Barbie ist eine Filmkomödie von Greta Gerwig nach der gleichnamigen Spielzeugreihe des US-amerikanischen Unternehmens Mattel. Es handelt sich um den ersten Realfilm über die Puppe nach einer Vielzahl von Trickfilmen und Fernsehserien. Für die Hauptrollen wurden Margot Robbie als Titelheldin sowie Ryan Gosling als ihr Gefährte Ken ausgewählt. Der Film erschien 2023 und entwickelte sich zu einem großen Erfolg bei Kritik und Publikum. Bei der Oscarverleihung 2024 wurde Barbie in acht Kategorien nominiert und erhielt einen Preis für den besten Song.
Handlung Der Anfang des Films zitiert die Eröffnungssequenz des Films 2001: Odyssee im Weltraum: „Seit Anbeginn der Zeit, seit das allererste kleine Mädchen existierte, gibt es Puppen. Aber die Puppen waren schon immer und ewig Baby-Puppen. Die Mädchen, die mit ihnen spielten, konnten nichts anderes spielen als Mutter.“ Dann erscheint eine überlebensgroße Barbie. Die Mädchen bewundern die statueske Schönheit und zerschlagen ihre Baby-Puppen.
Stereotyp-Barbie lebt mit verschiedenen anderen Plastikpuppen-Versionen im Barbieland. Ihr Leben unter den vielen anderen Barbies und deren Begleitern, den Kens, scheint perfekt, dennoch hegt sie eines Tages Selbstzweifel, und sie wird von Angstgefühlen und körperlichen Veränderungen geplagt. Daraufhin verlässt sie Barbieland und reist mit ihrem Begleiter Ken in die reale Welt nach Los Angeles, um die Ursache des Problems zu suchen.
Dort angekommen ist Barbie von dem merkwürdigen Verhalten der Menschen irritiert. Während Ken bewundert wird, gaffen die Leute Barbie nur an. Gleichzeitig ist sie auf der Suche nach ihrer langjährigen Besitzerin, die sie glaubt, in der frechen Teenagerin Sasha gefunden zu haben. Währenddessen entdeckt Ken auf einem Spaziergang durch die Stadt, dass im Gegensatz zum Barbieland in der realen Welt ein Patriarchat herrscht, und besorgt sich Bücher darüber, wie Männer die Welt regieren.
Er kehrt nach Barbieland zurück und baut auch dort mit seinem neu erworbenen Wissen ein Patriarchat auf, wobei die verbliebenen Barbies dies nach einer Gehirnwäsche wunderbar finden. Barbie wird währenddessen von Sasha zurückgewiesen, indem sie auf die Diskrepanzen zwischen Barbieland und der realen Welt hinweist. Barbie ist ratlos, alles ist verkehrt herum: Männer sehen sie an wie ein Objekt, Mädchen hassen sie. Sie wird kurz darauf von Agenten der Herstellerfirma Mattel in die Firmenzentrale geholt, die von der Präsenz einer lebendigen Barbie in der realen Welt schlimme Konsequenzen befürchten. Nach einem Treffen mit dem ausschließlich männlichen Vorstand von Mattel entflieht Barbie mit Hilfe ihrer Erfinderin Ruth Handler aus dem Mattel-Hauptquartier und wird von Sashas Mutter Gloria vor den Mattel-Agenten gerettet. Diese arbeitet bei Matell als Designerin für Barbie-Mode und entpuppt sich als Barbies langjährige Besitzerin.
Es erweist sich, dass Glorias negative Gefühle in ihre Zeichnungen von Barbie eingeflossen sind und sich so auf Stereotyp-Barbie übertragen haben. Die drei Frauen kehren nach Barbieland zurück, das inzwischen zu Kendom geworden ist. Schließlich gelingt es ihnen, durch Aufklärung über die Unterdrückung von Frauen im Patriarchat die Barbies aus der Gehirnwäsche zu retten und Kendom für sich zurückzuerobern. Sie versöhnen sich mit den Kens, die künftig nicht mehr bloße Anhängsel von Barbie („und Ken“), sondern aus sich selbst heraus wertvolle Menschen sein sollen. Stereotyp-Barbie entscheidet sich nach einem Gespräch mit Ruth Handler, künftig als Mensch in der realen Welt leben zu wollen.
Entstehungsgeschichte Nicht realisierte Projekte von Universal Pictures und Sony Pictures Die Ursprünge eines geplanten Realfilms über Barbie reichen bis in den September 2009 zurück. Damals kündigte Mattel eine Kooperation mit Universal Pictures und dem Produzenten Laurence Mark an. Das Projekt kam aber nicht zustande. Im April 2014 ging Mattel eine Kooperation mit Sony Pictures ein. Als Drehbuchautorin war Jenny Bricks, als Produzenten Laurie Macdonald und Walter F. Parkes vorgesehen. Der für Ende des Jahres angekündigte Drehstart verzögerte sich jedoch.
Im März 2015 stieß Diablo Cody als Drehbuchautorin zum Projekt hinzu, um das Skript zu überarbeiten. Auch trat mit Amy Pascal eine weitere Produzentin in Erscheinung. Sony Pictures war aber noch immer nicht vom Drehbuch überzeugt und verpflichtete im selben Jahr mit Lindsey Beer, Bert V. Royal und Hillary Winston weitere Drehbuchautoren für Entwürfe.
Ab Dezember 2016 stand die US-amerikanische Stand-up-Comedienne und Schauspielerin Amy Schumer in Verhandlungen über die Titelrolle. Als Drehbuch sollte ein von Hillary Winston und ihrer Schwester Kim Caramele überarbeiteter Entwurf dienen.Mike Fleming Jr.: Amy Schumer Playing ‘Barbie’. In: Deadline, 2. Dezember 2016 (abgerufen am 10. Juli 2022). Im März 2017 schied jedoch Schumer offiziell wegen eines Drehkonfliktes mit I Feel Pretty aus dem Projekt aus, nachdem der Drehbeginn für Barbie für den Juni desselben Jahres vorgesehen warPatrick Hipes: Amy Schumer Says Bye-Bye To ‘Barbie’. In: Deadline, 23. März 2017 (abgerufen am 10. Juli 2022). (fünf Jahre später gab sie an, aufgrund kreativer Differenzen das Projekt aufgegeben zu habenSamantha Bergeson: Amy Schumer Opens Up About ‘Barbie’ Creative Split: Studio ‘Didn’t Want to Do It the Way I Wanted’. In: indiwire.com, 9. März 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022).).
Ab Juli 2017 war Anne Hathaway für die Titelrolle im Gespräch, während Olivia Milch das Drehbuch umschreiben und Alethea Jones die Regie übernehmen sollte. Hathaway sollte in dem geplanten Film auch Gesangseinlagen übernehmen und eine Figur darstellen, die das Barbie-Universum verlassen muss, da sie nicht perfekt sei. Auf ihrer Reise sollte Barbie zu der Erkenntnis gelangen, dass Perfektion von innen komme und nicht von außen. Der Film sollte zeigen, dass der Schlüssel zum Glück der Glaube an sich selbst sei, frei von der Verpflichtung, sich an einen unerreichbaren Standard der Perfektion zu halten.Anita Busch: Anne Hathaway Circling ‘Barbie’ At Sony. In: Deadline, 24. Juli 2017 (abgerufen am 10. Juli 2022). Im März 2018 wurde Jones offiziell als Regisseurin bestätigt,Amanda N’Duka: Female Directors Scorecard: Sony’s ‘Barbie,’ ‘Charlie’s Angels’ And More. In: Deadline, 23. März 2018 (abgerufen am 10. Juli 2022). ab Oktober 2018 verlor Sony aber seine Option auf die Filmrechte, die daraufhin an Warner Bros. Pictures gingen. Damit war auch die Mitwirkung von Hathaway, Jones, Macdonald, Parkes und Pascal beendet.
Finale Produktion unter Warner mit Margot Robbie Ab Oktober 2018 wurde bekannt, dass die australische Schauspielerin Margot Robbie für die Titelrolle und die US-Amerikanerin Patty Jenkins für die Regie bei Warner gehandelt wurden.Anthony D’Alessandro: ‘Barbie’ Zooming From Sony To Warner Bros; Margot Robbie In Early Talks. In: Deadline, 5. Oktober 2018 (abgerufen am 10. Juli 2022). Die Verpflichtung Robbies sowie von dem Paar Greta Gerwig und Noah Baumbach als neuen Drehbuchautoren wurde im Juli 2019 offiziell bestätigt.Amanda N’Duka: Greta Gerwig, Noah Baumbach To Script Warner Bros’ Live-Action ‘Barbie’ Film. In: Deadline, 15. Juli 2019 (abgerufen am 10. Juli 2022). Im Juli 2021 wurde Gerwig offiziell auch als Regisseurin des Films vorgestellt mit einem Drehstart im Jahr 2022.Angelique Jackson: Greta Gerwig to Direct ‘Barbie’ With Margot Robbie, Filming to Start in 2022. In: variety.com, 9. Juli 2021 (abgerufen am 10. Juli 2022). Hauptdarstellerin Robbie gab an, das Ziel des Films sei es, die Erwartungen zu untergraben und dem Publikum „das zu geben, von dem es nicht wusste, dass es das wollte“.Lacey Rose: Margot Robbie and LuckyChap Partners Talk Their Producing Strategy: “If It’s Not a ‘F***, Yes,’ It’s a ‘No’”. In: hollywoodreporter.com, 18. Dezember 2020 (abgerufen am 10. Juli 2022).
Ab Oktober 2021 befand sich Ryan Gosling in Verhandlungen über die Rolle von Barbies Gefährten Ken.Justin Kroll: Ryan Gosling To Play Ken Opposite Margot Robbie In ‘Barbie’ Movie From Warner Bros, LuckyChap & Mattel. In: Deadline, 15. Juli 2019 (abgerufen am 10. Juli 2022). Goslings Mitwirkung und die Verpflichtung des übrigen Ensembles wurden im ersten Halbjahr 2022 bestätigt.Justin Kroll: ‘Barbie’: Kingsley Ben-Adir, Rhea Perlman, Emerald Fennell, Scott Evans, More Round Out Cast Of Warner Bros, Mattel And LuckyChap Pic. In: Deadline, 15. April 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022).
Für die Filmproduktion gab Warner ein Budget von 128–145 Millionen US-Dollar frei. Die Dreharbeiten begannen ab März 2022 in den Warner Studios Leavesden in England.UK shoot begins on Margot Robbie’s Barbie. In: theknowledgeonline.com, 22. März 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022). Als Kameramann wurde Rodrigo Prieto verpflichtet. In: lighthome.in, 11. August 2022. Er hatte bereits zuvor mit Margot Robbie an Martin Scorseses The Wolf of Wall Street (2013) zusammengearbeitet. Für die Kostüme wurde Jacqueline Durran gewonnen, die bereits zuvor mit Gerwig an Little Women (2019) zusammengearbeitet hatte.Jazz Tangcay: Margot Robbie’s Viral ‘Barbie’ Costumes Are Created by Oscar-Winning ‘Little Women’ Costume Designer. In: variety.com, 28. Juni 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022).
Ende April 2022 wurde auf der CinemaCon in Las Vegas ein erstes Szenenfoto mit Robbie in der Rolle von Barbie gezeigt. Mitte Juni 2022Sasha Stone: Ryan Gosling is Hunky Dory in Greta Gerwig’s New Barbie Movie. In: awardsdaily.com, 15. Juni 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022). erfuhr ein veröffentlichtes Foto von Gosling als Ken mit ultrablonden Haaren und einem ausgeprägten Waschbrettbauch in den sozialen Netzwerken eine breite Rezeption.Jan Stremmel: Ken wir den nicht irgendwoher?. In: Süddeutsche Zeitung, 26. Juni 2022, S. 51. Ende Juni 2022 wurden Robbie und Gosling auf Inlineskates bei Dreharbeiten in Venice Beach, Los Angeles gesichtet,Come on, Barbie, let’s go… Inlineskating. In: Spiegel Online, 29. Juni 2022 (abgerufen am 10. Juni 2022). wobei beide neonfarbene Aerobic-Outfits trugen. Das Kostüm erinnerte stark an die sogenannte „Hot Skatin‘-Barbie“, die 1994 auf den Markt kam.Ryan Gosling und Margot Robbie spielen Ken und Barbie. In: tagesspiegel.de, 8. Juli 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022).
Der Film wurde von Hauptdarstellerin Robbie und ihrem Unternehmen LuckyChap Entertainment produziert. Als Koproduzenten traten die Gesellschaften Mattel Films und HeyDay Films in Erscheinung.Samantha Bergeson: Everything to Know About Greta Gerwig’s ‘Barbie’ Starring Margot Robbie and Ryan Gosling. In: indiewire.com, 5. Juli 2022 (abgerufen am 10. Juli 2022). Für die Filmmusik von Barbie war ursprünglich Alexandre Desplat engagiert worden,Jordan Ruimy: Alexandre Desplat is Scoring ‘Barbie’. In: worldofreel.com, 5. September 2022 (abgerufen am 5. September 2022). der bereits an Little Women mitgewirkt hatte. Ende Mai 2022 wurde bekannt, dass der mehrfach Oscar-prämierte Franzose das Projekt verlassen hatte. Als Ersatz wurden Mark Ronson und Andrew Wyatt verpflichtet.Mark Ronson & Andrew Wyatt Scoring Greta Gerwig’s ‘Barbie’. In: filmmusicreporter.com, 25. Mai 2023 (abgerufen am 20. Juli 2023).
Einflüsse und Vorbilder Greta Gerwig nannte die zehn Filme, die sie für Barbie am meisten beeinflusst hätten. Dies seien Der Zauberer von Oz, 2001: Odyssee im Weltraum, Die Truman Show, Du sollst mein Glücksstern sein, Ich bin noch zu haben, Die Nacht vor der Hochzeit, Sein Mädchen für besondere Fälle, Splash – Eine Jungfrau am Haken und Ein Amerikaner in Paris, vor allem aber die pastellfarbenen Jacques-Demy-Filme Die Regenschirme von Cherbourg und daneben Die Mädchen von Rochefort sowie Das Fotomodell.
Besetzung und Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron. Dialogregie führte Antonia Ganz nach eigenem Dialogbuch.
mini|hochkant|Hauptdarstellerin Margot Robbie (2023) mini|hochkant|Ryan Gosling (2018) übernimmt die Rolle des Ken