Latefa Wiersch (* 24. Februar 1982 in Dortmund) ist eine bildende Künstlerin. Sie schafft Skulpturen, anthropomorphe Objekte, Puppen, Rauminstallationen und Performances. Sie lebt in Zürich.

Leben Latefa Wiersch wuchs in Dortmund auf, studierte erst an der Fachhochschule Bielefeld Design, später Fine Arts an der Universität der Künste Berlin (Diplom 2011). 2019 erwarb sie einen Masterabschluss am Studiengang Master Contemporary Arts Practice der Hochschule der Künste Bern.

Im Februar 2025 übernahm sie gemeinsam mit Gökçe Ergör die Co-Leitung des Studiengangs Kunst der F+F Schule für Kunst und Design Zürich.

Werk In ihren Werken benutzt Latefa Wiersch vorwiegend Alltagsmaterialien und Stoffe und kreiert daraus Objekte und Puppen, die die Lebendigwerdung der Dinge sichtbar machen sollen. So wird die teils verzerrte Körperlichkeit hervorgehoben. Meist sind die installativen Arbeiten begleitet von Musik, Stop-Motion-Videos oder einem theatralen Lichteinsatz. Die Arbeiten sind geprägt von einem teils skurrilen Humor. In ihrer Werk Artpop-Insta treten die Puppen als Alter-Ego-Figuren der Künstlerin auf, geben Einblick in ihren fiktiven Alltag und thematisieren dabei auch breit Themen wie Alltagsrassismus, Tokenism und Othering. "Den zuerst handlichen, heute jedoch mindestens lebensgrossen Puppen verleiht Latefa Wiersch in Performances, in Videos oder fotografischen Inszenierungen ein eigendynamisches Leben und macht sie zugleich zu Protagonist:innen einer persönlichen, autofiktionalen Erzählung."

In ihrer Ausstellung Hannibal im Dortmunder Kunstverein 2025 wird die Hochhaussiedlung Hannibal II, in der die Künstlerin aufwuchs, zur raumgreifenden Kulisse für ihre textilen Puppenfiguren. Diese spiegeln postmigrantische Identitäten und sind unheimliche Doppelgänger der Künstlerin und ihres sozialen Umfelds. Die Ausstellung wurde mit dem Weststern Förderpreis für Kunstvereine in der Sparte herausragende Einzelausstellung gewürdigt. Wierschs Performance ist Teil des Festivals Dortmund Goes Black - the black universe.

Wiersch war nominiert für den Shizuko Yoshikawa Förderpreis 2020 und den Swiss Art Award 2021. Ihr Schaffen wurde auch sonst mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel 2022 mit dem Schweizer Performancepreis für ihre Performance mit Rhoda Davids Abel und Dandara Modesto, und 2023 mit dem Swiss Art Award.

Auszeichnungen 2025: Weststern Förderpreis für Kunstvereine, Sparte herausragende Einzelausstellung 2023: Swiss Art Award 2023: Kunststipendium Stadt Zürich 2022: Performancepreis Schweiz 2020: Freiraum Beitrag Stadt Zürich 2019: Werkbeitrag des Kantons Zürich 2016 Wilhelm-Morgner-Stipendium 2013: Stipendium der Kulturstiftung Sparkasse Unna 2013: artist residency Rotationsatelier, OG9/Kunsthaus Aussersihl Zürich 2013 Projektstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2012 Residenz und Projektstipendium, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen

Ausstellungen, Performances (Auswahl) 2026: Atlas Studios, Istituto Svizzero di Roma 2025: Hannibal. Dortmunder Kunstverein, Einzelausstellung 2024: Apropos Hodler. Kunsthaus Zürich, Gruppenausstellung 2022: Original Features. Kunsthaus Langenthal, Einzelausstellung 2022: Neon Bush Girl Society. Schauspiel Dortmund, Performance 2022: The Puppet Show. Centre d’art contemporain Genf 2022: Pulp. Black Future Month, Mouches Volantes Köln. 2021: Exhibtion. Swiss Art Award Basel und Last Tango Zürich 2021: Monsterhood Part II, Sennentuntschi, a cultural appropriation. Schauspiel Dortmund, Performance 2019: Ne Pas De Deux. Zentrum Paul Klee, Performance zusammen mit Emma Murray 2018: Artpop_Insta. Medienkunst, fortlaufende Werkreihe 2018: Road Trip. Museum Wilhelm Morgner, Soest, Einzelausstellung 2016: Pinocchio’s Wood and Four Other Lies. Kunstverein Unna, Einzelausstellung 2015: Peepshow Gepäckausgabe. Kunstverein Glarus, Einzelausstellung 2014: The Creation of Man. Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna, Einzelausstellung

Weblinks Offizielle Homepage von Latefa Wiersch „Latefa Wiersch — Soziale Klischees mit groben Nadelstichen aufgespießt“ im Kunstbulletin, November 2022 „The Puppet Show. Review“, Flash Art, Mai 2022 „Les marionnettes envahissent le Centre d'art contemporain de Genève“, RTS vom April 2022 „Digitale Kunst – Latefa Wiersch“, Kunstbulletin vom Juli 2019

Quellen/Einzelnachweise

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