Das Stadtamt Heidelberg war eine von 1803 bis 1826 bestehende Verwaltungseinheit im Land Baden. Geschichte mini|Heidelberg und Umgebung 1841 mini|Karte von Heidelberg 1844 Am Ende des Heiligen Römischen Reiches war die frühere kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg Verwaltungszentrum eines weiträumigen Oberamtes, stand aber selbst außerhalb dieser Struktur. Das Amt des Bürgermeisters, tituliert als Stadtdirektor, hatte seit 1799Protokoll der Sitzung der Geheimen Bayerischen Staatskonferenz vom 25. Juli 1799 auf einer Website zum Bayerischen Staatsrat. Konrad Tillmann inne.

Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 fiel das Gebiet unter die Landeshoheit Badens. Dessen Regierung hielt, in Bezug auf Heidelberg, zunächst an dem Konzept fest und übernahm auch Tillmann in den Staatsdienst.Abschnitt zur Stadt Heidelberg im Kur-Badischen Hof- und Staats-Calender für das Jahr 1805, S. 182. Digitalisierte Version auf der Website des Münchener Digitalisierungszentrums. Die Orte in der Region wurden auf zahlreiche kleinere Ämter aufgeteilt, die neu errichteten Landvogteien unterstellt wurden. Die näher gelegenen Orte nördlich des Neckars kamen zum Amt Unterheidelberg, die südlich des Flusses zu Oberheidelberg. 1813 wurde diese Unterscheidung nach Himmelsrichtungen aufgehoben, außerdem bildete Heidelberg mit sieben der benachbarten Gemeinden (Dossenheim, Handschuhsheim, Kirchheim, Neuenheim, Rohrbach, Wieblingen und Ziegelhausen) eine Verwaltungseinheit. Die übrigen kamen großenteils zum ebenfalls neu errichteten Landamt Heidelberg, einige wenige wurden auch an andere Ämter abgegeben. Durch diese Zuordnung grenzte das Stadtamt im Nordwesten an die Ämter Ladenburg und Weinheim und im Südosten an Neckargemünd.

1814 wechselte Eppelheim vom Land- zum Stadtamt. Dies wurde 1819 rückgängig gemacht, außerdem kamen Dossenheim, Kirchheim, Rohrbach und Wieblingen zum Landamt. 1826 wurden beide Teile zum neuen Oberamt Heidelberg vereinigt.Vereinigung des Stadt- und Landamts Heidelberg und Constituierung als ein eigenes Oberamt. Bekanntmachung vom 13. Januar 1826, veröffentlicht im Großherzoglich-Badischen Staats- und Regierungsblatt, 24. Jahrgang, S. 9. Zum Zeitpunkt seiner Auflösung umfasste das Stadtamt neben Heidelberg drei Gemeinden mit folgenden Einwohnerzahlen:Friedrich Dittenberger: Geographisch-statistische-topographische Beschreibung des Großherzogthums Baden. Karlsruhe 1825, S. 138f. Heidelberg 11.162, zusätzlich Schlierbach 483 zahlreiche einzelne Weiler, Höfe und Einzelhäuser im Bereich des Königstuhls, zusammen 90 Handschuhsheim 1.638 Neuenheim 649, zusätzlich Mönchhof 37 Ziegelhausen 1.195

Liste der Stadtdirektoren bis 1805: Konrad TillmannEntsprechende Mitteilung, veröffentlicht am 21. Mai 1805 im Kurbadischen Regierungsblatt, No. 15, S. 75. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek. ab 1805: Karl Wilhelm BaurittelEntsprechende Mitteilung, veröffentlicht am 9. Juli 1805 im Kurbadischen Regierungsblatt, No. 20, S. 98. Digitalisierte Version auf der Website der Badischen Landesbibliothek. 1810 bis 1814: Ludwig Pfister 1814 bis 1819: Ludwig Georg Winter 1819 bis 1826: Ludwig WildChronik der Stadt Heidelberg von 1800 bis 1850 auf der Website des Heidelberger Geschichtsvereins.

Übergeordnete Verwaltungseinheiten Im Rahmen der Verwaltungsgliederung Badens übergeordnete Verwaltungseinheiten waren, mit Sitz jeweils in Mannheim: 1803 bis 1807 die Provinz der Pfalzgrafschaft, auch Badische Pfalzgrafschaft genannt 1807 bis 1809 die Provinz des Unterrheins oder der Badischen Pfalzgrafschaft ab 1810 der Neckarkreis

Spätere Entwicklung Die meisten der Orte kamen im Laufe der Zeit zur Stadt Heidelberg, bei der Gründung des Landkreises Heidelberg 1939 bestanden noch drei Gemeinden. Nachdem zuletzt Ziegelhausen 1975 seine Selbstständigkeit eingebüßt hatte, blieben noch Dossenheim und Eppelheim übrig, sie gehören dem Rhein-Neckar-Kreis an.

Literatur Historischer Atlas von Baden-Württemberg, online verfügbar bei LEO-BW: Blatt VII.4: Verwaltungsgliederung in Baden, Württemberg und Hohenzollern 1815–1857. Erläuterungsblatt verfasst von Ulrike Redecker und Wilfried Schöntag. Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung, Bd. 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966, S. 246f.

Einzelnachweise

Heidelberg Kategorie:Historische Organisation (Heidelberg) Heidelberg Kategorie:Aufgelöst 1826