farben in Höchst. Aufgrund gemeinsamer Interessen arbeiteten Samesreuther und Kränzlein gemeinsam an technischen Entwicklungen und deren Patentierung.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Erläuterung auf S. 42. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V.

Leben und Wirken In Rastenburg besuchte Richard Samesreuther die Mittelschule. Nach deren Abschluss begann er zunächst eine Ausbildung zum Gießer, Schlosser, Dreher und Modellschreiner bei einer ortsansässigen Maschinenfabrik. Nach gut einem Jahr wechselte er in die Kupferschmiede seines Onkels, wo er eine Ausbildung als Kupferschmied absolvierte.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Hinweis auf S. 5. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. Als Geselle fand er 1898 eine Anstellung bei einer befreundeten Firma in Königsberg, Ostpreußen. Nach etwa einem Jahr wechselte er zu der in Danzig ansässigen Firma Paul Neubäcker, wo sich Samesreuther erstmals mit Vakuum-Eindampfern beschäftigte.

Im Anschluss an seine Militärzeit, 1902, arbeitete er wieder bei der Firma Neubäcker, wo er vor allem bei der Montage und Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Anlagen im In- und Ausland eingesetzt wurde. Im selben Jahr besuchte er die Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf. Bis zu jener Zeit waren als Verbindungsmöglichkeiten von metallischen Bauteilen neben dem Schrauben oder Nieten nur das Löten und das Feuerschweißen bekannt. Deswegen interessierte sich Samesreuther bei seinem Besuch der Ausstellung für die erstmals in Deutschland der Öffentlichkeit vorgestellte Technologie des Gasschmelzschweißens, durch die Eisen und andere Metalle stoffschlüssig verbunden werden konnten. Die 1896 vom belgischen Ingenieur Félix Jottrand gegründete Gesellschaft L'Oxhydrique Internationale führte das mit einem Wasserstoff-Sauerstoff-Brenner funktionierende Verfahren vor.Dr. Thibault Jakobs, L'Oxhydrique Internationale, Unternehmensgeschichte mit Lageplan (franz.) (Aufgerufen am 18. Juli 2022.) Die Ausbildung als Kupferschmied und der Umgang mit einer offenen Flamme half Samesreuther dieses neue Schweißverfahren rasch zu erlernen. Im Jahre 1911 besuchte er die internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden.Die Internationale Hygiene-Ausstellung 1911 dhm.de auf Lebendiges Museum Online (Aufgerufen am 18. Juli 2022.) Dort traf er erstmals auf den in Düren eine Kupferschmiede und Apparatebaufirma betreibenden Carl Canzler. Dieser stellte Samesreuther als Werkstattmeister ein.

Basierend auf der Erfindung des Gasschmelzschweißens sollte das Verfahren zur autogenen Schweißung von Kupfer die große Erfindung im Apparatebau werden. Doch weil in den ersten Jahren, trotz mannigfaltiger Versuche, keine befriedigenden Ergebnisse erzielt werden konnten, forschten Samesreuther und Canzler gemeinsam daran, eine Lösung für die Hauptproblematik beim Kupferschweißen zu finden.Carl Canzler: Chronik zum 50. Firmenjubiläum. 1890–1940 Von der Kupferschmiede zum Großapparatebau. Hinweis S. 14, im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. Für die unangenehme Eigenschaft des Kupfers, in erhitztem und geschmolzenem Zustand gierig Gase aufzunehmen, die seine guten mechanischen Eigenschaften verderben. Die endgültige Lösung fanden sie, indem sie dem Kupferschweißdraht unter Beibehaltung des zuvor bereits hinzugefügten desoxidierenden Phosphoranteils Silber zusetzten. Gemeinsam hatten sie den Canzler-Draht erfunden. Für das „Verfahren zum Schweißen von Kupfer unter Verwendung eines phosphorhaltigen Kupferdrahtes als Zusatzmaterial“ wurde ihnen am 1. Oktober 1912 vom Kaiserlichen Patentamt das Patent erteilt.Patenturkunde aus dem Firmenarchiv der Buss-SMS-Canzler GmbH, Zweigniederlassung Düren. im online-Forum des Geschichts- und Heimatvereins der Herrschaft Merode e. V. (Aufgerufen am 18. Juli 2022.) Am 14. Juli 1914 erteilte ihnen das United States Patent and Trademark Office das Patent für den von ihnen erfundene Canzler-Draht.

Die Vermarktung des Canzler-Drahtes und der zum Schweißen benötigten, ebenfalls von ihnen erfundene Canzler-PasteCarl Canzler. Chronik zum 50. Firmenjubiläum. 1890–1940 Von der Kupferschmiede zum Großapparatebau. Hinweis mit Fotos von Canzler-Draht und -Paste (S. 15–16), im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. online im Internet Archive (Aufgerufen am 4. September 2022). übernahm eine Partnerfirma; das auf dem Gebiet des Autogenschweißens international tätige Autogenwerk Sirius aus Düsseldorf-Eller.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Erläuterung auf S. 10. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. Im Jahre 1913 wurde Richard Samesreuther beim Autogenwerk eingestellt. Als „Reisebeamter für Einführung, Verkauf, Vorführung und Montage der Fabrikate von Sirius, insbesondere der Einführung des Kupferschweißverfahrens im In- und Ausland“. Während jener Zeit erkannte Samesreuther das große Potential von kupfernen Lokomotivfeuerbüchsen. Für die Reichsbahn-Ausbesserungswerkstätten Magdeburg-Salbke entwickelte er eine Schweißmethode, mit der er dickwandiges Kupfer bis 16 mm, wie es in Feuerbüchsen Verwendung fand, verschweißt werden konnte. Dabei wurden die Bleche doppelseitig-gleichzeitig autogengeschweißt, unmittelbar nach dem Schweißen gehämmert, dann nochmals geglüht und abgeschreckt. Aufgrund des Erfolges wies das Eisenbahn-Zentralamt auch die anderen Ausbesserungswerke zum Einsatz der neuen Methode an, beispielsweise auch das Reichsbahn-Ausbesserungswerk Grunewald. Der damalige Regierungsbaurat, Adolf Bothe, Leiter der Betriebsabteilung für Lokomotiven, verfasste eine Anleitung, Das Kupferschweißverfahren insbesondere bei Lokomotiv-Feuerbüchsen, die 1923 publiziert wurde.Bothe, Adolf, Das Kupferschweißverfahren insbesondere bei Lokomotiv-Feuerbüchsen Julius Springer Verlag, Berlin 1923 online im Internet Archive abgerufen am 5. Februar 2024. Bis zu jener Zeit wurden kupferne Feuerbüchsen ausschließlich mittels Eisennieten zusammengebaut, was durch die von Samesreuther entwickelte Schweißanweisung ersetzt wurde. Ab 1923 wurde sein Verfahren auch beim Bau von Feuerbüchsen eingesetzt.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Erläuterung auf S. 10. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V.Erwähnung der von Samesreuther entwickelten Schweißmethode von Feuerbüchsen in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Engineering & Technology – Metals & Alloys, Ausgabe Nov. 1930 online auf Internet Archive (Aufgerufen am 18. Juli 2022.)Die Anwendung und Beschaffenheit des Canzler-Drahtes bei der Kupferschweißung. Insbesondere an Lokomotiv-Feuerbüchsen, Hrsg. Carl Canzler, Düren. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. […] „Nachdem so bei Ausbesserungsarbeiten die Nietung immer mehr durch die Schweißung verdrängt war, wurden 1923 die ersten vollständig geschweißten Feuerbüchsen in den Reichsbahnwerken Magdeburg-Buckau, im Ausbesserungswerk München-Freimann sowie bei der Samesreuther & Co. in Butzbach hergestellt. Eine der ersten ganzgeschweißten Feuerbüchsen war 1924 auf der Eisenbahntechnischen Ausstellung in Berlin-Seddin zu sehen.“Canzler Chronik zum 50. Firmenjubiläum, Kapitel Die Kunst des Kupferschweißens (S. 29) Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V. online im Internet Archive (Aufgerufen am 4. September 2022). Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Samesreuther zur Artillerie eingezogen, doch schon bald zur Eisenbahnwerkstätte nach Mons in Belgien versetzt, um sein Wissen und seine Erfahrung beim Reparaturschweißen von kupfernen Feuerbüchsen zu nutzen. Dort richtete er eine große Reparaturwerkstatt ein, in der hauptsächlich beschädigte Zylinder und Feuerbüchsen von Dampflokomotiven repariert wurden. Nach dem Ende des Krieges fasste Samesreuther den Entschluss, ein eigenes Unternehmen zu gründen und seine gesammelten Erfahrungen zu verwerten. Einen geeigneten Ort fand er im oberhessischen Butzbach, in einer stillgelegten Ziegelei auf dem, nach dem Landtagsabgeordneten und Apotheker Emil Vogt (1848–1930) benannten, Vogt’schen Grundstück. Am 12. März 1919 gründete Richard Samesreuther zusammen mit dem aus Bad Nauheim stammenden Adolf Weniger, den Samesreuther aus dem Krieg kannte, eine „Spezialfabrik für elektrische und autogene Schweißung“. Die Eintragung der Firma Samesreuther & Co. OHG ins Handelsregister erfolgte am 1. April desselben Jahres.Gründer der Buss-SMS-Canzler GmbH online auf sms-vt.com (Aufgerufen am 3. September 2022.) Am 21. August erfolgte die Gründung der Samesreuther & Co. GmbH mit Sitz in Butzbach, deren Geschäftsführer Richard Samesreuther und Adolf Weniger waren. Am 1. Januar 1921 wurde eine Interessengemeinschaft zwischen der Samesreuther & Co. GmbH und der vom Chemiker Hans Goldschmidt mitgegründeten Elektro-Thermit GmbH in BerlinKleindienst, Heinz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 643 (zum 1914 geborenen Geschäftsführer). geschlossen.Die Geschichte des Thermit-Verfahrens: Eine Jahrhunderterfindung online auf elektro-termint (Aufgerufen am 18. Juli 2022.) Am 2. August desselben Jahres folgte in Schkopau die Gründung der Mitteldeutschen Schweiß- und Kesselreparaturwerke Samesreuther GmbH.Harald Bechmann: 1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum. Erläuterung auf S. 22. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Merode e. V.