Der Kirchenkreis Uckermark mit Sitz in Prenzlau ist einer von acht Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Sprengel Potsdam.
Gebiet Sein Gebiet umfasst den größeren Teil des Landkreises Uckermark (ohne Lychen, Temmen-Ringenwalde und Templin, die zum Kirchenkreis Oberes Havelland gehören, und einige Gebiete im Norden des Landkreises, die zur Propstei Pasewalk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland gehören). Die Kirchengemeinde im bis 1952 brandenburgischen Nieden (Landkreis Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern) gehört dagegen noch zum Kirchenkreis Uckermark.
Geschichte Der Kirchenkreis entstand im Jahr 2004 durch die Fusion der Kirchenkreise Angermünde und Prenzlau.Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Nr. 2, 2004, S. 34. Beide können ihre Geschichte bis in die Anfangszeit der Reformation im Kurfürstentum Brandenburg zurückführen. In Prenzlau wurde schon 1543 der Prediger Jacob Beggerow als Inspektor eingesetzt.Gerd Heinrich: Die Inspektionen des Landes Ruppin im Jahre 1602 (Erläuterungen zur Karte). In: Die Brandenburgischen Kirchenvisitations-Abschiede und -Register des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Band 2: Das Land Ruppin. Berlin, de Gruyter 1963, S. 405. Spätestens 1561 bestand auch in Angermünde eine Inspektion (ein geistlicher Aufsichtsbezirk).Gerd Heinrich: Die Inspektionen des Landes Ruppin im Jahre 1602 (Erläuterungen zur Karte). In: Die Brandenburgischen Kirchenvisitations-Abschiede und -Register des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Band 2: Das Land Ruppin. Berlin, de Gruyter 1963, S. 409. Aus der Inspektion Prenzlau wurde 1624 die Inspektion (später Kirchenkreis) Gramzow herausgelöst. Sie ging 1969 im Kirchenkreis Angermünde auf. 1634 wurde auch Strasburg (Uckermark) eine eigene Inspektion; sie kam später zur Kirchenprovinz Pommern und gehört inzwischen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil 8: Uckermark. Berlin, de Gruyter 1986, S. 972. In Schwedt/Oder bestand vom 17. bis zum 20. Jahrhundert eine eigene Inspektion (später Kirchenkreis), die dann wieder mit Angermünde vereinigt wurde.Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil 8: Uckermark. Berlin, de Gruyter 1986, S. 910. Ab 1818 gehörten auch die deutsch-reformierten Gemeinden der Uckermark zu den Diözesen (Kirchenkreisen) der mittlerweile unierten preußischen Landeskirche (die französisch-reformierten Gemeinden bildeten einen eigenen Kirchenkreis). Zwischen 1818 und 1973 war der Kirchenkreis Prenzlau geteilt in Prenzlau I und Prenzlau II (Brüssow).Uckermärkischer Geschichtsverein (Hrsg.): Prenzlauer Stadtlexikon. (PDF; 4,1 MB) Prenzlau 2005, S. 97; Liste der Superintendenten ebd., S. 183.
Im Jahr 2008 verlor der Kirchenkreis vor dem kirchlichen Verwaltungsgericht eine Klage gegen die neue Finanzordnung der Landeskirche. „Man muss das hinnehmen“, so Superintendent Reinhart Müller-Zetzsche.
Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD untersuchte im Rahmen des Projekts „Befähigende Kirchengemeinde – Ein Projekt in der Uckermark“ die Armutssituation im Kirchenkreis Uckermark. Dabei wurde „die Möglichkeit eines institutionell gestützten Netzes von Akteuren (Kirchengemeinden, Pfarrsprengel, diakonische Einrichtungen und Gremien des Kirchenkreises Uckermark) in einer Region systematisch betrachtet“.siekd.de (PDF).
Organisation Kirchenkreisverband und Kirchliches Verwaltungsamt Der Kirchenkreis ist einer von drei Kirchenkreisen im Sprengel Potsdam, die zum Kirchenkreisverband Eberswalde gehören. Er wird vom Kirchlichen Verwaltungsamt Eberswalde verwaltet.kirche-uckermark.de
Leitung Superintendentur Superintendent war seit der Fusion 2004 Reinhart Müller-Zetzsche, zuvor schon ab 1. August 2000 Superintendent des Kirchenkreises Prenzlau. Auf der Herbstsynode am 7. November 2019 wurde er mit 42 Ja- und 10 Nein-Stimmen zum zweiten Mal wiedergewählt. Seine Amtszeit lief bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Herbst 2023. Neu gewählte Superintendentin ist Michaela Fröhling.
Kreissynode Die Kreissynode achtet auf die Wahrnehmung des Auftrages der Kirche im Bereich des Kirchenkreises und gibt Richtlinien für das Zusammenwirken der Kirchengemeinden vor. Sie wählt den Kreiskirchenrat.
Kreiskirchenrat Der Kreiskirchenrat ist das Leitungsgremium des Kirchenkreises und nimmt die Aufgaben der Kreissynode zwischen deren Tagungen wahr. In seinen monatlichen Sitzungen berät er alle wichtigen Ereignisse und Entwicklungen im Kirchenkreis.
Pfarrsprengel und Kirchengemeinden Im Kreis gibt es 10 Pfarrsprengel Pfarrsprengel Kirchengemeinden Angermünde Angermünde, Crussow, Greiffenberg, Schönermark, Biesenbrow Boitzenburg Boitzenburg, Schönermark, Naugarten, Weggun Dedelow-Schönwerder-Fürstenwerder (Pfarrsprengel Dedelow-Schönwerder mit Bereich Fürstenwerder) Basedow, Bandelow, Dedelow, Ellingen, Falkenhagen, Fürstenwerder, Hildebrandshagen, Holzendorf, Jagow, Klinkow, Kraatz, Kutzerow, Schapow-Rittgarten, Schönwerder, Steinfurth, Taschenberg, Zernikow Drense Drense, Falkenwalde, Schwaneberg, Wallmow Gerswalde Arnimswalde, Berkenlatten, Blankensee, Fergitz, Flieth, Friedenfelde, Groß Fredenwalde, Klein Fredenwalde, Willmine, Haßleben, Kaaktstedt, Krohnhorst, Hessenhagen, Pfingstberg, Kuhz, Stegelitz, Böckenberg, Herrenstein, Suckow, Voßberg Gramzow Karlshof, Zehnebeck, Briest, Fredersdorf, Golm, Polßen, Grünheide, Schmiedeberg, Wendemark, Zichow-Ausbau, Hohengüstow, Lützlow, Meichow, Neumeichow-Ausbau Potzlow-Lindenhagen Prenzlau Prenzlau, Bertikow, Bietikow, Dauer, Güstow (mit Mühlhof), Seelübbe Schönfeld Baumgarten, Carmzow, Göritz, Schönfeld Schwedt/Oder Schwedt, Criewen, Vierraden
Gemeindeglieder Der Kirchenkreis Uckermark war 2021 mit 10.893 Mitgliedern der kleinste regionale Kirchenkreis der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Sakralbauten Kirchengebäude Im Kirchenkreis Uckermark gibt es 130 Kirchengebäude, von denen fast alle denkmalgeschützt sind. Ihr Erhalt stellt den Kirchenkreis vor finanzielle Probleme. Siehe auch: :Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Uckermark