Il filosofo di campagna (deutsche Titel: Der Philosoph auf dem Lande, Der Land-Mann ein Philosoph oder Der Philosoph vom Land) ist eine Opera buffa (Originalbezeichnung: „Dramma giocoso“) in drei Akten von Baldassare Galuppi (Musik) mit einem Libretto von Carlo Goldoni. Sie wurde am 26. Oktober 1754 im Teatro San Samuele in Venedig uraufgeführt und war eine der erfolgreichsten komischen Opern der 1750er Jahre.

Handlung

Kurzfassung

Erster Akt. Eugenia soll auf Wunsch ihres Vaters Don Tritemio den Bauern Nardo heiraten, obwohl sie den Edelmann Rinaldo liebt. Das Dienstmädchen Lesbina will ihr helfen, dies abzuwenden. Rinaldo hält bei Don Tritemio um Eugenias Hand an, wird aber abgewiesen. Nardo ist intelligent und wohlhabend, aber anspruchslos. Seine Nichte hingegen träumt davon, durch eine Ehe mit einem Bürger gesellschaftlich aufzusteigen. Als Nardo sich Eugenia vorstellen will, nimmt Lesbina ihre Rolle ein. Sie und Nardo sind sich sofort sympathisch, und Lesbina akzeptiert seinen Verlobungsring. Nardo, Don Tritemio und Lena glauben irrtümlich, dass er sich mit Eugenia verlobt habe.

Zweiter Akt. Lesbina gibt Eugenia den Ring, und diese zeigt ihn ihrem Vater als Beweis ihrer Verlobung. Rinaldo, der davon noch nichts weiß, kommt mit einem Notar zu Don Tritemio, um diesem seine vornehme Herkunft und seinen Reichtum zu beweisen. Don Tritemio würde ihn jetzt als Schwiegersohn akzeptieren und lässt seine Tochter holen. Erst ein Blick auf ihren Ring bringt ihm wieder in Erinnerung, dass sie ja bereits verlobt ist. Rinaldo ist zutiefst enttäuscht von Eugenia, die keine Gelegenheit findet, das Missverständnis aufzuklären. Die verzweifelte Eugenia gibt Lesbina den Ring zurück und schenkt ihr auch die Juwelen, die Nardo ihr inzwischen geschickt hat. Lesbina lässt Don Tritemio glauben, dass sie ihn heiraten wolle. Don Tritemio will beide Hochzeiten sofort stattfinden lassen. Unterdessen informiert Rinaldo Nardo über seine Liebe zu Eugenia. Nardo erklärt sofort seinen Verzicht. Er will auf keinen Fall eine Frau heiraten, die ihn nicht liebt. Lesbina versichert ihm aber, dass sie ihn wirklich liebe. Als Lena ihn anschließend über Lesbinas wahre Identität aufklärt, stört ihn ihr niedriger Stand nicht im Mindesten. Im Haus Don Tritemios diktiert Lesbina dem Notar den doppelten Ehevertrag, wobei sie Don Tritemio über die einzusetzenden Namen der Brautleute im Unklaren lässt. Da Eugenia nicht aufzufinden ist, müssen die Hochzeitsvorbereitungen abgebrochen werden.

Dritter Akt. Eugenia und Rinaldo sind zusammen geflohen und suchen Zuflucht Nardos Haus. Lena nimmt sie bereitwillig auf. Auch Don Tritemio trifft dort ein. Lena erzählt ihm, dass sich seine Tochter mit ihrem Bräutigam im Haus befinde und sie gerade den Notar holen wolle. Nardo verweigert Don Tritemio den Zutritt. Lena und der Notar erscheinen, und kurz darauf kommt auch Lesbina, die zu Don Tritemios Verwunderung mit Nardo ein Liebesduett singt. Erst jetzt informiert Lena Don Tritemio über die wahren Brautpaare. Er fühlt sich hintergangen, lässt sich aber durch ein Heiratsangebot Lenas trösten.

Erster Akt

Garten von Don Tritemios Haus

Szene 1. Eugenia, die unverheiratete Tochter Don Tritemios freut sich über den Duft eines Jasminzweigs, während das Dienstmädchen Lesbina die Schönheit einer Rose bewundert (Duett Eugenia/Lesbina: „Candidetto gelsomino“). Die in ihrem Lied angesprochene Vergänglichkeit des Schönen macht Eugenia traurig, zumal ihr Vater sie gegen ihren Willen mit dem reichen Bauern Nardo verheiraten will, obwohl sie den Edelmann Rinaldo liebt. Lesbina verspricht, ihr bei der Durchsetzung ihrer Wünsche zu helfen. Eugenia verlässt sich auf sie (Arie Eugenia: „Se perde il caro lido“).

Szene 2. Lesbina versucht, Don Tritemios Vertrauen zu gewinnen, indem sie ihm einige Lieder über Gemüse vorsingt, das nur schmeckt, solange es jung ist (Arietten Lesbina: „Quando son giovine“ – „Son fresca e son bella“). Sie deutet an, dass ein alter Bauer nicht zu seiner Tochter passe (Arietta Lesbina: „Non raccoglie le mie foglie“).

Szene 3. Don Tritemio hofft insgeheim auf ein Liebesverhältnis mit Lesbina. Er ist überzeugt, dass Nardo gut zu seiner Tochter passt, da er als reich und weise gilt und man ihn allgemein einen „Philosophen“ nennt. Als Rinaldo ihn um die Hand Eugenias bittet, weist Don Tritemio ihn ohne stichhaltige Gründe ab (Arie Don Tritemio: „La mia ragion è questa“).

Szene 4. Rinaldo will diese Antwort nicht akzeptieren (Arie Rinaldo: „Taci, amor, nel seno mio“).

Bauernhaus auf dem Land

Szene 5. Nardo begibt sich mit einigen anderen Bauern aufs Feld (Arietta Nardo: „Al lavoro, alla campagna“). Er liebt seine Arbeit und würde sie nie gegen ein Leben in der Stadt eintauschen.

Szene 6. Nardos Nichte Lena hingegen will auf keinen Fall einen Bauern heiraten. Sie träumt von einem Leben an der Seite eines gutsituierten Stadtbürgers (Arie Lena: „Di questa poverella“).

Szene 7. Nardo findet die Aufstiegswünsche der Menschen lächerlich (Arie Nardo: „Vedo quell’albero“).

Salon mit mehreren Türen in Don Tritemios Haus

Szene 8. Aus Angst vor ihrem Vater bittet Eugenia Rinaldo um Vorsicht. Sie schwört, dass sie keinen anderen als ihn heiraten werde.

Szene 9. Lesbina informiert das Paar darüber, dass Nardo seine Braut kennenlernen wolle. Sie schickt die beiden fort, um Nardo an Eugenias Stelle zu empfangen.

Szene 10. Lesbina gibt sich Nardo gegenüber – auch in eigenem Interesse – als Eugenia aus. Sie empfängt ihn freundlich, zieht sich dann aber mit gespielter Schüchternheit zurück (Arie Lesbina: „Compatite, signor, s’io non so“).

Szene 11. Nardo teilt Don Tritemio mit, dass seine Tochter einen guten Eindruck auf ihn gemacht habe und er glaube, auf ihre Liebe hoffen zu können.

Szene 12. Lena kommt hinzu, um die Braut kennenzulernen. Ihr Onkel bestätigt ihr, wie zufrieden er mit seiner Wahl ist (Finale I: „Son pien di giubilo“). Während Don Tritemio mehrfach kurz den Raum verlässt, um nach Eugenia zu suchen, stellt sich Lesbina Lena als Nardos Braut vor und lässt sich von ihm einen Ring anstecken. Don Tritemio erfährt anschließend zu seiner Überraschung, dass die Verlobung bereits ohne ihn vollzogen wurde.

Zweiter Akt

Zimmer von Don Tritemio

Szene 1. Lesbina gibt Eugenia den Verlobungsring, damit sie ihren Vater täuschen kann.

Szene 2. Don Tritemio findet seine Tochter endlich und lässt sich von ihr den Ring zeigen. Als es an der Tür klopft, geht Lesbina hinaus.

Szene 3. Don Tritemio wundert sich darüber, dass Eugenias bisher kaum ein Wort gesagt hat, obwohl sie sich doch über ihre Verlobung freuen sollte. Lesbina meldet einen Edelmann, der zusammen mit dem Landnotar Capocchio eingetroffen sei, um Don Tritemio zu sprechen. Da es sich um Rinaldo handelt, zieht sie sich vorsichtshalber mit Eugenia zurück.

Szene 4. Rinaldo ist gekommen, um Don Tritemio mit Hilfe des Notars von seiner vornehmen Abstammung und seinem großen Reichtum zu überzeugen. Capocchio legt ihm den Stammbaum, der sich in direkter Linie bis König Pippin zurückführen lässt, und einige alte Urkunden über die Besitztümer vor (Arie Capocchio: „Nel quattrocento“).

Szene 5. Während der Notar weitere Dokumente holt, erklärt Don Tritemio, dass er Rinaldo für seiner Tochter würdig halte. Sie müsse aber selbst in die Ehe einwilligen (Arie Don Tritemio: „Io son di tutti amico“).

Szene 6. Rinaldo sieht sich bereits am Ziel seiner Wünsche. Eugenia wird geholt und stimmt zu. Als sie Rinaldo aber die Hand reichen soll, erblickt Don Tritemio daran den Ring und erinnert sich wieder an ihre Verlobung mit Nardo. In ihrer Not steht Eugenia kurz davor, die Täuschung aufzuklären.

Szene 7. Der Eintritt Lesbinas verhindert dies jedoch. Nardos Diener möchte Don Tritemio sprechen, und Rinaldo muss gehen. Er fühlt sich von Eugenia verraten und schwört Rache (Arie Rinaldo: „Perfida figlia ingrata“).

Szene 8. Don Tritemio ist verwirrt über das Verhalten seiner Tochter. Er erhofft sich Aufklärung von Nardos Diener und geht hinaus.

Szene 9. Eugenia macht Lesbina Vorwürfe und gibt ihr den Ring zurück.

Szene 10. Don Tritemio bringt Eugenia Juwelen, die Nardo ihr gesandt hat. Sie akzeptiert das Geschenk erst nach einem ausdrücklichen Befehl ihres Vaters, schenkt sie dann aber Lesbina. Diese beruhigt Don Tritemio mit dem Hinweis, dass Eugenia wünsche, dass sie (Eugenia) ihn (Don Tritemio) heirate (Arie Lesbina: „Una ragazza che non è pazza“).

Szene 11. Don Tritemio teilt Eugenia mit, dass ihre Hochzeit mit Nardo noch heute stattfinden solle. Anschließend wolle er selbst Lesbina heiraten. Eugenia ist verzweifelt (Arie Eugenia: „Misera, a tante pene“).

Land

Szene 12. Nardo singt selbstzufrieden ein Lied, bei dem er sich selbst auf einer kleinen Gitarre begleitet. Er freut sich auf die Ehe, will seine Freiheit dadurch aber nicht einschränken (Arietta Nardo: „Amor, se vuoi così“). Rinaldo warnt ihn davor, Eugenia zu heiraten. Ihre Mitgift bestehe aus Schlägen, Wunden und dem Tod, denn er selbst liebe Eugenia, und sie habe ihm bereits die Treue geschworen. Nardo dankt Rinaldo für seine Ehrlichkeit und erklärt seinen Verzicht. Er hat kein Interesse an einer Frau, die ihn nicht liebt.

Szene 13. Nardo teilt Lesbina mit, dass er die Verlobung lösen wolle, da sie bereits einem anderen versprochen sei. Sie versichert ihm, dass es sich um ein Missverständnis handle, und sie wirklich nur ihn liebe. Nardo glaubt ihr.

Szene 14. Lena informiert Nardo über Lesbinas wahre Identität. Diese gibt alles zu. Da sie aber ergänzt, dass sie Nardo wirklich liebe, sieht er nichts Schlimmes darin. Es sei ihm gleichgültig, ob seine Frau eine Magd oder eine Herrin sei, sofern sie nur schön und gut sei (Arie Nardo: „Se non è nata nobile“).

Szene 15. Lena ist über diese Entwicklung nicht glücklich. Sie hofft noch immer darauf, durch eine Ehe in den bürgerlichen Stand zu wechseln.

Szene 16. Lena sieht ein, dass auch der Bauernstand seine Vorteile hat (Arie Lena: „La pastorella al prato“).

Zimmer im Haus von Don Tritemio

Szene 17. Lesbina gesteht Don Tritemio, dass auch sie verliebt sei. Sie verschweigt aber den Namen ihres Geliebten.

Szene 18. Lesbina und Nardo wollen Don Tritemio die Wahrheit schonend beibringen und dafür sorgen, dass Eugenia ihren Rinaldo bekommt. Lesbina diktiert dem Notar die beiden Eheverträge (Duett Capocchio/Lesbina: „In questo giorno“). Sie lassen Don Tritemio im Glauben, dass Nardo Eugenia und er selbst Lesbina ehelichen werde (Finale II: „In questo giorno“). Als ihre eigene Mitgift gibt Lesbina ihre persönlichen Vorzüge an (zwei fleißige Hände, ehrbare Augen, ein sittsames Gemüt und eine sprachgewandte Zunge), denen Nardo jeweils einen Gegenwert von mehreren tausend Scudi zuspricht. Nur für ihre Geschwätzigkeit muss er einiges wieder abziehen. Don Tritemio verzweifelt unterdessen, weil er Eugenia nicht finden kann. Man muss die Hochzeitsvorbereitungen daher unterbrechen.

Dritter Akt

Ländliche Gegend mit Nardos Bauernhaus

Szene 1. Rinaldo ist mit Eugenia zu Nardos Haus geflohen. Er versichert ihr, dass alles gut ausgehen und ihre Ehre nicht verletzt werde.

Szene 2. Lena ist bereit, die beiden aufzunehmen. Sie informiert sich aber genauestens über ihren Stand und besteht auf einer schnellstmöglichen Heirat. Sie selbst will als Zeugin fungieren. Eugenia verspricht ihr das (Arie Eugenia: „Che più bramar poss’io“).

Szene 3. Lena bittet Rinaldo, nach einem gutsituierten Ehemann für sie Ausschau zu halten (Arie Lena: „Ogn’anno passa un anno“).

Szene 4. Rinaldo ist zuversichtlich, dass alles gut gehen wird (Arie Rinaldo: „Guerrier che valoroso“).

Szene 5. Auf seiner Suche nach Eugenia gelangt auch Don Tritemio vor Nardos Haus. Lena teilt ihm mit, dass seine Tochter sich mit ihrem Bräutigam im Haus befinde. Nardo sei einverstanden und habe ihr aufgetragen, den Notar zu holen.

Szene 6. Nardo verweigert Don Tritemio den Zutritt ins Haus. Der wird wütend und erklärt, dass Eugenia keine Mitgift erhalten werde (Arie Don Tritemio: „Da me non speri“).