Wilhelm Franz Buschulte (* 1. November 1923 in Unna, Westfalen; † 28. März 2013 ebenda) war ein deutscher Glasbildner, Glasmaler, Maler und Grafiker.
Leben
mini|Glasfenster über dem Eingang der evangelischen Kirche in Hagen-Berchum Wilhelm Buschulte wurde als ältester Sohn von Emil und Alma Buschulte geboren. Nach seinem Schulbesuch (bis 1934 katholische Volksschule und anschließend Oberschule für Jungen) wurde er 1940 Hilfsarbeiter in einem Unnaer Stahlwerk und Praktikant im Ingenieurbüro des Anlagenbauunternehmens von Friedrich Uhde. Anfang 1942 wurde er für den Reichsarbeitsdienst und zwei Monate später für den Russlandfeldzug einberufen. Nach seiner krankheitsbedingten Rückkehr in seine Heimat und anschließender Genesung arbeitete er 1944/1945 als technischer Zeichner bei einem Unnaer Maschinenbauunternehmen. Parallel dazu hatte er bereits 1943 bei Hermann Kaspar ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München begonnen, welches er mit kriegsbedingten Unterbrechungen 1950 abschloss. 1946 wurde er hier Meisterschüler bei Hans Gött. Im Februar 1948 war er Mitbegründer des Unnaer Künstlerkreises, dem u. a. Lothar Kampmann und Carl Heuer angehörten.Die bildende Kunst in Unna nach 1945. Anhand von zwei Künstlergruppen. UN-art (Hrsg.). Unna , , S. 10–12. Ab 1953 lebte Buschulte als freischaffender Künstler in Unna. 1958 nahm er an der Weltausstellung Expo 58 in Brüssel mit der Türgestaltung im Vatikanischen Pavillon teil.
Neben der Teilnahme an Ausstellungen im In- und Ausland inszenierte er auch eigene Ausstellungen. Werke von ihm befinden sich in Museen des In- und Auslandes. Er entwarf in Zusammenarbeit mit renommierten Glaswerkstätten zahlreiche Glasfenster in Nordwestdeutschland, vornehmlich für Kirchen. Gemeinsam mit Ernst Oldenburg, Carlernst Kürten und Josef Baron wurde Buschulte der Unnaer Künstlerinitiativgruppe KOBB oder K.O.B.B. zugeordnet.
Buchschulte heiratete 1951 die Malerin und Zeichnerin Maria Häfner (1923–2014), aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
Künstlerisches Wirken und Stil mini|Kirche St. Gereon (Köln), Dekagongewölbe mit Glasarbeiten von Georg Meistermann und Wilhelm BuschulteBuchschulte gilt als einer der meist beschäftigten deutschen Glasmaler nach dem Zweiten Weltkrieg.
Er wandte sich ab 1951 der künstlerischen Fenstergestaltung zu. Sie machte das Zentrum seines Schaffens und sein eigentliches Lebenswerk aus, wenigstens das dem Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit zugängliche. In den 1950er und 1960er Jahren entwarf er auch Vorhängescheiben mit religiösen Darstellungen in einem fast naiven Stil. Auf keine künstlerische Technik festgelegt, galt Buschultes Bestreben der Einheit und Harmonie von (Kirchen-)Raum und Fenstergestaltung, wie sie in ihrer „lichten Einfachheit“Annette Jansen-Winkeln 1999, S. 15. (Buschulte) wohl in der Fenstergestaltung der Frankfurter Paulskirche am eindrucksvollsten zu sehen ist. Biblische Themen finden sich ebenso wie Themen aus der katholischen Heiligentradition, abstrakte Gestaltung ebenso wie sein in den 1990er Jahren deutlich erkennbares Bemühen um einfachste (geometrische) Formen, das deshalb immer mehr zu einem Malen auf Glas als ein Malen mit Glas wurde.
In seinem Spätwerk verließ er mehr und mehr die organischen Formen und leuchtenden Farben (Ausnahme Fenster im Paderborner Dom) zugunsten geometrischer Muster aus klarem und grauem Glas. In allen seinen Entwürfen ist das künstlerische Bemühen sichtbar, unter Verzicht auf jede vordergründig-illustrative Wirkung dem Kirchenraum dienstbar zu sein und eben damit an der Aufgabe der Verkündigung teilzuhaben. Buchschultes häufig abstrakte Monumentalverglasungen haben oft figürliche Anklänge und umschließen teilweise symbolisch organische Formen.
Preise und Auszeichnungen
1964: 1. Preis Das beste Glasbild (im Rahmen der Ausstellung Glasbild 1964, Kunstverein Darmstadt) 1986: 1. Preis der Stadt Frankfurt am Main im Ideenwettbewerb Fenster Paulskirche für die Neugestaltung der Fenster der gleichnamigen KircheJörg Husmann, Maria Schwarz (Red.): Die Paulskirche in Frankfurt am Main (= Schriftenreihe des Hochbauamtes zu Bauaufgaben der Stadt Frankfurt am Main. Band 12). Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat Bau, Hochbauamt, Frankfurt am Main 1988, , S. 72. 1996: Großkreuz-Ritter des Silvesterordens (fünfthöchster Orden des Heiligen Stuhls für Verdienste um die römisch-katholische Kirche und den katholischen Glauben)Annette Jansen-Winkeln 1999, S. 6.
Nachlass Die Kinder Buschultes entschieden nach dem Tod der Eltern, den künstlerischen Nachlass Maria und Wilhelm Buschultes im Umfang von etwa 16.000 Arbeiten (u. a. Entwürfe, Zeichnungen, Aquarelle, Bleirisse, Ölgemälde und Pastelle) dauerhaft im Wohn- und Arbeitshaus des Ehepaars der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit Unterstützung des Vereins Künstlerhaus Buschulte e.V. wurde ab 2015 begonnen, den Nachlass inhaltlich zu erschließen. Seitdem finden regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen im Künsterhaus Buschulte statt.Wilhelm Buschulte jr., Lina Frubrich: Großes Engagement für ein Künstlerhaus voller Leben. Das kulturelle Erbe des Ehepaares Maria und Wilhelm Buschulte. In: Jahrbuch Kreis Unna. 38 (2017), , S. 69–74.
Werke (Glasfenster, Auswahl)