Herbert Bergmann-Hannak (* 24. Dezember 1921 in Grulich/Králíky; † 5. März 2013 in Berlin-Pankow)Lebensdaten. war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk Bergmann-Hannak (geb. Bergmann) besuchte die Volks- und Bürgerschule in Grulich und absolvierte von 1937 bis 1939 eine Lehre als Weber. Von 1937 bis zur Entlassung wegen einer schweren Kopfverletzung, die er 1942 auf der Krim erlitt, nahm er als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Die Erlebnisse des Krieges sollten ihn sein Leben lang verfolgen. Seine späteren Bilder reflektieren seine Ablehnung von Krieg und Gewalt.
Von 1943 bis 1945 machte Bergmann eine Ausbildung zum Musterzeichner an der Textilfachschule in Reichenberg und arbeitet in Grulich in seinem Beruf in einer Seidenfabrik. 1945 kam er als Heimatvertriebener in die sowjetische Besatzungszone. Von 1947 bis 1949 studierte er u. a. bei Heinz Trökes und Fritz Dähn Malerei an der Weimarer Hochschule für Architektur und Bildende Künste. 1949 erhielt er ein Stipendium für gute Leistungen. Anschließend studierte er bis 1950 bei Dähn an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Von 1950 bis 1953 war er in Berlin bei Heinrich Ehmsen Meisterschüler an der Akademie der Künste und von 1953 bis 1957 Assistent an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. Ab etwa 1955 widmete er sich verstärkt der Landschaftsmalerei und Motiven der Berliner Innenstadt. Ab 1957 arbeitete er in Berlin als freischaffender Künstler. Er verkaufte selten Bilder. Einnahmen brachten ihm vor allem Aufträge für architekturbezogene Kunst und die Leitung eines Zeichenzirkels für Kunsterzieher in Oranienburg. Mit seiner Ehefrau Ilse verbrachte er zum Malen über viele Jahre den September auf Hiddensee.
Bergmann-Hannak war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR, in dem er aber als unbequemer Außenseiter galt.
Rezeption
Simone Tippach-SchneiderHerbert Bergmann-Hannak in der Galerie Amalienpark | Kulturelle Projekte (kulturelle-projekte.de)
Werkbeispiele
Tafelbilder Volksfest (vor 1953, Öl, 40 × 50 cm) Weg mit den Ami-Barracks (1951; Öl) Staatsoper im Wiederaufbau (1956; Öl, 50 × 80 cm)Bildende Kunst, Berlin, 8/58, S. 551 (Abbildung) Am Spreeufer in Alt-Berlin (1956; Öl, 50 × 80 cm) Kampfgruppensanitäterin (1958; Öl, 80 × 50 cm)Bildende Kunst, Berlin, 8/58, S. 552 (Abbildung) Volksgut Blankenfelde (1958; Öl, 48 × 74 cm; Kunstarchiv Beeskow) Anita (1960/1961; Mischtechnik, 65 × 50 cm) Elsenbrücke in Berlin-Treptow (1968; Öl, 75 × 160 cm)Bildende Kunst, Berlin, 7/1969, Titelbild Aus dem Produktionsgeschehen (1975; Öl, 77 × 96,7 cm; Kunstarchiv Beeskow) Krieg und Frieden – Theaterbild Teil II (1986; Mischtechnik, 76 × 81 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR; damals im Besitz des Magistrats von Berlin)
Druckgrafik Zweiter Weltkrieg (1956/57; Zyklus von Lithografien) Berlin mit Stadthaus 1958 (Lithografie, 38 × 56 cm)
Entwürfe für architekturbezogene Werke Brunnen (Glasmosaik, 1960; Berlin, Storkower Straße,) Wandgestaltung (Glasmosaik, Stuck und Naturstein; Kindergarten, Berlin-Adlershof, Arndtstraße) Berlin. Stadt an der Spree (Fassadengestaltung, 1981; Oberschule Paul Schwenk, Berlin-Marzahn, Amanlisweg) Bau einer Raumstation (Wandgestaltung, 1966; Eingangshalle Oberschule Berlin-Adlershof, Florian-Geyer-Straße)
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1956: Berlin, Erich-Weinert-Haus 1965: Berlin, Galerie im Turm (Malerei) 1985/1986: Berlin, TiP-Galerie (Malerei, Zeichnungen, Druckgrafik) 2012: Berlin, Galerie Forum Amalienpark („Ein Welttheater nach eigener Fasson“; Retrospektive) 2012: Berlin, Kirchliches Begegnungszentrum in der Achillesstraße 53 („Herbert Bergmann-Hannak – Mein Leben nach meiner Fasson“.)
Postum 2018: Kloster, Galerie am Torbogen 2026: Kloster, Eggert Gustavs Museum
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR 1952: Bautzen, Görlitz und Zittau (Wanderausstellung „Berliner Künstler“) 1961: Berlin, Deutsche Akademie der Künste („Junge Künstler. Malerei.“) 1967: Berlin, Akademie der Künste („Meisterschüler der DAK stellen aus“) 1958/1959 und 1987/1988: Dresden, Vierte Deutsche Kunstausstellung und X. Kunstausstellung der DDR 1978: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Berliner Atelier Fünfzehn Maler und Grafiker stellen aus.“) 1980: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Retrospektive Berlin“) 1983: Berlin, Galerie am Prater („Retrospektive 1973–1983“) 1987: Berlin, Ephraim-Palais („Das Bild der Stadt Berlin von 1945 bis zur Gegenwart“)
Literatur Karl-Heinz Klingenburg: Atelierbesuch bei Herbert Bergmann. In: Bildende Kunst, Berlin, 1958, S. 549–552 Bergmann-Hannak. Ein Überblick. Eigenverlag, Berlin, 1993 (mit einem Vorwort von Heinz Knobloch) Bergmann-Hannak, Herbert. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 67
Weblinks Herbert Bergmann-Hannak in der Galerie Amalienpark, kulturelle-projekte.de Herbert Bergmann-Hannak auf kulturelle-projekte.de Website von Herbert Bergmann-Hannak Herbert Bergmann-Hannak, Bildindex der Kunst & Architektur
Einzelnachweise
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