Der Landkreis Säckingen war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.
Geografie
Lage Der Landkreis Säckingen lag im Südwesten Baden-Württembergs.
Geografisch hatte der Landkreis Säckingen Anteil am Schwarzwald, dessen südlichen Ausläufern sowie dem östlich anschließenden Hotzenwald. Die Kreisstadt Säckingen (heute Bad Säckingen) lag am südlichen Rand des Kreisgebiets direkt am Rhein.
Nachbarkreise Seine Nachbarkreise waren 1972 im Uhrzeigersinn beginnend im Westen Lörrach, Hochschwarzwald und Waldshut. Im Süden bildete der Rhein die natürliche Grenze zur Schweiz.
Geschichte
Bezirksamt Säckingen
Die Stadt Säckingen mitsamt den umliegenden Dörfern gehörte im 18. Jahrhundert zum Oberamt Breisgau in Vorderösterreich. Die Gegend wurde 1793 von den französischen Revolutionstruppen erobert und 1805 von Napoleon Bonaparte dem neugebildeten Großherzogtum Baden zugeschlagen.
In Baden wurde am 22. Juni 1807 in der Provinz des Oberrheins das Oberamt Säckingen eingerichtet. Ihm zugeteilt wurden zunächst die Stadt Säckingen sowie unter anderem die Orte Binzgen, Herrischried, Kleinlaufenburg, Murg, Obersäckingen und Willaringen.Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1807, S. 95 Durch das Organisationsrescript vom 26. November 1809 wurde das Amt Säckingen neu abgegrenzt und dem neuen Wiesenkreis zugeordnet.Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1809, S. 405 1810 und 1813 wurde das Amt um weitere Orte vergrößert.Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1810, S. 357Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1813, S. 134 Nach der Auflösung des Wiesenkreises kam das Amt Säckingen 1815 zum Dreisamkreis.Grossherzoglich-Badisches Regierungs-Blatt 1815, S. 131 Ab 1832 gehörte das Amt zum Oberrheinkreis.Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt 1832, S. 134
1864 wechselte die Gemeinde Wehr aus dem Bezirksamt Säckingen zum Bezirksamt Schopfheim. Das Bezirksamt Säckingen gehörte seitdem zum Kreis Waldshut im Landeskommissärbezirk Konstanz.Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1863, S. 399
Am 1. April 1921 wechselte die Gemeinde Warmbach des Bezirksamtes Lörrach zum Bezirksamt Säckingen und wurde nach Nollingen eingemeindet.Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1921, S. 111
Am 1. Oktober 1936 wurde das Bezirksamt Säckingen um die Gemeinden Dossenbach, Minseln, Nordschwaben, Todtmoos und Wehr des Bezirksamtes Schopfheim sowie die Gemeinden Albert, Engelschwand, Görwihl, Grunholz, Hartschwand, Hauenstein, Hochsal, Ibach, Luttingen, Niederwihl, Oberwihl, Rotzel, Rotzingen, Rüßwihl, Schachen, Schlageten, Segeten, Strittmatt, Urberg, Wilfingen, Wittenschwand und Wolpadingen des Bezirksamtes Waldshut vergrößert.Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1936, S. 81
Landkreis Säckingen
Seit dem 1. Januar 1939 hieß das Bezirksamt Säckingen Landkreis Säckingen.
Der Landkreis Säckingen fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Säckingen zum Regierungsbezirk Südbaden. Durch die Gemeindereform ab 1970 veränderte sich das Kreisgebiet in einem Fall. Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Schlageten mit der Gemeinde Immeneich, Landkreis Waldshut, zur neuen Gemeinde Albtal (die jedoch 1974 nach St. Blasien eingemeindet wurde) vereinigt und verließ somit den Landkreis Säckingen.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Säckingen aufgelöst. Seine Gemeinden gingen überwiegend im vergrößerten Landkreis Waldshut auf, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Säckingen wurde. Fünf Gemeinden im westlichen Kreisgebiet gingen im vergrößerten Landkreis Lörrach auf.
Einwohnerentwicklung Datum Einwohner Quelle 1814 12.477 1834 19.993 1852 18.515 1871 18.241 1890 17.755 1910 22.824 1925 25.235 verwaltungsgeschichte.de: Landkreis Säckingen 1933 27.544 17. Mai 1939 43.649 Volkszählungsergebnis 13. September 1950 50.263 6. Juni 1961 65.797 27. Mai 1970 75.344 Das Bezirksamt Säckingen wurde 1936 deutlich vergrößert.
Politik Landräte Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Säckingen 1807–1972:
Wappen Das Wappen des Landkreises Säckingen zeigte in von Rot und Gold gespaltenem Schild vorne einen schwebenden silbernen Abtsstab, dessen abgekehrte Krümme mit grünen Steinen belegt ist, hinten einen schräg nach oben gerichteten roten Blitz. Das Wappen wurde dem Landkreis Säckingen am 25. August 1966 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen. Der Abtsstab symbolisiert das Kloster Säckingen, der Blitz steht für die Energiegewinnung im Kreis. Auf damals zum Bezirksamt Säckingen, seit 1973 jedoch zum Nachbarlandkreis Lörrach gehörenden Gebiet wurde das erste Flusskraftwerk Europas gebaut. Die Blasonierung deutet auf die badischen Farben Rot-Gelb und auf die Farben Vorderösterreichs (Rot-Weiß) hin, zu dem das Gebiet früher gehörte bzw. 1806 gelangte.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das Kreisgebiet führte keine Bundesautobahn. Daher wurde der Kreis nur durch die Bundesstraße 34 und mehrere Kreisstraßen erschlossen.
Gemeinden Zum Landkreis Säckingen gehörten ab 1936 zunächst 53 Gemeinden, davon 5 Städte.
Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Säckingen machten am 1. Januar 1971 die Gemeinden Urberg, Wilfingen, Wittenschwand und Wolpadingen, die sich zur neuen Gemeinde Dachsberg (Südschwarzwald) vereinigten. Gleichzeitig vereinigte sich die Gemeinde Schlageten mit der Nachbargemeinde Immeneich, Landkreis Waldshut zur neuen Gemeinde Albtal. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Säckingen schließlich am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.
Die größte Gemeinde des Landkreises war die Stadt Rheinfelden (Baden). Die kleinste Gemeinde war Rütte. alternativtext=Karte der “Spaltung” des Landkreises|mini|Karte der “Spaltung” des Landkreises In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Säckingen vor der Gemeindereform. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970. frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Einwohneram 6. Juni 1961 Einwohneram 27. Mai 1970 Altenschwand Rickenbach Waldshut 383 428 Bergalingen Rickenbach Waldshut 258 306 Binzgen Laufenburg (Baden) Waldshut 624 848 Dossenbach Schwörstadt Lörrach 387 395 Engelschwand Görwihl Waldshut 165 189 Görwihl Görwihl Waldshut 963 1.133 Großherrischwand Herrischried Waldshut 169 202 Grunholz Laufenburg (Baden) Waldshut 259 257 Hänner Murg Waldshut 598 720 Harpolingen Bad Säckingen Waldshut 364 431 Hartschwand Görwihl Waldshut 146 149 Hauenstein, Stadt Laufenburg (Baden) Waldshut 157 151 Herrischried Herrischried Waldshut 584 612 Hochsal Laufenburg (Baden) Waldshut 409 448 Hogschür Herrischried Waldshut 204 238 Hornberg Herrischried Waldshut 217 225 Hottingen Rickenbach Waldshut 543 582 Hütten Rickenbach Waldshut 245 317 Ibach Ibach Waldshut 341 311 Karsau Rheinfelden (Baden) Lörrach 2.552 3.209 Laufenburg (Baden), Stadt Laufenburg (Baden) Waldshut 3.336 3.947 Luttingen Laufenburg (Baden) Waldshut 702 1.021 Minseln Rheinfelden (Baden) Lörrach 1.080 1.338 Murg Murg Waldshut 2.662 3.406 Niedergebisbach Herrischried Waldshut 173 182 Niederhof Murg Waldshut 945 1.093 Niederwihl Görwihl Waldshut 399 491 Nordschwaben Rheinfelden (Baden) Lörrach 248 222 Oberhof Murg Waldshut 476 471 Oberwihl Görwihl Waldshut 423 485 Öflingen Wehr Waldshut 2.507 2.727 Rheinfelden (Baden), Stadt Rheinfelden (Baden) Lörrach 14.642 17.258 Rickenbach Rickenbach Waldshut 543 715 Rippolingen Bad Säckingen Waldshut 263 337 Rotzel Laufenburg (Baden) Waldshut 475 478 Rotzingen Görwihl Waldshut 329 360 Rüßwihl Görwihl Waldshut 466 532 Rütte Herrischried Waldshut 133 122 Säckingen, Stadt Bad Säckingen Waldshut 11.326 12.894 Schachen Albbruck Waldshut 563 582 Schlageten St. Blasien Waldshut 250 235 Schwörstadt Schwörstadt Lörrach 1.616 2.034 Segeten Görwihl Waldshut 227 250 Strittmatt Görwihl Waldshut 340 323 Todtmoos Todtmoos Waldshut 1.937 1.940 Urberg Dachsberg (Südschwarzwald) Waldshut 302 281 Wallbach Bad Säckingen Waldshut 702 731 Wehr, Stadt Wehr Waldshut 7.413 8.537 Wehrhalden Herrischried Waldshut 305 306 Wilfingen Dachsberg (Südschwarzwald) Waldshut 324 368 Willaringen Rickenbach Waldshut 592 851 Wittenschwand Dachsberg (Südschwarzwald) Waldshut 283 276 Wolpadingen Dachsberg (Südschwarzwald) Waldshut 247 258
Kfz-Kennzeichen 120px|mini|Ehemaliges Kfz-Kennzeichen des Landkreises (für ein landwirtschaftliches Fahrzeug) Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SÄK zugewiesen. Es ist das einzige Unterscheidungszeichen, in dem der Buchstabe Ä vorkommt. Es wurde bis zum 31. Dezember 1972 ausgegeben und ist seit dem 15. März 2021 im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Waldshut wieder erhältlich.
Literatur Landkreis Säckingen. (= Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl; Heft 49). Hrsg. vom Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bearbeitung und Druck Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 1969.
Weblinks
Einzelnachweise
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