Die Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins (kurz DAV Wuppertal) ist eine Sektion des Deutschen Alpenvereins in Wuppertal. Die Sektion Wuppertal wurde am 15. Januar 1891 als Sektion Bergisches Land des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV) gegründet. Sie ist somit eine der älteren und mit Mitgliedern (Stand: ) nach dem SV Bayer Wuppertal (7600) der zweitgrößte Verein in Wuppertal und eine der größeren Sektionen des Deutschen Alpenvereins.
Geschichte Sektion Bergisches Land/Elberfeld/Wuppertal Die Sektion Bergisches Land des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV) wurde am 15. Januar 1891 durch 19 Männer im damals noch selbstständigen Ort Barmen gegründet. Als Sektionsname wurde der neutrale Name Bergisches Land gewählt. Die Vereinsabende wurden abwechselnd in Barmen und Elberfeld abgehalten. Schon bald konnten die Elberfelder im Gasthof zum Weidenhof ein eigenes Heim beziehen, in Barmen stand als Sektionslokal der Gasthof zum Prinz Wilhelm zur Verfügung. Ein eichener Bibliotheksschrank wurde als Beginn einer später über 1000 Bände umfassenden Bücherei gestiftet. 1910 begann die Sektion mit den Plänen für einen Hüttenbau in den Alpen. Im selben Jahr wurde die Sektion Bergisches Land in Sektion Elberfeld umbenannt. Durch den Kriegsausbruch konnte die geplante Elberfelder Hütte erst 1928 errichtet werden. Der Zweite Weltkrieg fügte der Sektion einen schweren Schaden zu, als die Geschäftsstelle durch Bomben und Feuer mit allen Beständen, darunter über 1000 Bibliotheksbeständen, vernichtet wurde. Am 22. Juni 1952 nahm die Sektion feierlich Besitz von der Sauerlandhütte in Neuastenberg. Die Sektion Elberfeld feierte 2003 das 75-jährige Bestehen der Elberfelder Hütte in der Schobergruppe. Man hatte sich selbst ein Geschenk gemacht: Ein Gipfelkreuz auf dem Roten Knopf. Im Sommer 2005 nannte sich die Sektion Elberfeld in Sektion Wuppertal um. Die Elberfelder Hütte ist mit dem gemeinsamen Umweltgütesiegel des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins ausgezeichnet.
Im August 2021 wurde die Sektion Wuppertal mit der Sektion Barmen verschmolzen. Bei einer Mitgliederbefragung am 27. Februar 2020 stimmten zwei Drittel für den Namen „Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.“ ab.
Sektion Barmen Am 25. November 1896 spalteten sich Mitglieder der Sektion Bergisches Land ab und gründeten die Sektion Barmen. In der 14. Sitzung vom 18. Mai 1898 wurde beschlossen, eine Hütte am Hochgall zu bauen. Die feierliche Einweihung der Barmer Hütte fand am 27. August 1900 statt. Die Sektion Barmen wurde im August 2021 mit der Sektion Wuppertal zu einer Sektion verschmolzen.
Neubau der Barmer Hütte
Am 4. Juni 1956 erhielt der Hüttenwart der Barmer Hütte die Nachricht durch ein Telegramm, dass das Haus durch einen Lawinenabgang völlig zerstört wurde. Für den Hüttenneubau wurde im September 1957 ein 4 km langer Weg in Kleinpatsch befahrbar und eine Materialseilbahn fertiggestellt. Am 31. August 1958 konnte Richtfest und ein Jahr später Einweihung der Neuen Barmer Hütte gefeiert werden. Ein Unwetter verwüstete 1965 das ganze Defereggental, der Hüttenwart der Barmer Hütte konnte durch Verbau der Türen ein Eindringen des Wassers in das Haus verhindern. In St. Jakob in Defereggen besitzt die Sektion eine sektionseigene Sommerunterkunft. Dieses Barmer Haus wurde in den 1970er Jahren winterfest gemacht und konnte nun auch für die neu eingeführte Wintersaison in St. Jacob genutzt werden. Durch den am 25. Juni 1967 eröffneten Felbertauerntunnel und die neue Straße nach Matrei wurde die Anreise ins Defereggen ganzjährig ohne Probleme möglich. Am 25. Juli 2026 wurde der Barmer Hütte offiziell das Umweltgütesiegel des Deutschen Alpenvereins verliehen. mini|Die Barmer Hütte mit Barmer Spitze und Gipfelkreuz (2008). Errichtung des Gipfelkreuzes auf der Barmer Spitze
Bei den Bergsteigern der Sektion Barmen, die die Barmer Spitze bestiegen hatten, kam der Wunsch auf, auf diesem Berg ein Gipfelkreuz zu errichten. Auf der Vorstandssitzung vom 18. Juli 1986 konnte den Anwesenden bereits ein Modell 1:5 des geplanten Kreuzes vorgestellt werden. Das Kreuz war aus rostfreiem Stahl freistehend ohne zusätzliche Seilverankerungen geplant, das bedeutete, dass das Kreuz ein Betonfundament brauchte. Der Transport des zerlegten Kreuzes auf den Gipfel der Barmer Spitze übernahm die Jugendgruppe der Sektion. Auf dem vorbereiteten Fundament, dessen Beton durch 9 Hubschrauberflüge auf den Gipfel gebracht worden war, montierten sie das Kreuz. Am 8. August 1987 fand dann die Weihung des Kreuzes statt.
Fusion zur Sektion Wuppertal Schon 2004 und 2005 waren Bestrebungen im Gange eine Fusion der beiden Sektionen herbeizuführen, doch dazu kam es nicht, denn mit Eingang vom 7. März 2005 hatten alle sieben Jugendleiter der Sektion Barmen folgenden Antrag gestellt: Die Jahreshauptversammlung möge beschließen, die Fusionsbestrebungen mit der Sektion Elberfeld (Umbenennung erst danach in Wuppertal) des Deutschen Alpenvereins einzustellen und nicht weiter zu verfolgen. Durch die gemeinsame Historie der beiden Sektionen sowie die vielen Gemeinsamkeiten und bereits jahrelange Zusammenarbeit, wurde das Bestreben der Verschmelzung zu einer Sektion 2020 in den Mitgliederversammlungen beider Sektionen wieder aufgenommen und letztendlich durchgesetzt.
Mit Datum vom 26. August 2021 haben sich die beiden Sektionen Barmen und Wuppertal des Deutschen Alpenvereins zur Sektion Wuppertal des DAV zusammengeschlossen. Das übergeordnete Ziel ist es, als ein Verein die Attraktivität für die Mitglieder zu steigern, zukunftsfähig zu bleiben und eine kraftvollere Präsenz in der Öffentlichkeit zu haben.
Tätigkeitsbereiche Die Sektion beziehungsweise deren Untergruppen sind u. a. aktiv in den Bereichen: mini|Jonas Baumann (Sektion Wuppertal) beim Boulder Worldcup 2012 in München Wandern Bergsteigen Klettern Bouldern Nordic Walking Ski Hallensport Mountainbike Handballabteilung CDG / DAV
Sektionsvorsitzende Eine chronologische Übersicht über alle Präsidenten der Sektionen seit Gründung.
Sektion Bergisches Land /Elberfeld / Wuppertal Sektion Barmen Amtszeit Präsident als Sektion Bergisches Land 1891–1896 Friedrich Kaiser 1897–1910 Emanuel Schmidt als Sektion Elberfeld 1910–1917 Anton Schmitz 1917–1928 Michels 1928–1945 Uhlhorn 1945–1947 ― 1947–1963 Greef 1964–1976 Hans Nase 1976–1997 Rolf Deppe 1997–2005 Hans-Hermann Schauerte als Sektion Wuppertal 2005–2007 Hans-Hermann Schauerte 2007–2018 Andreas Schlenkhoff 2018–2021 Andreas Lohmann Amtszeit Präsident 1896–1906 Friedrich Kaiser 1906–1917 Ludwig Fenner 1917–1919 Notvorstand Julius Erbslöh 1919–1926 Wolfgang Paeckelmann 1926–1931 Neugebauer 1931–1937 Peter Klotzbach 1937–1945 Borcherding 1945–1947 ― 1947–1951 Borcherding 1951–1981 Hans Schmitz 1981–1987 Hubert Hug 1987–1992 Hans-Peter König 1992–2003 Peter Vorsteher 2003–2021 Andreas Sauerwein2021–2024Peter Vorsteher Sektion Wuppertal Amtszeit Präsident Seit 2024 Peter Bannenberg Anmerkung
Hütten und Wegebau mini|Flagge der Sektion Wuppertal des DAV an der Elberfelder Hütte Die Sektion Wuppertal betreibt zwei bewirtschaftete sowie zwei unbewirtschaftete DAV-Hütten.
Bewirtschaftete Hütten Barmer Hütte, (Rieserfernergruppe) erbaut 1900, Neubau 1959. Im Mai 2011, hat die Sektion Speyer die Hüttenpatenschaft für die Barmer Hütte der ehemaligen Sektion Barmen übernommen. Elberfelder Hütte, (Schobergruppe) erbaut 1928. Die Elberfelder Hütte befindet sich im Arbeitsgebiet der „Sektion Wuppertal“ des Deutschen Alpenvereins. Die Sektionen Gelsenkirchen, Recklinghausen und Rhein-Sieg tragen die Aufgaben und Lasten der Hüttenunterhaltung via Hüttenpatenschaft mit.
Selbstversorgerhütten Barmer Haus, (Venedigergruppe), erbaut vor 1922, erworben in den 1960er Jahren. Sauerlandhütte, (Rothaargebirge) erbaut 1952.
Wegebau Barmer Hütte. Arbeitsgebiet in der Rieserfernergruppe. Alle Wege, die die Barmer Hütte berühren, werden von der Sektion Wuppertal betreut: Verbindung zur Kasseler Hütte bis zum Lenksteinjoch. Normalweg von der Materialseilbahn bis zur Barmer Hütte Weg Barmer Hütte zum Almerhorn, Jägerscharte zum Obersee Weg Barmer Hütte zur Riepenscharte Weg Barmer Hütte zum Lenkstein Weg Barmer Hütte zur oberen Seebachalm über Roßhornscharte Weg Barmer Hütte über den Seebach und Jägersteig ins Patscher Tal Bergtour Barmer Spitze Bergtour Hochgall Bergtour Große Ohrenspitze Geplant: Bergtour Krügergrat Elberfelder Hütte. Arbeitsgebiet in der Schobergruppe. Bereits 1910 wurde der Sektion Elberfeld das Gößnitztal als Arbeits- und Hüttengebiet zugewiesen. Wege im Arbeitsgebiet, Markierung: drei horizontale Streifen (rot, weiß, rot) im weißen Feld. Nr. 915 (Elberfelder Weg – Dieser Weg wird für den Aufstieg empfohlen) Heiligenblut – Gößnitzgraben – Innerebenalm – Elberfelder Hütte – Gössnitz Scharte (Übergang zur Lienzer Hütte) Nr. 918 (Wiener Höhenweg) Elberfelder Hütte – Tramer Kar – Kesselkees Sattel (Übergang zur Glorer Hütte) Nr. 918 (Wiener Höhenweg) Elberfelder Hütte – Horn Scharte (Übergang zur Adolf – Nossberger Hütte und in das Gradental) Nr. 920 Außerebenalm – Wirtsbaueralm – vorderer, mittlerer und hinterer Langtal See – Elberfelder Hütte Elberfelder Hütte – Brenten Scharte (Übergang zur Gradenalm) Elberfelder Hütte – Kristall Scharte (Übergang zur Bubenreuther Hofe)
Kletterzentren Kletterzentrum Wupperwände. Seit 18. Februar 2006 besteht in Langerfeld das DAV Kletterzentrum Wupperwände. Der Trägerverein DAV Kletterzentrum Wuppertal e.V. betreibt die Kletterhalle seit dem 1. November 2020 in Eigenregie. Das Kletterzentrum Wupperwände ist Landesleistungszentrum Nordrhein-Westfalens des Deutschen Alpenvereins für den Klettersport. Hier klettern Breitensportler sowie Leistungssportler und Wettkampf-Kader. Neben vielen nationalen Wettkämpfen wurde hier auch schon der European Youth Cup ausgetragen. Juliane Wurm und Jonas Baumann, beide vielfache deutsche Meister im Sportklettern und Bouldern, gehören zur Sektion Wuppertal des Deutschen Alpenvereins und waren auch international erfolgreich. Jonas Baumann war über viele Jahre Landeskader-Trainer für den Landesleistungsstützpunkt Wuppertal. Seit 2025 ist Finn Fleck von der Sektion Wuppertal eine feste Größe im Nationalkader. Im Jahr 2026 konnte Emilia Briel beweisen, dass auch sie großes anstrebt. Sie gewann neben anderen Wettkämpfen die beiden Deutschen Jugendcups im Speedklettern und nahm an ersten Internationalen Wettkämpen teil. Ebenfalls erhielt sie die nominierung für die Jugend WM 2026. Im Nachwuchsbereich zeichnen sich regelmäßig Wuppertaler Athleten durch sehr gute Ergebnisse auf Kids Cups, Landesmeisterschaften, Deutschen Jugendcups sowie Deutschen Meisterschaften aus. Klettergarten Spreeler Mühle. Der Klettergarten Spreeler Mühle wird von der Sektion Wuppertal betreut. Insgesamt findet man hier 13 sehr gut abgesicherte Kletterrouten im 1. bis leichten 6. Grad. Ein Übungsklettersteig sowie Abseilstellen sind ebenfalls vorhanden. Klettergarten Steinkuhle. Der Klettergarten „Steinkuhle“ in Neuastenberg bei Winterberg wurde im Jahr 2011 vom DAV Hochsauerland eingerichtet. Die Wände sind ca. 12 m hoch mit südöstlicher Ausrichtung. Viele Kletterrouten liegen im leichten 3. oder 4. Schwierigkeitsgrad. Der DAV Wuppertal hat die Gebietsbetreuung übernommen. Klettergarten Felsenarena. Im Höfen (Straße im Stadtteil Barmen) befindet sich der Klettergarten „Felsenarena“. Mit Unterstützung der Stadt Wuppertal und dem TuS Grün-Weiß Wuppertal wurde das Klettergebiet von der Sektion Wuppertal erschlossen. Die Felsenarena bietet um die 35 gut gesicherte Kletterrouten sowie 25 Boulderrouten. mini|Juliane Wurm (Sektion Wuppertal) beim Boulder Worldcup in Wien 2010
Bekannte Mitglieder Anton Schmitz Julius Erbslöh Wolfgang Paeckelmann Peter Klotzbach Juliane Wurm Jonas Baumann Finn Fleck
Literatur Festschriften der Sektion Elberfeld: Digitalisate Festschriften der Sektion Barmen: Digitalisate