350px George Michael (1988) Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1988.

Zu den erfolgreichsten Künstlern gehörte George Michael. Sein Debütsoloalbum Faith mit der gleichnamigen Hitsingle – die meistverkaufte Single in den USA – war dort zwölf Wochen auf Platz eins, nur übertroffen vom Soundtrack zum Film Dirty Dancing mit 18 Wochen auf Platz eins in den USA. Auch in Deutschland und der Schweiz war Dirty Dancing das erfolgreichste Album, während bei den Singles in Deutschland Girl You Know It’s True von Milli Vanilli dominierte.

Ereignisse mini|hochkant=0.8|Jennifer Grey spielte „Baby“ in Dirty Dancing mini|hochkant=0.8|Patrick Swayze (hier 1989) spielte Johnny in Dirty Dancing und sang auch She’s Like the Wind auf dem Soundtrack Populäre Musik und Jazz 1. Januar: BBC Two strahlt seine Musik-Fernsehsendung The Old Grey Whistle Test zum letzten Mal aus. 9. Januar: Die britische Rockband Supertramp startet in Rio de Janeiro ihre World Migration Tour. 15.–24. Januar: Erstmals findet das Rock- und Bluesfestival Jugend im Palast im Ost-Berliner Palast der Republik statt. 20. Januar: Bei der Zeremonie zur Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame werden die Beach Boys, die Beatles, die Drifters, Bob Dylan und die Supremes aufgenommen. 23. Januar: Nirvana nehmen in Seattle innerhalb von wenigen Stunden ihre ersten im Studio produzierten Songs auf. 28. Januar: Ein Mann namens Matthew John Trippe aus Tampa reicht eine ungewöhnliche Klage gegen Mötley Crüe ein. Der psychisch labile Trippe, der in der Vergangenheit häufiger dem Gesetz in Konflikt geraten war, behauptet, heimlich von der Band engagiert worden zu sein, um sich als Nikki Sixx auszugeben, und in den Jahren 1983 und 1984 zeitweise mit der Band getourt, Songs geschrieben und Aufnahmen gemacht zu haben. Trippe zieht die Klage 1993 zurück. 8. Februar: Kenney Jones tritt zum letzten Mal als offizieller Schlagzeuger von The Who bei der Verleihung der British Phonographic Industry Awards auf, wo die Band für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird. 19. Februar: Der britische Sänger George Michael startet in Tokio seine The Faith Tour. 25. Februar: Der US-amerikanische Singer-Songwriter Bruce Springsteen startet in Worcester seine Tunnel of Love Express Tour. 2. März: Die 30. Grammy Awards in werden in New York City verliehen und von Billy Crystal moderiert. U2 gewinnen mit ihrem Album The Joshua Tree den Preis für das Album des Jahres, Paul Simons Lied Graceland die Auszeichnung für die Aufnahme des Jahres und das Duett Somewhere Out There von Linda Ronstadt und James Ingram den Preis für den Song des Jahres. Jody Watley wird als beste neue Künstlerin ausgezeichnet. 7. März: Die Band Depeche Mode gibt in der Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin ihr einziges Konzert in der DDR. 10. März: Andy Gibb stirbt fünf Tage nach seinem 30. Geburtstag im John Radcliffe Hospital in Oxford an Myokarditis, die durch eine kürzlich aufgetretene Virusinfektion verursacht und durch seinen jahrelangen Kokainmissbrauch verschlimmert wurde. 19. März: Die Band Nirvana gibt erstmals ein Konzert unter diesem Namen. 26. März: Die Single Man in the Mirror von Michael Jackson aus dessen Album Bad erreicht Platz eins der Billboard Hot 100. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Solokünstler in den US-amerikanischen Singlecharts vier Nummer-eins-Singles aus demselben Album platzieren kann. 30. März: Herbert Grönemeyers Album Ö erscheint, das am zweitmeisten verkaufte des Jahres in Deutschland. 7. April: Alice Cooper entgeht auf der Bühne nur knapp dem Tod, als der Galgen, eine der Bühnenshow-Requisiten, versagt. 19. April: Die US-amerikanische Band Public Enemy veröffentlicht ihr Album It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back, das zu einem der meistverkauften Rap-Alben aller Zeiten wird. 19. April: Sonny Bono wird als Bürgermeister von Palm Springs (Kalifornien) vereidigt. 19. April: In der Londoner Royal Albert Hall geben Supertramp ihr letztes Konzert vor ihrer vorläufigen Trennung. Die Band kommt 1996 wieder zusammen, jedoch ohne ihren Bassisten Dougie Thomson, der sich nach 1988 vollständig aus dem Musikgeschäft zurückzieht. 23. April: Nachdem das Album The Dark Side of the Moon von Pink Floyd den Rekord von 741 aufeinander folgenden Wochen in den Top 200 der Billboard-Charts aufgestellt hat, wird es erstmals nicht mehr in der US-Hitparade geführt. 25. April: Doc McGhee, in der Vergangenheit als Manager für Kiss, Bon Jovi und Mötley Crüe tätig, wird zu fünf Jahren Bewährung verurteilt, nachdem er sich wegen Drogenschmuggels schuldig bekannt hatte. Die Anklagepunkte beziehen sich auf die Beschlagnahme von fast 40.000 Pfund Marihuana im Jahr 1982, die aus Kolumbien nach North Carolina eingeführt wurden. 30. April: Céline Dion gewinnt in Dublin mit dem Lied Ne partez pas sans moi für die Schweiz die 33. Auflage des Eurovision Song Contest. 14. Mai: Atlantic Records veranstaltet im Madison Square Garden in New York City ein Konzert zum 40. Geburtstag des Plattenlabels mit Auftritten vieler seiner größten Künstler der Vergangenheit. Zu den teilnehmenden Künstlern gehören Phil Collins, Crosby, Stills and Nash, Genesis, Iron Butterfly, Ruth Brown, Foreigner, Yes und Wilson Pickett, doch der Auftritt der wiedervereinigten Led Zeppelin sorgt für die größte Aufmerksamkeit. Unterstützt werden Led Zeppelin am Schlagzeug von Jason Bonham, dem Sohn ihres 1980 verstorbenen Schlagzeugers John Bonham. 10. Juni: Die Singende Revolution beginnt in der Sowjetrepublik Estland. 11. Juni: Im Londoner Wembley-Stadion findet das Solidaritätskonzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela statt; Mitwirkende sind u. a. Peter Gabriel, Tracy Chapman, die Eurythmics, Stevie Wonder und Simple Minds. 16.–22. Juni: In Ost-Berlin findet das Kulturfestival Friedenswoche der Berliner Jugend statt. 18. Juni: Das 101. Konzert der Music for the Masses Tour von Depeche Mode findet im Pasadena Rose Bowl vor über 60.000 Fans statt. Das Konzert wird unter der Regie von D. A. Pennebaker für den Dokumentar-Konzertfilm und das Live-Album 101 der Band gefilmt und aufgenommen. 27. Juni: Das legendäre Detroiter Plattenlabel Motown wird für 61 Millionen Dollar an MCA und eine Investmentfirma verkauft. 1. Juli: Das Tollwood-Festival findet erstmals in München statt (bis 11. Juli). 2. Juli: Mit Dirty Diana, der fünften Single aus seinem Album Bad bricht Michael Jackson den Rekord, fünf aufeinanderfolgende Singles desselben Albums an der Spitze der US-amerikanischen Billboard Hot 100 zu platzieren. Er ist der erste und bisher einzige männliche Künstler, dem dies gelang. 9. Juli: Die Punkband Die Ärzte gibt ihr Abschiedskonzert auf Sylt, nachdem sie zuvor Westerland veröffentlicht hatte. 14. Juli: Carlos Santana tritt gemeinsam mit Wayne Shorter beim Montreux Jazz Festival auf (2005 wird der Mitschnitt veröffentlicht). 14.–16., 22./23. Juli, 27./28. August: Mit sieben ausverkauften Konzerten (gleichbedeutend mit 504.000 Zuschauern) stellt Michael Jackson im Londoner Wembley-Stadion einen neuen Besucherrekord auf. Dieser Rekord wird zwar 2011 offiziell von der britischen Boygroup Take That gebrochen, die an gleicher Stelle acht ausverkaufte Konzerte hintereinander geben, jedoch spielen Take That ihre Shows im 2007 fertiggestellten, neuen Wembley-Stadion. 19. Juli: Das Bruce-Springsteen-Konzert in Ost-Berlin ist das größte Konzert in der Geschichte der DDR. 23. Juli: Im Craigtoun Country Park in St Andrews geben Marillion ihr letztes Konzert mit ihrem Frontmann Fish. 8. August: Die US-amerikanische Hip-Hop-Gruppe N.W.A veröffentlicht ihr Album Straight Outta Compton. 12. August: Public Enemy erregen Aufsehen durch ein Konzert im Gefängnis Rikers Island in New York City vor 250 Häftlingen und 100 Journalisten. 6.–9. September: Elton John versteigert bei Sotheby’s zahlreiche Gegenstände aus seiner persönlichen Sammlung, darunter Erinnerungsstücke und seine extravaganten Bühnenoutfits der 1970er-Jahre, für insgesamt 8,5 Millionen Dollar, die er wohltätigen Organisationen, darunter dem Prince’s Trust, spendet. 7. September: Metallica veröffentlicht das Album …And Justice for All. 9. September: Der britische Sänger und Pianist Elton John startet in Miami seine Reg Strikes Back Tour. 15. September: Marillion geben in einer Pressemitteilung ihrer Plattenfirma EMI den Ausstieg ihres Sängers Fish bekannt. Als Gründe für die Trennung werden musikalische Differenzen zwischen dem Sänger und den anderen Bandmitgliedern angegeben, weswegen auch ein sich bereits in Arbeit befundenes, fünftes gemeinsames Studioalbum nicht zustande kam. 16. September: Der Film Buster, eine Tragikomödie über den Postzugraub in Großbritannien am 8. August 1963 um die Ganoven Ronald Biggs und Buster Edwards feiert in London Premiere. Die Titelrolle des Buster Edwards spielt Phil Collins, der zum Soundtrack des Films die Coverversion A Groovy Kind of Love, so wie die von ihm gemeinsam mit Lamont Dozier geschriebenen Lieder Two Hearts und Loco in Acapulco (letzteres gesungen von den Four Tops) beiträgt. Two Hearts wird für einen Oscar in der Kategorie „bester Filmsong“ nominiert. 24. September: James Brown muss sich wegen verschiedener Delikte verantworten, nachdem er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei auf einem Interstate Highway geliefert hatte. Zuvor war er Berichten zufolge in ein Seminar in einem Gebäude in Augusta (Georgia), in dem er ein Büro besaß, eingebrochen, hatte mit einer Waffe herumgefuchtelt und gefragt, wer seine Toiletten benutzt habe. 8. Oktober: Bathory veröffentlicht das Album Blood Fire Death, das unter anderem als Pionierwerk des Viking Metal gilt. 5. November: Beim Jazzfest Berlin tritt Laurie Anderson auf. 7. November: John Fogerty gewinnt einen Plagiatsprozess gegen Fantasy Records. Das Plattenlabel hatte argumentiert, Fogertys Hit The Old Man Down the Road aus dem Jahr 1985 sei seinem Creedence-Clearwater-Revival-Lied Run Through the Jungle aus dem Jahr 1970 zu ähnlich. 11. November: Das schwedische Pop-Duo Roxette startet in Karlskoga seine Look Sharp Live! Tour. 12. November: Das Live-Studio-Doppelalbum Rattle and Hum von U2 erreicht Platz eins der US-amerikanischen Billboard 200 und ist damit das erste Doppelalbum seit Bruce Springsteens The River im Jahr 1980, dem dies gelingt. 4. Dezember: Roy Orbison gibt sein letztes Konzert in Akron, bevor er zwei Tage später an einem Herzinfarkt stirbt. 28. Dezember: Nach einer offenbar heftigen Auseinandersetzung mit Sean Penn ruft Madonna die Polizei zu dem Haus in Malibu (Kalifornien), das sie mit ihrem Noch-Ehemann bewohnt. Im Second Summer of Love wird die Musikrichtung Acid House im Vereinigten Königreich und darüber hinaus populär. Zum ersten Mal wird das Sunflower River Blues & Gospel Festival in Clarksdale, Mississippi veranstaltet. Das Musical Blutiger Honig wird durch College of Hearts in Berlin uraufgeführt.

Klassische Musik und Musiktheater 1. Januar: Erstmals dirigiert Claudio Abbado das diesjährige Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. 26. Januar: Das Musical Das Phantom der Oper von Andrew Lloyd Webber feiert seine Broadwaypremiere. 16. April: Die konzertante Uraufführung der Oper Beatrice Cenci von Berthold Goldschmidt findet in London statt. 7. Mai: In Mailand wird die Oper Montag von Karlheinz Stockhausen aus dem Zyklus Licht uraufgeführt. 4. Juni: Die Oper Bremer Freiheit feiert im Gasteig in München Premiere und macht die Komponistin Adriana Hölszky international bekannt. 12. Juni: In der eigens dafür errichteten Starlighthalle in Bochum findet die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Starlight Express von Andrew Lloyd Webber statt. Es wird in der Folge das weltweit erfolgreichste Musical an einem festen Standort. Juni: Die multimediale Jazz-Oper Cosmopolitan Greetings von George Gruntz und Rolf Liebermann mit einem Libretto von Allen Ginsberg wird in Hamburg in der Staatsoper erstmals aufgeführt.