mini|Fries Landesgericht Innsbruck, Beton 17,50 × 1,60 m, 1972 Claudius Molling (* 25. April 1933 in Hötting als Klaudius Molling; † 31. Dezember 2025 in InnsbruckTraueranzeige auf www.neumair.rip, abgerufen am 7. Januar 2026) war ein österreichischer Bildhauer und Restaurator. Er realisierte besonders im Raum Innsbruck / Innsbruck-Land viele Kunstobjekte.

Leben Claudius Molling wurde 1933 in Hötting geboren. Seine Wurzeln stammen aus dem Außerfern und aus Südtirol, speziell dem Gadertal, wo sein Großvater noch ladinisch als Moling da Moring de Fora o Trutsch im Taufbuch geführt wird.

Seine Schulzeit deckte sich teils mit dem Zweiten Weltkrieg. Er besuchte das Gymnasium in der Angerzellgasse. Nachdem dieses von einer Bombe getroffen wurde, wurde der Unterricht in Steinach am Brenner fortgesetzt. In diesen Jahren erstellt Molling bereits einige Skizzenbücher mit Zeichnungen und Aquarellen.

Im Herbst 1952 wurde er von Franz Santifaller, einem Akademieprofessor in Wien, angeregt bei ihm ein Studium der Bildhauerei aufzunehmen. Aufgrund des Ablebens Santifallers im Jahre 1953 übernahm Fritz Wotruba die Ausbildung Mollings. Sein Diplom schloss Molling 1955 bei Hans Andre ab. Sein weiterer Ausbildungsweg führte ihn nach München, wo er bei Josef Oberberger studierte. Nach drei Jahren brach er dieses Studium ab und kehrte nach Tirol zurück.

Zurück in seiner Heimat arbeitete Molling über drei Jahrzehnte lang als Restaurator an der Wiederherstellung bedeutender Denkmale in Tirol, unter anderem dem Helblinghaus, dem Spanischen Saal im Schloss Ambras, der Stiftskirche und des Hochaltars im Stift Stams und der Hofburg in Innsbruck. Neben seiner Arbeit als Restaurator lag sein Hauptinteresse an der freien Bildhauerei. Zu dieser Zeit arbeitete er auch viele Jahre mit dem Architekten Hubert Prachensky zusammen.

Gemeinsam mit seiner Frau Herlinde unterstützte Molling in den 1950er Jahren den Befreiungsausschuss Südtirol und schmuggelte unter anderem Sprengstoff von Bayern nach Südtirol.Herlinde Molling und Südtirol: Freiheitskämpferin als Zeitzeugin. In: Tiroler Tageszeitung. 17. September 2019 (tt.com).Willi Winkler: Auf dem Sprengstoff saß ein Kind. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Februar 2021 (sueddeutsche.de).

Auszeichnungen Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, 1994Kulturehrenzeichen. Alle Ehrenträger:innen seit 1976. Stadt Innsbruck (PDF; 706 kB).

Ausstellungen (Auswahl) 19. September bis 12. Oktober 1991: Claudius Molling Ausstellung Kunstpavillon, Innsbruck.Claudius Molling Ausstellung, Innsbruck, Kunstpavillon, 19. September bis 12. Oktober 1991. Kunstpavillon, Innsbruck, 1991 (Ausstellungskatalog). 24. August bis 17. September 1995: Kunst am öffentlich geförderten Wohnbau in Tirol Tiroler Kunstpavillon, InnsbruckKunst am öffentlich geförderten Wohnbau in Tirol [40 Beispiele]. Tiroler Kunstpavillon, Innsbruck 1995 (Sammelausstellung). Dezember 2011 bis Februar 2012: Ausstellung Kommt und Schaut! Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck (Altstadtkrippe).Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck: Ausstellung Kommt und Schaut! 2012 (55plus-magazin.net).

Werke (Auswahl) mini|Büste Oswalds von Wolkenstein am Liedertafelhaus mini|Skulptur am Campus Technik, Detail mini|hochkant|Stehender, Universitätsklinik, Innsbruck Eisenbetonplastik des Riesen Haymon im Kampf mit dem Sillschluchtdrachen, um 1960, Schulanlage Siegmairstraße-Lönsstraße (Vorhof Westseite), Innsbruck-AmrasAmt der Tiroler Landesregierung, Kulturabteilung (Hrsg.): Kulturberichte aus Tirol 2007. 60. Denkmalbericht. Innsbruck 2007, S. 49 (tirol.gv.at PDF; 10,7 MB). Bronze-Büste Oswald von Wolkenstein, 1960 (enthüllt 1966), 100 × 70 × 50 cm, auf Sockel im Eingangsbereich der Innsbrucker Liedertafel, Innsbruck, Bürgerstr. 14Ulrich Müller, Margarete Springeth: Oswald von Wolkenstein: Leben, Werk, Rezeption. De Gruyter, Berlin 2011, S. 285 (books.google.de). Bronzefigur hl. Florian, Florianibrunnen, Hatting, um 1963 Freiskulptur Rinderherde aus glasfaserverstärktem Polyester, Wohnanlage Anzengruberstraße 6–14, Innsbruck, 1964–1969 (um 1990 demontiert) Freiskulptur Schaukelturm, Wohnanlage Fischnalerstraße 12–16, Innsbruck, 1971 (1995 demontiert) Bronzeportale und Fries über dem Eingangsbereich des Justizgebäudes in der Maximilianstraße, Innsbruck, 1972Kunst und Justiz: Claudius Molling besucht seine Kunstwerke. Pressemitteilung des Oberlandesgerichtes Innsbruck, 17. Juli 2023, abgerufen am 23. November 2023 Installation aus gegossenen Aluminiumbahnen, 1974, Institutsgebäude der Medizinischen Universität InnsbruckWandarbeiten – Medizinische Universität Innsbruck. Claudius Molling, August Stimpfl. In: big-art.at. Abgerufen am 22. Juli 2022. Altstadtkrippe (Geburt Christi in der Innsbrucker Altstadt), 1985, Tiroler VolkskunstmuseumAusstellung in Tirol: Krippenkunst von damals bis heute. In: Merkur. 1. Dezember 2014. Abgerufen am 22. Juli 2022. Skulptur (Darstellung der Mathematik und Physik) aus Chrom-Nickel-Stahl auf Granitsockel, 1988, Höhe 10 m, errichtet im Zuge eines Wettbewerbs zum Bau des Victor-Franz-Hess-Hauses der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck am Campus Technik Bronzeskulptur Stehender, 1985, Univ. Klinik Innsbruck Skulptur Kugelentwicklung, Aluminiumguss 1977, Höhe 350 cm, Tiroler Gebietskrankenkasse, Innsbruck Schriften Der technische Ablauf der Restaurierung des Stamser Hochaltars. In: Österreichisches Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege. 1984, .

Literatur

Die Plastik des 20. Jahrhunderts in Tirol: Beispiele aus den Beständen des Landes Tirol und des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Ausstellung in der Modernen Galerie, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, 5. Juli bis 15. August 1978. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 1978. Molling, Claudius. In: Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Band 3. Wien 1986, S. 93.

Weblinks

tirolerland.tv: Zeitzeugen zur Feuernacht in Südtirol – Interview mit Herlinde & Klaudius Molling

Einzelnachweise

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