Bei den Abkürzungen der Pfälzischen Eisenbahnen handelt es sich um solche, die in den Wagen-Verzeichnissen der Pfälzischen Eisenbahnen benutzt werden. Diese Abkürzungen sind auch in dieser Form in dem Wagenstands-Verzeichnis vom 1902 auf dem Vorblatt VII zusammengestellt (siehe auch die nebenstehende Abbildung des Originals). Im Folgenden wird auf die einzelnen Spalten der Wagenstandslisten verwiesen, in welchen die hier erläuterten Abkürzungen stehen.
Spalte Hersteller mini|Vorlage aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1902 Die Kurzzeichen für die diversen Hersteller des Wagenmaterials der Pfälzische Eisenbahnen entsprechen den Einträgen im Wagenverzeichnis von 1902. Es bedeuten dabei:
Abkürzung HerstellernameA.R.steht für die Firma A. Renner, BraunschweigB.V.G.steht für den Bochumer Verein für Bergbau und GussstahlfabrikationD.N.steht für die Firma de Dietrich & Co. in Niederbronn (Elsass)F.H.steht für die Waggonfabrik Fuchs, HeidelbergG.B.steht für die Gesellschaft zur Produktion von Eisenbahnmaterial, BerlinG.G.steht für die Waggonfabrik Gebrüder Gastell, Mainz-MombachG.H.steht für die Vorläuferfirma von Gebr. Gastell, die Fa. Gastell & Harig (bis 1872)G.W.steht für die Firma Gothaer Waggonfabrik, GothaHofm.steht für die Waggonfabrik der Gebr. Hofmann & Co. in Breslau; später Zusammenschluss zu Linke-HofmannK.Co.steht für die Eisengießerei Klett & Comp., Nürnberg; später MANK.K.steht für die Firma Kramer Klett in NürnbergM.B.A.V.steht für die Firma Mechernicher Bergwerks-Actien-VereinM.E.steht für die Firma Maschinenfabrik EsslingenM.& F.steht für die Firma Mohr & Federhaff, MannheimM.K.steht für die Firma Maschinenbau-Gesellschaft KarlsruheM.N.steht für die Firma Maschinenbau-Gesellschaft Nürnberg, später MANP.Sch.steht für die Firma Gießerei und Maschinenfabrik Paul Schütze, OggersheimRft.steht für die Firma J. C. Reiffert & Co. Bockenheim b. Frankfurt a. M.Rg.steht für die Firma Waggonfabrik Jos. Rathgeber, MünchenSchm.steht für die Maschinenfabrik und Kesselschmiede Joh. Schmahl in MainzSch.M.steht für die Waggonfabrik Schmieder & Mayer in KarlsruheTalbotsteht für die Waggonfabrik G. Talbot & Co. in AachenWegm.steht für die Waggonfabrik Wegmann & Co. in KasselW. Fr.steht für die Waggonfabrik Frankfurt a. M.W.F.L.steht für die Waggonfabrik Ludwigshafen a. Rh.W.L.steht für die Werkstätte Ludwigshafen der Pfälzischen EisenbahnW.K.steht für die Werkstätte Kaiserslautern der Pfälzischen EisenbahnW.R.steht für die Waggonfabrik Actien-Gesellschaft RastattW.W.steht für die Waggonfabrik Würzburg, vorm. Fa. NoellW. & D.steht für die Firma Wuth & Dieterich in Halle a.S.Zyp.steht für die Firma v.d. Zypen & Charlier in Deutz bei Köln
Spalte Achsengattung mini|Vorlage aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1902 Hier werden die unterschiedlichen Normalien für Achsen und Räder aufgeführt so wie sie im Zusatzblatt VI zum Verzeichnis von 1902 aufgeführt sind. Die verschiedenen Normalien werden nur durch Kleinbuchstaben von „a“ bis „e“ gekennzeichnet. Beleuchtungsarten Abkürzung Bedeutunga„alte“ Normalie für Speichenrädern mit einem Laufkreisdurchmesser von 1014 mm und Achsen mit 5 to TragkraftbNormalie für Speichenräder mit einem Laufkreisdurchmesser von 1014 mm und Achsen von 10 to TragkraftcNormalie für Speichenräder mit Laufkreisdurchmesser von 1014 mm, 980 mm oder 960 mm und 10 to TragkraftdNormalie für Speichenräder mit Laufkreisdurchmesser von 1014 mm, 980 mm oder 960 mm und 15 to TragkrafteNormalie für Schmalspur-Speichenräder mit Laufkreisdurchmesser von 777 mm
Spalte Beleuchtungen Hier werden die unterschiedlichen Formen von Beleuchtungen aufgeführt. Beleuchtungsarten Abkürzung BedeutungElect.Elektrische BeleuchtungGGasbeleuchtungKz.KerzenbeleuchtungÖlBeleuchtung mit Rüböl-Lampen
Spalte Bremsen Hier werden die Informationen zu den diversen Handbremsen, Druckluft- und Saugluftbremsen sowie den Bremsleitungen zusammengefasst. Handbremsarten Abkürzung BedeutungSp.Handbremse, HandspindelbremseBrhBremserhaus; halboffen oder geschlossen, auf der Ladefläche stehend oder hochgesetzt, mit HandspindelbremseFsbrFreisitzbremse; offener Bremsersitz, mit HandspindelbremseHb.Beberlein-BremsePlHandspindelbremse auf einer Plattform; ggf. auch beidseitig Druckluftbremsarten Abkürzung BedeutungKpKartpenter Bremse; Zweikammersystem (auch Schreibweise Carpenter)Sbr.Schleifer Bremse; ZweikammernsystemSsbr.Schleifer-Schnellbremse; EinkammernsystemWbr.Westinghouse-Bremse ohne SchnellwirkungWna.Westinghouse-Bremse nicht automatischWsbr.Westinghouse-Bremse, SchnellbremseLl.Leitung für Druckluftbremse
Saugluft Bremsarten Abkürzung BedeutungHy.Leitung für Hardy-Bremse (nichtselbständige Luftsaugbremse)Ktg.Körting Vacuumbremse
Spalte Heizungen Hier werden zusammengefasst die Informationen zu den diversen Heizungsarten sowie den dazugehörenden Heiz-Leitungen angegeben. Heizungsarten Abkürzung BedeutungD.Dampfheizung; per Heizleitung vom Dampferzeuger aus verteiltG.Gas-HeizungOf.OfenheizungPrPresskohleheizung; Kleinöfen mit besonderer VerbrennungstechnikDLLeitung für Dampfheizung
Spalte Signalhalter Hier werden die Informationen zu den diversen Signal-Haltern zusammengefasst. Diese zusätzlich zu den für die von der K.Bay.Sts.B. vorgeschriebenen Signalhalter wurden notwendig, damit die damit bestückten Fahrzeuge in das Gebiet einer fremden Gesellschaft wechseln konnten. Mit der jeweiligen Abkürzung wird entweder das Land oder die Gesellschaft im Land angegeben.
Signalhalter Abkürzung BedeutungATbeim Wechsel in das Gebiet der Österreichischen StaatsbahnBEbei Wechsel in das Gebiet der Belgischen StaatsbahnCHbeim Wechsel in das Gebiet der SchweizFRbeim Wechsel in das Gebiet der Französischen OstbahnITbeim Wechsel in das Gebiet der Italienischen Staatsbahn
Spalte Untergestell Hier werden die Informationen zu den diversen Bauformen der Untergestelle zusammengefasst. D.h. es wird mitgeteilt welche Materialien für das Grundgerüst des Untergestells verwendet wurden.
Untergestell Abkürzung BedeutungEdas Untergestell ist komplett aus EISEN gebautHdas Untergestell ist komplett aus HOLZ gebautH,Edas Untergestell ist bis auf die äußeren Längsträger komplett aus HOLZ gebautE,Hbis auf die „Kopfschwellen“ (Pufferbohlen) ist das Untergestell aus EISEN aufgebaut. Die Kopfschwellen dagegen sind aus HOLZHE, Edie Längsträger und sonstige Untergestellteile sind aus HOLZ und EISEN, die Kopfschwellen aus EISEN aufgebaut. Das bedeutet ggf., dass die Längsträger aus HOLZ waren, welche mit EISEN beplankt wurden.
Kennungen der Abteiltypen
Zusätzlich zu den Erläuterungen gemäß den Spalten in den diversen Wagenstandsverzeichnissen hier noch Beschreibungen zu den für die Bezeichnung der Abteilarten gebrauchten Abkürzungen. Arten und Anzahl der jeweiligen Abteiltype Abkürzung BedeutungI, II, III, IVIn römischen Ziffern die Art der jeweiligen Beförderungsklasse. In der ersten Zeile die Anzahl der Abteile, darunter – in kursiver Schrift – die Anzahl der Sitzplätze in den Abteilen.O, M,Kennung für die Nutzung bei Militär-Transporten. O = Offiziere, M = Mannschaften. Für die Offiziere wurden die Sitze der I. und II. Klasse reserviert, den Mannschaften wurden die übrigen Klassen zugewiesen. Es wird nur die Anzahl der Sitzplätze angegeben.AAbort bzw. Abort mit WaschgelegenheitBBrief- und BriefsortierabteilDDienstabteil für unterschiedliche AufgabenGGepäckabteil, sowohl für Personen- als auch für GüterzugwagenPPack- bzw. Paketabteil in PostwagenVAbteil für Kleinvieh und/oder HundeZverschließbares Zollabteil, Zugang nur für eingeschränkten Personenkreis.
Literatur
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