mini|Museum Schwab Biel, Teil des NMB Neuen Museums Biel Die Sammlung Schwab besteht vorwiegend aus archäologischen Fundobjekten des Schweizers Friedrich Schwab, der unter anderem die Station La Tène entdeckte. Er sammelte archäologische Funde vorwiegend aus den drei Juraseen. Vier Jahre vor seinem Tod vermachte er seine archäologische Sammlung der Stadt Biel/Bienne. Die Schenkung bezweckte, bei der Bieler Bevölkerung, insbesondere bei der Jugend, das Verständnis für die Urgeschichte zu wecken. Dieses Erbe führte zum Bau eines Museums und gipfelte in der Ernennung mehrerer urgeschichtlicher Siedlungsreste von so genannten Pfahlbauten zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Bestand der Sammlung Laut Werner Bourquin, dem damaligen Präsidenten der Museumskommission, zählte die Sammlung Schwab abgesehen von den zahlreichen Keramikobjekten 4525 Stück. Davon entfielen 151 auf das Paläolithikum, 1033 auf das Neolithikum, 2486 auf die Bronzezeit, 170 auf Hallstatt und 685 auf La Tène. { "type": "FeatureCollection", "features": [
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "1", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.222475, 47.130778 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "2", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.149117, 47.047411 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "3", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.192734, 47.077346 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "4", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.212044, 47.103772 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "5", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.232584, 47.128061 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "6", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.126776, 47.079217 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "7", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.035514, 47.022348 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "8", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 6.770753, 46.890389 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "9", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 6.715969, 46.846425 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "10", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.001498, 46.94836 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "11", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.089603, 46.921178 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "12", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 7.662714, 47.198675 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "13", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 8.168315, 47.149798 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "14", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 8.660228, 47.263933 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "15", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 8.784365, 47.336263 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "16", "marker-color": "4433DD" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 8.785656, 47.360687 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "17", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 8.863008, 47.558461 ]
},
"type": "Feature", "properties": { "marker-symbol": "18", "marker-color": "f01080" }, "geometry": { "type": "Point", "coordinates": [ 8.938894, 47.66095 ]
] } Die Karte rechts zeigt die geografische Verbreitung der neolithischen Funde aus der Sammlung Schwab. Rote Markierungen zeigen Fundstellen, die ins UNESCO-Welterbe aufgenommen wurden. (Die Vollbildansicht zeigt alle 17 aufgelisteten Orte. Der Fettdruck in der folgenden Liste signalisiert die Orte, die zur Liste des UNESCO-Welterbes zählen.) :
Das Paläolithikum ist mit 151 Funden und zahlreichen Keramiken vertreten. Geografisch stammen sie aus Cotencher und aus den Höhlen von Liesberg und Grellingen. Die übrigen, nicht aus dem engeren Gebiet stammenden Funde lieferten die Pfahlbauten vom Inkwilersee, von Eich, Meilen, Robenhausen, Irgenhausen, Niederwil bei Frauenfeld und Wangen, am deutschen Ufer des Untersees. Vereinzelte Funde stammen aus dem Ausland: aus der paläolithischen Fundstelle der Charente von Abbéville, Moulin-Guignon, Mouthière und Laugerie-Basse, zudem Funde aus neolithischen Landstationen in Skandinavien, Irland und Amerika sowie Bronzefunde aus Ungarn, Süditalien und Irland.
Das Bronze-Inventar umfasst Objekte aus den Fundstätten Nidau-Steinberg, Sutz, Mörigen, Auvernier, Bevaix, Chevroux, Cortaillod, Cudrefin, Estavayer, Gletterens, Corcelettes, Guévaux und Montilier.
Die La Tène-Zeit ist in der Sammlung Schwab mit insgesamt 685 Objekten vertreten. Davon stammen 573 direkt aus La Tène. Schwab war der erste, der La Tène ausbeutete.
Von der gallorömischen Zeit zeugen Funde wie etwa die Münzen vor allem aus der näheren Umgebung.
Alles, was aus römischer Epoche stammt, kam erst nach dem Tod von Schwab in die Sammlung. Es sind in erster Linie Funde aus dem Gebiet von Petinesca.
Geschichte der Sammlung Anfänge der Archäologie in der Schweiz mini|Archäologische Funde aus der Region im Neuen Museum Biel Ab 1840 führte Albert Jahn Ausgrabungen auf der Kanincheninsel durch, die heute durch den Heidenweg mit der St. Petersinsel verbunden ist. Ein Fischer berichtete ihm von Pfählen bei Mörigen. Er zeigte ihm ein Gefäss von «rötlicher Erde». Jahn hielt den Fund für keltisch. Offenbar konnte er sich aus Zeitgründen aber nicht um die Fundstelle kümmern. Jedenfalls informierte er 1843 den Nidauer Notar Emanuel Müller. Dieser hatte sich im Seeland durch Ausgrabungen von Grabhügeln (Flachgräber in Pieterlen, Grabhügel im Moos bei Hermrigen, Hügelgräber am Schaltenrain zwischen Ins und Brüttelen, Jolimont) und Forschungen über Römerstrassen schon vor Schwab in der Szene der Altertumsforscher ein lokales Renommee erworben. Müller baute mit den Funden von Mörigen die erste Pfahlbausammlung am Bielersee auf. Ausserdem informierte er ab 1840 den Präsidenten der Zürcher Antiquarischen Gesellschaft, Ferdinand Keller, mit Briefen und Zeichnungen regelmässig über seine Entdeckungen, unter anderem auch über Einbäume. Er machte sich auch Gedanken über Tauchapparate, die es ermöglichen würden, an die Fundstücke heranzukommen, die für eine Bergung zu tief unter Wasser lagen.
Ab Mitte der 1840er Jahre widmete sich der wohlhabende Bieler Friedrich Schwab seiner archäologischen Passion. Gemeinsam mit Müller beutete er die Fundstelle Nidau-Steinberg aus. Im Laufe der Jahre baute Schwab seine Pfahlbausammlung zur umfangreichsten der Schweiz aus. Das meiste stammte aus dem Bieler-, Neuenburger- und Murtensee. Die Entdeckung der eisenzeitlichen Fundstelle von La Tène am Neuenburgersee im Jahr 1857 verschaffte Schwab internationale Bekanntheit. Müller und Schwab hatten eine der besten Fundstellen direkt vor ihrer Haustüre. Und sie beuteten diese nach Kräften aus. Zwei Jahre vor seinem Tod sah sich Müller gezwungen, seine für die damalige Zeit ausserordentliche Sammlung zu verkaufen. Schwab bot den höchsten Preis. Damit bekam er den Zuschlag und konnte seine eigene Sammlung bedeutend erweitern. Mit diesem Kauf sorgte er auch dafür, dass die Objekte der Sammlung Müller der Region erhalten blieben.
Rückblickend lässt sich feststellen, dass lokale Fischer, deren Namen nicht überliefert sind, eindeutig die ersten waren, die Kenntnis von den Fundstellen im See hatten. Ab den frühen 1840er Jahren wussten dann aber verschiedene Akteure, dass in Mörigen archäologische Funde im See zu finden sind. Und wenige Jahre später war auch bekannt, dass auch in Nidau solche zu bergen sind.
1854 publizierte Ferdinand Keller, Gründer der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich und einer der ersten professionellen Archäologen, damals noch «Altertumsforscher» genannt, «Die keltischen Pfahlbauten in den Schweizer Seen». Anlass für seine Veröffentlichung waren die im Winter 1853/1854 in Meilen am Zürichsee bei einem Wassertiefstand entdeckten Siedlungsreste. Ohne die Vorarbeiten der seeländisch-bernischen Pioniere Jahn, Müller und Schwab wären Kellers Schlüsse in seiner Publikation nicht möglich gewesen.
Jahn war der namentlich bekannte Entdecker der Pfahlbausiedlung in Mörigen, Müller war der erste, der in der Schweiz Pfahlbauten ausbeutete und damit die erste Pfahlbausammlung in der Schweiz anlegte und Keller war der erste, der eine wissenschaftlich fundierte Studie zu diesen Pfahlbaufunden durchführte und veröffentlichte.
Start der Sammlung Schwab Schwabs archäologische Sammlung entstand aufgrund seiner mit der Ausbeutung betreuten Fischer. Diese "fischten" eine Vielzahl von Fundstücken aus den Seen. Die gehobenen Funde gehörten jeweils ihrem Arbeitgeber. Seine Sammlung vermehrte Schwab durch den bedeutenden Zukauf der Sammlung von Müller und durch weitere gezielte Anschaffungen von Objekten. Zwar interessierte er sich für die Pfahlbauforschung in der gesamten Schweiz, konzentrierte sich aber für den Aufbau seiner Sammlung doch auf die drei Jura-Seen. Ortsfremde Objekte erwarb er nur, um seine Sammlung mit bestimmten Typen zu ergänzen oder Fundstücken, die zu Vergleichen dienten. Auf diese Weise wuchs seine Sammlung zu einer der grössten privaten Pfahlbausammlungen der Schweiz des 19. Jahrhunderts. Obwohl er selbst nicht wissenschaftlich publizierte, kam sein Forschergeist doch zum Ausdruckt. Dies zeigt sich etwa daran, dass er seine Meinung über eine Publikation von Edouard Desor äusserte oder dass er Ludwig Rütimeyer für dessen paläontologische Studien mit Knochenmaterial versorgen wollte. Auch für Kellers Pfahlbauberichte schickte er diesem per Bahnfracht kistenweise Funde nach Zürich. Aber im Gegensatz zu anderen Akteuren seiner Zeit veröffentlichte Schwab nie etwas Gedrucktes über seine Sammlung.
Bau des Museums