Sergei Sergejewitsch Kulagin (; * 8. Oktober 1914 in Moskau; † 15. Juni 1981 ebenda) war ein sowjetischer Schauspieler.
Biografie Kulagin war das älteste Kind von vier Kindern der Hausfrau Jewdokija Timofejewna Kulagina, geb. Gawrjuschina (* 1894) und des bei der Kiewer Eisenbahn angestellten Schaffners Sergei Petrowitsch Kulagin (1890–1936). Die Familie stammte ursprünglich aus der Nähe von Kalusch. Sergei Sergejewitschs Bruder Wassili wurde später Schlosser und seine Schwester Olga Buchhalterin. Der andere Bruder, Michail, fiel 1944 im Deutsch-Sowjetischen Krieg.
Kulagin hatte schon früh Interesse an Kunst, besuchte nach dem Schulabschluss 1930 aber zunächst eine pädagogische Hochschule, die er ein Jahr später jedoch aus finanziellen Gründen wieder verlassen musste. Der junge Mann nahm daraufhin eine Lehrstelle als Dreher an und studierte parallel dazu Funktechnik. Er brach beides jedoch 1932 ab und trat in die Schauspielschule des Zentraltheaters der Roten Armee ein. Nach dem Abschluss im Mai 1936 war Kulagin dort über einen Zeitraum von 42 Jahren beschäftigt und wurde sowohl als Komödien- wie auch als Dramendarsteller bekannt. Zu seinem Repertoire gehörten Klassiker von Autoren wie Lope de Vega und William Shakespeare, aber auch zeitgenössische Werke. Außerdem führte er bei einigen Stücken Regie.Biografie Kulagins auf a-tremasov.ru (russisch), abgerufen am 13. Juli 2022.
Ab 1940 stand der dunkelhaarige Mime auch vereinzelt für Film- und Fernsehprojekte vor der Kamera und war dabei überwiegend für das Mosfilmstudio tätig. Neben einigen Kinorollen, z. B. als eine der Titelfiguren in Tibul besiegt die Dickwänste (1966) oder als Mönch in Ulenspiegel (1977),Filmografie Kulagins auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 13. Juli 2022. gehören die Fernsehspiele Дон Паскуале (Don Paskuale) auf Grundlage der Oper Don Pasquale und Иван Фёдорович Шпонька и его тётушка (Iwan Fjodorowitsch Schponka i jewo tjotuschka, beide 1976) nach der Erzählung Iwan Fjodorowitsch Schponjka und sein Tantchen zu seinen herausragendsten Projekten.
1969 wurde ihm der Titel Verdienter Künstler der RSFSR verliehen.
Sein Grab befindet sich auf dem Wagankowoer Friedhof.
Theaterarbeit (Auswahl)
Filmografie (Auswahl) 1946: Glinka 1953: Skanderbeg – Ritter der Berge (Weliki woin Albanii Skanderberg) 1965: Фитиль (Fitil) (Fernsehreihe, eine Folge) 1966: Vorsicht, Autodieb! (Beregis awtomobilja) 1966: Tibul besiegt die Dickwänste (Tri tolstjaka) 1969: Sujet für eine Kurzgeschichte (Sjuschet dlja nebolschogo rasskasa) 1977: Ulenspiegel (Legenda o Tile)
Weblinks
Kurzbiografie und Foto des Grabsteins auf proekt-wms.narod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Moskau) Kategorie:Verdienter Künstler der RSFSR Kategorie:Russe Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann