mini|Leonid Schwarzman, 2011 Leonid Aronowitsch Schwarzman (, eigentlich Israil Aronowitsch Schwarzman Bis 1967 wurde er im Filmvorspann Israil Schwarzman genannt, später Leonid Schwarzman.; * 30. August 1920 in Minsk; † 2. Juli 2022 in Moskau) war ein sowjetischer und russischer Illustrator und Zeichentrickfilmer jüdischer Abstammung. Bekannt wurde er besonders durch die Darstellung der bekannten Kinderbuchfiguren Tscheburaschka und Krokodil Gena, deren Geschichten er auch verfilmte.
Leben
Frühe Jahre Leonid Schwarzman wurde in Minsk als Sohn des Buchhalters Aron Nachmanowitsch und der Hausfrau Rachila Solomonowna (Schlimowna) Schwarzman in einer jüdischen Familie geboren. Er hatte einen älteren Bruder Nachman (* 1910)Schwarzman, Nachman Aronowitsch на сайте «Память народа» auf der Website pamyat-naroda.ru und eine Schwester Etta (* 1911). In der Familie wurde jiddisch gesprochen.Interview mit Leonid Schwarzman (Oktober 2011;russisch) Der Vater starb 1934 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Leonid zog schon als Jugendlicher nach Leningrad, wo bereits seine Schwester wohnte.
1941 beendete er die Schule am Staatlichen Akademischen Repin-Institut für Malerei, Bildhauerei und Architektur und wurde zur Armee einberufen. Schwarzman baute Befestigungsanlagen und arbeitete in einer mechanischen Reparaturwerkstatt.
Im November 1941 wurde entschieden, dass Spezialisten aus dem belagerten Leningrad evakuiert werden und so wurde Schwarzman nach Tichwin ausgeflogen und von dort fuhr er mit dem Zug weiter nach Tscheljabinsk. Dort arbeitete Schwarzman als Dreher in der Panzerherstellung. Später arbeitete er in einer Spezialwerkstatt an einem Porträt Sergei Kirows am Eingangsportal des Tscheljabinsker Kirow-Werks zum Jahrestag seiner Ermordung.
Die Mutter Schwarzmans, die er noch vor dem Großen Vaterländischen Krieg nach Leningrad geholt hatte, starb dort 1942 während der Blockade.
Nach dem Krieg, 1945, siedelte er nach Moskau über und studierte am Gerassimow-Institut für Kinematographie (WGIK).
Karriere Ab 1948 arbeitete Schwarzman im Filmstudio Sojusmultfilm, 1951 beendete er die Ausbildung am WGIK mit dem Diplom als Trickfimkünstler (художник-постановщик мультфильмов) und im gleichen Jahr begann er die Zusammenarbeit mit dem Trickfilmer Alexander Winokurow (1922–2002). Ab 1963 begann er eigenständig zu arbeiten, ab 1975 auch als Regisseur.
Schwarzman wurde insbesondere dafür bekannt, dass er an der Visualisierung von Tscheburaschka für den Trickfilm Krokodil Gena des Regisseurs Roman Katschanow im Jahr 1969 beteiligt war.
Er arbeitete außerdem hauptsächlich mit den Regisseuren Lew Atamanow, Iwan Ufimzew und Iwan Aksentschuk zusammen.
Schwarzman illustrierte viele Kinderbücher. Seine Werke waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.
Er war Mitglied der Russischen Akademie der Filmkunst und der Internationalen Assoziation des Animationsfilms (Asifa).
Schwarzman war einer von mehr als 370 russischen Regisseuren, Produzenten, Drehbuchautoren und Animatoren, die am 26. Februar 2022 in einem offenen Brief die russische Invasion in der Ukraine verurteilten.Russian animation veterans sign open letter condemning invasion of Ukraine
Schwarzman war ein „umerzogener“ Linkshänder, er zeichnete aber mit der linken Hand.
Familie Im Studio Sojusmultfilm lernte er die Animatorin Tatjana Wladimirowna Dombrowskaja (1925–2021) kennen, die er 1951 heiratete. Die Frisur ihrer Mutter, Nina Franzewna Dombrowska, verwendete er für die Figur des Mütterchens „Chapeau Claque“.Leonid Schwarzman: „Ich konnte die Urheberschaft von Tscheburaschka nicht beweisen“ (russ.)
Tod Schwarzman starb am 2. Juli 2022 mit 101 Jahren in einem Moskauer Krankenhaus an Herzstillstand.Leonid Schwarzman, Zeichner der Trickfilmfigur Tscheburaschka, ist tot, Deutschlandfunk Kultur, 2. Juli 2022Названы причины смерти режиссера-мультипликатора Леонида Шварцмана (russ.) Am 5. Juli 2022 fand die Begräbnisfeier in der Kirche Sankt Nikolai in Nowaja Sloboda statt und die weltliche Abschiedsfeier im Zentralen Haus des Kinos in Moskau. Beigesetzt wurde er im Dorf Saretschje im Rajon Kirschatsch, Oblast Wladimir.Мультипликатора Леонида Шварцмана похоронили в селе Заречье
Filmografie
Als Assistent
Als Künstlerischer Leiter
Als Regisseur
Dokumentarfilme LeonidSchwarzman war auch in Dokumentarfilmen zu sehen:Шварцман Л. А. Биография
2001: Mir animazii ili animazii mira (De Welt der Animation oder die Animation der Welt) 2003: Skaski i byli (Sojusmultifilm: Märchen und wahre Geschichten) 2003: Chudoschnikprofessija i sudba (Künstler – Beruf und Schicksal) 2005: Kukly w mire ljudei (Puppen in der Welt der Menschen; aus der Serie Szenarien für Buratino) 2006: Fabrik der Wunder 2006: Newessomaja schisn (Schwereloses Leben) 2020: Eto Edik: Skaska o podarennom i ukradennom detstwe (Das ist Edik: Märchen über die geschenkte und gestolene Kindheit; Film über Eduard Uspenski)
Auszeichnungen und Ehrungen mini|Verleihung des Preises im Bereich Literatur und Kunst für Werke für Kinder und Jugendliche durch den Präsidenten der Russischen Föderation Alexander-Newski-Orden (2020) – „für seinen großen Beitrag zur Entwicklung der Kunst und Kultur des Landes und die langjährige fruchtbare Tätigkeit“.Erlass Nr. 529 des Präsidenten der Russischen Föderation vom 26. August 2020 Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“ Volkskünstler der Russischen Föderation (2002) – Für große Verdienste auf dem Gebiet der Kunst.Erlass Nr. 390 des Präsidenten der Russischen Föderation vom 15. April 2002 Verdienter Künstler der RSFSR (1981) – Für Verdienste auf dem Gebiet der sowjetischen Filmkunst.Erlass Nr. 581 des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 21. April 1981 Preis des Präsidenten der Russischen Föderation auf dem Gebiet von Literatur und Kunst für Werke für Kinder und Jugendliche (2016) – Für seine Beitrag zur Entwicklung der Animationskunst.Erlass Nr. 114 des Präsidenten der Russischen Föderation vom 22. März 2017 Spezialpreis „Alexei German“ des Nationalen Kinopreises Nika (2021) – für seinen Beitrag zur Filkunst des Landes. nationaler Animationspreis Ikarus (2020)
Preise auf Festivals 1983: Kindergirlande (zusammen mit Maja Miroschkina) – Preis für den besten Kinderfilm, XIV. Internationales Kurzfilmfestival Tampere 1984: Vorsicht, Affen! (zusammen mit Maja Miroschkina) – Preis für den besten Kinderfilm auf dem Gebiet der Animation, Allunionsfilmfestival 2006: Preis für seinen Beitrag zum Beruf des Trickfilmers auf dem XI. Öffentlichen russischen Festivals des Animationsfilms in Susdal
Schwarzman war Ehrendirektor des Museums des Animationsfilms in Moskau.Geschichte des Museums (russ.)
Weblinks
Шварцман Леонид (Израиль) Аронович auf Аниматор.ру (russ.)
Swetlana Samodelowa: Вождь кукольного пролетариата (Der Anführer des Pupen-Proletariats) Larissa Maljukowa: 38 попугаев и ещё одно крылышко (28 Papageien und noch ein Flügelchen), Nowaja gaseta, 30. Juni 2003 S. Kapkow: Interview mit Leonid Schwarzman Gaseta, 11. Juli 2004
Леонид Шварцман: «Авторство Чебурашки я доказать не смог» (Leonid Schwarzman: „Ich konnte die Urheberschaft von Tscheburaschka nicht beweisen“), Express-gaseta, 20. Mai 2020
Einzelnachweise
Kategorie:Träger der Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“ Kategorie:Illustrator (Sowjetunion) Kategorie:Illustrator (Russland) Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Animator Kategorie:Szenenbildner Kategorie:Hundertjähriger Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann