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Bramstedt () ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie Lage Bramstedt liegt zwischen den Städten Bremerhaven und Bremen. Die Ortschaft befindet sich im nordöstlichen Teil der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen.

Ortsgliederung Ortsteile km² 1. Bramstedt (Kernort) 13,46 2. Harrendorf (niederdeutsch Harrendörp)(mit seinen Siedlungen Finnaund Finnaer Berg (niederdeutsch Finnaer Barg)) 11,51 3. Lohe (niederdeutsch Loh) 7,09 4. Wittstedt (niederdeutsch Wittst) 12,79

Nachbarorte

(Quelle:)

Geschichte Die germanischen Chauken besiedelten vor Christi Geburt das Gebiet beidseitig der Unterweser. Sächsische Stämme eroberten wahrscheinlich ab 300/400 n. Chr. weite Teile Niederdeutschlands und die Chauken gingen in den Sachsen auf. Bramstedt soll zu den ältesten Orten im Norden gehören. Es war bis etwa 1800 ein Bauerndorf, das seinen alten Ortskern bis heute erhalten hat. Die historischen Gebäude sind vorwiegend Fachwerkhäuser. Das Niedersachsenhaus ist ein 200 Jahre alter Fachwerkbau mit Backhaus, Schafstall und Wagenremise. Es dient heute als Begegnungsstätte.

Um die Zeit von 900 bis 1000 entstand bei der Missionierung des Gebietes in Bramstedt die erste bekannte Kirche. Die heutige evangelische St.-Jacobi-Kirche von 1750 brannte 1779 ab und wurde 1781 wieder aufgebaut. Das bronzene Taufbecken von 1469 stammt von Hinrich Klinghe.

Ab dem 11. Jahrhundert gelangte Bramstedt zum Bistum Bremen, ab 1648 zum schwedisch beherrschten Reichsterritorium Bremen-Verden, ab 1719/1720 zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (1815 Königreich Hannover), das 1866 als Provinz Hannover an Preußen kam. Ab 1885 gehörte der Ort zum Amt Hagen und zum Landkreis Geestemünde der 1932 in den Landkreis Wesermünde aufging und 1977 in den Landkreis Cuxhaven. 1927 war das Amtsgericht in Hagen, eine Poststelle befand sich in Bramstedt und das Finanzamt lag in Wesermünde. Im April 1945 wurden Tausende von KZ-Häftlingen des KZ Neuengamme bei der Evakuierung des Außenlagers Farge auf einem Todesmarsch in Richtung Bremervörde durch den Ort getrieben. Seit 1946 liegt Bramstedt im Land Niedersachsen.

Eingemeindungen Die Samtgemeinde Hagen entstand zum 1. Januar 1970 und umfasste mit Bramstedt zunächst 16 Gemeinden. Nach § 7 des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Bremervörde vom 13. Juni 1973 (Nds. GVBl. S. 183) wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Harrendorf, Lohe und Wittstedt im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, in die Gemeinde Bramstedt eingegliedert.

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen mit seinen 16 Ortschaften.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 423 1925 506 1933 494 1939 483 1950 720 1956 641 1961 583 ¹ 1970 654 ² 1973 681 1975 1549 ³ Jahr Einwohner Quelle 1980 1658 ³ 1985 1689 ³ 1990 1649 ³ 1995 1823 ³ 2000 1831 ³ 2005 1888 ³ 2010 1885 ³ 2013 1850 ³ 2017 1957 ¹ Volkszählungsergebnis vom 6. Juni ² Volkszählungsergebnis vom 27. Mai ³ jeweils zum 31. Dezember

Politik

Ortsrat Der Ortsrat von Bramstedt setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Aus den Ergebnissen der vergangenen Ortsratswahlen ergaben sich folgende Sitzverteilungen: WahljahrCDUGrüneSPDFWGesamt202152119 Sitze2016422 –8 Sitze Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister von Bramstedt ist Lüder Schnibbe (CDU). Sein Stellvertreter ist Marvin Amelung (CDU) aus Lohe.

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Bramstedt stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Evangelische St.-Jacobi-Kirche von 1750 als rechteckiger Saalbau, verputzte Backsteinwände mit Strebepfeilern und einen Ostturm. 1779 brannte die Kirche ab und sie wurde 1781 wieder aufgebaut mit nunmehr hölzernen Segmentbogentonnen. Das bronzene Taufbecken, 1469 gegossen, stammt von Hinrich Klinghe. Der große Kanzelaltar entstand um 1781. Altes Schulhaus Bramstedt von 1873 auf der Kirchenwurt Niedersachsenhaus Bramstedt von 1780, als Fachwerkhaus mit Backhaus, Schafstall und Wagenremise, heute Museum sowie kulturelle und dörfliche Begegnungsstätte, betreut vom Heimatverein Bramstedt Großsteingräber bei Bramstedt (sie wurden im 19. Jahrhundert zerstört)

Denkmäler In Bramstedt steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Museen Die Kaffeemühlensammlung bzw. das Kaffeemühlenmuseum befand sich früher in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen in Wulsbüttel in der alten Schule. Seit ca. 2016 ist die Kaffeemühlenausstellung im Landkreis Cuxhaven an ihren jetzigen Standort gezogen, getrennt durch eine Straße nahe dem Niedersachsenhaus Bramstedt. In fast 60 Jahren hat Harald Sawatzki über 700 Kaffeemühlen zusammengetragen.

Naturdenkmale

Quelle (schöne Tränke)

Vereine Bürgerverein Dorfgemeinschaftshaus Wittstedt DRK – Ortsverein Bramstedt DRK – Ortsverein Harrendorf Förderverein von Kindergarten und Grundschule Bramstedt Freiwillige Feuerwehr Bramstedt Freiwillige Feuerwehr Harrendorf Freiwillige Feuerwehr Lohe Freiwillige Feuerwehr Wittstedt Heimatverein Bramstedt und Umgebung JFV Staleke 2011 Klub für Terrier von 1894, OG von der Geest Kyffhauser Kameradschaft Bramstedt und Umgebung Meerkatzen-Triker Reitverein Wittstedt Reservistenkameradschaft 26/SG Hagen Schützenverein Finna und Umgebung von 1898 Sozialverband Deutschland OV Bramstedt Sportverein Wittstedt 66 Tierasyl Heimatlos TSV Bramstedt

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes

Johann Hinrich Röver (1812–1895), Orgelbauer

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Hinrich Klinghe, auch Hinrik Klinghe (* 15. Jahrhundert), Erzgießer, er schuf 1469 die Bronzetaufe der örtlichen St.-Jacobi-Kirche Helga Grubitzsch (* 1943), Romanistin und Professorin für französische Literaturwissenschaft und Didaktik mit dem Schwerpunkt literaturwissenschaftliche und historische Frauenforschung, wohnte in Bramstedt

Sagen und Legenden Tür-Lüer Die Friesenquelle Das Karolingerschwert Die Glockenkuhle bei Gackau Der überlistete Teufel Wie der Name Harrendorf entstanden ist Die Zwerge im Rügen Barg und im Postbarg (Quelle unter:)

Literatur

Jonni Käsehage, Heimatverein Bramstedt: Bramstedt im Wandel der Zeit, Menschen und ihre Häuser – gestern und heute, 2009.

Weblinks

Internetauftritt der Gemeinde Hagen im Bremischen

Einzelnachweise

Laut Gemeinde Hagen im Bremischen am 27. November 2017

Ortsrat Bramstedt, Webseite Provox Systemplanung, Archivlink abgerufen am 18. Dezember 2023

Kategorie:Ort im Landkreis Cuxhaven Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Cuxhaven) Kategorie:Gemeindeauflösung 2014 Kategorie:Geographie (Hagen im Bremischen)