Der Rio San Romedio ist ein Bach in Oberitalien, der durch das Nonstal in der Provinz Trient fließt. Er zählt zu den größeren linken Nebenflüssen des Noce.
Geographie Geologie Das Einzugsgebiet des Rio San Romedio setzt sich überwiegend aus der mesozoischen Formation Dolomia Principale zusammen. Daneben kommen noch andere Sedimentgesteine, wie klastische Sedimenten glazialen Ursprungs vor. Vom Zusammenfluss mit dem Rio Moscabio bis Sanzeno fließt der Bach durch eine canyonartige Schlucht aus Dolomia Principale, einem epigenesischen Einschnitt, wie er im Nonstal auch noch am Rio Novella oder am Noce unterhalb der Staumauer der Santa-Giustina-Talsperre vorzufinden ist.Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (Hrsg.): Erläuterungen zur geologischen Karte von Italien im Maßstab 1:50.000: Blatt 043 Mezzolombardo.S. 14. An den Wänden der Schlucht sind zahlreiche Fossilien aus der Gruppe der Megalodonten anzutreffen, wie bereits von Giuseppe Loss in seiner geologischen Beschreibung des Nonstales im 19. Jahrhundert erwähnt wurde.Giuseppe Loss: L’Anaunia: Saggio di geologia delle alpi Tridentine. Giovanni Seiser, Trient 1877, S. 29.
Verlauf Der Rio San Romedio entspringt nördlich von Ruffrè in der Nonsberggruppe und fließt in südwestlicher Richtung in die Santa-Giustina-Talsperre, in die er südwestlich von Sanzeno bei der Ponte della Mula mündet. Benannt ist er nach dem Wallfahrtsort San Romedio, zu dessen Füßen er am Unterlauf vorbeifließt. Im Oberlauf wird er bis zum Zusammenfluss mit dem Rio Moscabio bei Don als Rio Linor bezeichnet. Gespeist wird er von einer Reihe von Quellen, die an den westlichen Abhängen des Monte Roen () entspringen. Weitere größere Nebenflüsse sind von Nord nach Süd der Rio Freddo, der Rio Val Contres, Rio Vall’Avena und der Rio Verdés. mini|links|Mündung in die Santa-Giustina-Talsperre an der Ponte Mula. Die Brücke taucht nur bei Niedrigwasser auf.
Ökologie Der ökologische Zustand des Rio Linor – San Romedio wird im gesamten Verlauf als gut eingeschätzt.Distretto idrografico delle Alpi Orientali (Hrsg.): Piano di Gestione delle Acque 2015–2021: Progetto di Aggiornamento. o. O. o. J. S. 15. (PDF) Das Wasserschutzamt der Autonomen Provinz Trient hat bei Kontrollen an der Mündung in die Santa-Giustina-Talsperre im Zeitraum zwischen 2010 und 2016 den ökologischen Zustand als gut, aber instabil eingestuft. In der Vergangenheit wurde die Einleitung von Abwasser eines Emscherbrunnens in Sanzeno als kritisch bewertet, was mit dem Anschluss an die Kanalisation 2011 behoben wurde.APPA – Agenzia provinciale per la protezione dell’ambiente Trento (Hrsg.): Le acque superficiali dei territori delle: Comunità della Val di Non – Comunità della Val di Sole. 2017, S. 36.
Durch die Einleitung von Güllerückständen der Rinderhaltung in den Gemeinden Romeno und Cavareno in den Rechten Nebenfluss Rio Mascabio kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Verunreinigungen, die sich negativ auf die Wasserqualität des Rio Lino – San Romedio ausgewirkt haben. Die Wasserentnahme für die landwirtschaftliche Bewässerung im Sommer wirkt sich ebenfalls negativ aus.Provincia Autonoma di Trento – Servizio Foreste e Fauna – Ufficio Faunistico (Hrsg.): Valli del Noce: Piani di gestione della pesca. S. 127, 132. Die 1863 in die nördliche Felswand der San-Romedio-Schlucht angelegte Trasse für die zur Bewässerung der Anbauflächen bei Sanzeno errichtete Wasserleitung, wird heute als Wanderweg zwischen Sanzeno und San Romedio genutzt.
Die Ufer des Rio Linor – San Romedio sind zum Großteil unverbaut. Nur im Unterlauf finden sich einige Wasserschutzbauten.Provincia Autonoma di Trento – Agenzia provinciale per la protezione dell’ambiente – Settore informazione e monitoraggio (Hrsg.): Progetto IFF del Trentino: Affluenti del fiume Noce 2010–2011. S. 584–585.
Fischfauna Im Rio Linor – San Romedio werden in seinem Mittellauf Marmorierten Forellen für die Aufzucht ausgesetzt. Außerdem kommt noch die Bachforelle vor.Provincia Autonoma di Trento – Servizio Foreste e Fauna – Ufficio Faunistico (Hrsg.): Valli del Noce: Piani di gestione della pesca. S. 127–134. Ein Wehr im Unterlauf auf der Höhe von Sanzeno stellt ein unüberwindbares Hindernis für die Fischwanderung dar.Provincia Autonoma di Trento – Agenzia provinciale per la protezione dell’ambiente – Settore informazione e monitoraggio (Hrsg.): Progetto IFF del Trentino: Affluenti del fiume Noce 2010–2011. S. 549.
Literatur APPA – Agenzia provinciale per la protezione dell’ambiente Trento (Hrsg.): Le acque superficiali dei territori delle: Comunità della Val di Non – Comunità della Val di Sole. APPA, Trient 2017, S. 36 (ita.calameo.com PDF). Antonio Pisano, Roberto Marri: La Val di Non. Istituto Geografico Militare, Florenz 1977, S. 738. Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (Hrsg.): Erläuterungen zur geologischen Karte von Italien im Maßstab 1:50.000: Blatt 043 Mezzolombardo. Provincia autonoma di Trento. Servizio Geologico, Autonome Provinz Bozen – Südtirol Amt für Geologie und Baustoffprüfung, o. O. 2017, ISBN 978-88-448-0854-9 (isprambiente.gov.it PDF). Provincia Autonoma di Trento – Agenzia provinciale per la protezione dell’ambiente – Settore informazione e monitoraggio (Hrsg.): Progetto IFF del Trentino: Affluenti del fiume Noce 2010–2011. o. O. o. J. S. 537–585 (ita.calameo.com PDF). Provincia Autonoma di Trento – Dipartimento Urbanistica ed Ambiente – Servizio Utilizzazione Acque Pubbliche (Hrsg.): Bilanci idrici. Relazione tecnica: Il bacino del Noce. o. O. 2012, S. 88–92 (osservatorio.energia.provincia.tn.it PDF). Provincia Autonoma di Trento – Servizio Foreste e Fauna – Ufficio Faunistico (Hrsg.): Valli del Noce: Piani di gestione della pesca. Provincia Autonoma di Trento, Trient 2012, S. 127–134 (forestefauna.provincia.tn.it PDF).
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