Wassili Fomitsch Petruschewski (; * in St. Petersburg; † ebenda) war ein russischer Militäringenieur der Kaiserlich russischen Armee, Chemiker und Erfinder., Wikisource, WikisourceAllmines.net: ПЕТРУШЕВСКИЙ Василий Фомич (1829-1891) (abgerufen am 13. Juli 2022).
Leben Petruschewski absolvierte in St. Petersburg das Erste Kadettenkorps (Abschluss 1848) und den Offizierskurs der Michael-Artillerie-Schule (Abschluss 1849). Während des Offizierkurses war er 5 Monate lang an der Niederschlagung der Ungarischen Revolution beteiligt. Ab 1850 unterrichtete er Chemie an der Michael-Artillerie-Schule und anderen Militärbildungseinrichtungen. Auch war er Chemie-Lehrer des Kronprinzen Alexander III.
Als im Winter 1862/1863 Ottomar Gern ein neues U-Boot projektierte, entwarf Petruschewski dafür einen Ammoniak-Gasmotor, der aber die Tests nicht überstand.
In Zusammenarbeit mit Nikolai Sinin führte Petruschewski in den Jahren 1863–1866 Experimente mit Nitroglycerin durch, um dessen Handhabung für militärische Zwecke sicherer zu machen. Er mischte es mit Magnesiumoxid, und das Produkt wurde als Petruschewskis russisches Dynamit bekannt. Als es 1866 in der Nitroglycerin-Fabrik in Peterhof zu einer Explosion kam, wurde die weitere Forschungsarbeit verboten.Динамит Петрушевского - 1 Июня 2009 (abgerufen am 13. Juli 2022). Das Dynamit Alfred Nobels, der auch ein Schüler Nikolai Sinins war, wurde 1867 patentiert.
Petruschewski erfand einen ersten Entfernungsmesser für die Küstenartillerie. Die erfolgreichen Tests seines Entfernungsmessers durch die Kronstädter Batterien 1868 demonstrierten die erheblich verbesserte Treffsicherheit der Batterien. Im selben Jahr wurde er im Rang eines Obersts Mitglied des Marine-Technik-Komitees, beratendes Mitglied des Artillerie-Komitees der Artillerie-Hauptverwaltung und Chemie-Lehrer im Pagenkorps.
Für seine vielfältigen Erfindungen für die Artillerie und seine Arbeiten zur Ermöglichung der Massenproduktion von Nitroglycerin wurde Petruschewski eine Prämie von 3000 Rubel und eine lebenslange Jahrespension von 1000 Rubel gewährt.
Petruschewski wurde 1871 Leiter der 1869 gegründeten St. Petersburger Patronenfabrik, wo er sich auch an den Ingenieursaufgaben beteiligte. 1886 wurde er im Rang eines Generalleutnants ständiges Mitglied des reorganisierten Artillerie-Komitees, wo er die Bearbeitung der Militär-Elektrotechnik-Probleme leitete.
Der Historiker Alexander Petruschewski (1826–1904), der Physiker Fjodor Petruschewski (1828–1904) und der General Michail Petruschewski (1832–1893) waren Brüder Petruschewskis., Wikisource
Petruschewski starb am 5. Mai 1891 in St. Petersburg und wurde auf dem St. Petersburger Nowodewitschi-Friedhof begraben.
Ehrungen, Preise Michael-Preis der Michael-Artillerie-Schule (1859) Komturkreuz mit Stern des Franz-Joseph-Ordens (1872) Russischer Orden der Heiligen Anna I. Klasse (1876) Orden des Heiligen Wladimir II. Klasse (1884) Kaiserlich-Königlicher Orden vom Weißen Adler (1887)
Weblinks Katalog der Russischen Nationalbibliothek: Петрушевский, Василий Фомич
Einzelnachweise
Kategorie:Militäringenieur (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Chemiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Erfinder Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Komtur mit Stern) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Wladimir Kategorie:Träger des Kaiserlich-Königlichen Ordens vom Weißen Adler Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1829 Kategorie:Gestorben 1891 Kategorie:Mann