Gottfried Tritten (* 13. Dezember 1923 in der Lenk; † 15. Januar 2015 in Thun) war ein Schweizer Maler, Zeichner und Kunstpädagoge.
Leben Gottfried Tritten wuchs im Berner Oberland auf. Er besuchte 1939–1943 das Gymnasium Burgdorf und 1943–1948 die Kunstgewerbeschule Basel, wo er das Zeichenlehrerdiplom erlangte. 1948–1951 studierte er an den Universitäten Basel und Bern Kunstgeschichte, Philosophie und Psychologie. 1950–1970 arbeitete er als Zeichenlehrer am Lehrerinnenseminar Thun. 1968–1984 war er zudem mit einem Lehrauftrag am Centre de Formation du Corps enseignant secondaire der Universität Bern betraut.
Tritten gilt neben Johannes Itten als einer der angesehensten Schweizer Wegbereiter der Kunstvermittlung und -erziehung.https://gottfriedtritten.ch/biografie/paedagogisches-werk/ Dafür erhielt er 1985 von der Universität Bern den Ehrendoktor.https://www.phbern.ch/dr-h-c-gottfried-tritten-1923-2015 Den ersten Teil seines Lebens widmete er vor allem der Pädagogik, den zweiten vermehrt der Malerei.https://www.thunertagblatt.ch/gottfried-tritten-simmentaler-kuenstler-waere-heute-100-jahre-alt-762423560467
Werk Wichtig für Trittens künstlerische Entwicklung waren verschiedene Auslandsreisen, besonders drei Marokkoaufenthalte in den Jahren 1951–1957 und eine Griechenlandreise 1959. Bis 1955 entstanden mehrheitlich figurative Bilder (Landschaft, Tier, Figur). Die Werke von 1958 bis 1967, beeinflusst durch den Abstrakten Expressionismus, stellten einen schrittweisen Übergang zur gestischen Abstraktion dar. Ab den 1970er Jahren suchte Tritten eine Synthese der bildnerischen Mittel von Malerei, Zeichnung und Schrift.
Ausstellungen (Auswahl) 1986: Gottfried Tritten, Kunstmuseum Thun, Thun 1987: Musée cantonal des Beaux-Arts, Sitten 1992–1993: Retrospektive, Kaupungin Taidemuseo, Helsinki 2003: Fondation Louis Moret, Martigny 2009: Fondation Gianadda, Martigny 2011: Retrospektive (1998–2011), Cloître de St. Ursanne, St. Ursanne 2023: Gesamt-Retrospektive zum 100. Geburtstag, Galerie Artiz, Prêles
Werke im öffentlichen Raum Lenk, Kirche, Glasbilder, 2005–2010 Siders, Kapelle der Klinik Sainte Claire, 1990 Thun, Rathaus, Eingangshalle, Tapisserie 1964–1965 Thun, Regionalspital, Zeichen, Spiegelrelief Kraftwerke Sitten, Lux, 1989, Installation Sitten, Regionalspital, Zeichen der Liebe, 1983–85, Installation.
Auszeichnungen 1953: Eidgenössisches Stipendium für angewandte Kunst 1985: Ehrendoktor der Universität Bern 1986: Thuner Kulturpreishttps://www.thun.ch/_docn/4761982/Bisherige_Kulturpreistraegerinnen_und_Kulturpreistraeger.pdf
Publikationen Gestaltende Kinderhände. Otto Maier Verlag, Ravensburg 1959, 5. Auflage 1980, ISBN 3-258-02966-0. Erziehung durch Farbe und Form. Ein methodisches Handbuch für das bildnerische Gestalten und Denken. Paul Haupt, 3. Auflage Bern 1981, ISBN 3-258-01233-4. Malen. Handbuch der bildnerischen Erziehung. Paul Haupt, Bern/Stuttgart 1985, ISBN 3-258-03502-4.
Weblinks Das Gottfried Tritten Archiv, Web-Archiv zum Leben und Werk von Gottfried Tritten
«Niesen-Maler» Gottfried Tritten verstorben. In: Berner Zeitung vom 21. Januar 2015 Gottfried Tritten, ohne Titel 1969 auf der Website Kunstmuseum Thun Ruth Schmidhofer-Hagen:: Untertitel: Werkschau von Gottfried Tritten im Atelier Michel Eltschinger. In: Freiburger Nachrichten vom 13. Dezember 2012
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Zeichner (Schweiz) Kategorie:Kunstpädagoge Kategorie:Ehrendoktor der Universität Bern Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann