Das Bataillon der Verteidiger der Sprachevgl. Marion Aptroot; Roland Gruschka, S. 137: „Brigade der Verteidiger der [hebräischen] Sprache in Israel“ (eckige Klammer im Original); andere Namensformen sind: Brigade der Verteidigung der Sprache, Bataillon der Sprachverteidiger (Claudia Boujeddayn, S. 65), Brigade der Verteidiger der Sprache (Michael Brenner); Battalion for the Defence of the Language, Brigade of the Defenders of the Language usw. (hebr. Gedud Meginei HaSafa; engl. Battalion for the Defence of the Language) war eine kleine, aber militante Körperschaft, die in den 1920er JahrenGegründet „um 1923“ nach Marion Aptroot; Roland Gruschka, S. 137. von jüdischen Schülern des Hebräischen Herzlia-Gymnasiums in Tel Aviv, Palästina, gegründet wurde, um die Juden im Jischuw zu ermutigen, ausschließlich Hebräisch zu verwenden.Frank, 2005, S. 37; Meyers, 2002; Segev, 2000, S. 264. mini| Gymnasium Herzlia (1936) mini|„Wer Schwierigkeiten hat, seinen Nachnamen in Hebräisch zu ändern, soll sich an das Bataillon der Sprachverteidiger wenden.“ Ankündigung in Tel Aviv, 1926
Geschichte Die Gruppe widersetzte sich unter dem Motto „Hebräer [d. h. Jude], sprich Hebräisch!“ () der Verwendung anderer Sprachen. Ihre prominentesten Unterstützer waren Mordecai ben Hillel Hacohenhebräisch מרדכי בן הלל הכהן (1856–1936), ein jüdischer Schriftsteller, Zionist und einer der Gründer von Tel Aviv, und Zwi Jehuda Kook, der Sohn des Oberrabbiners Abraham Isaak Kook.Segev, 2000, S. 264; Segev, 2009.
Die jüdische Presse neigte dazu (meist auf Jiddisch), die Gruppe als „eine Bande fanatischer, unverschämter Ganoven“ darzustellen, und obwohl sie gelegentlich in Gewaltakte verwickelt war, habe sie sie meistens „wie ein patriotischer Wachhund, der laut bellt und die Zähne fletscht, aber nur selten wirklich zubeißt“, gehandelt.Segev, 2000, S. 264.
Den Jiddisten Marion Aptroot und Roland Gruschka zufolge versuchte die Gruppe,
Am 15. August 1929, dem jüdischen Trauertag Tischa beAv, erhoben sich 300 junge Menschen, angeführt von Jeremiah Halpern, die hauptsächlich der Gruppe entstammten, mit einigen aus Betar und anderen Jugendbewegungen, hielten politische Reden, hissten die zionistische Flagge und sangen die zionistische Hymne an der Mauer. Eine muslimische Gegendemonstration am nächsten Tag wurde von Gewaltausbrüchen begleitet und führte in der Folge zum Massaker von Hebron (1929).Segev, 2000, S. 310.
Der Autor Michael Brenner merkt zu der Gruppe an:
1935 war der Jiddische Schriftsteller- und Journalistenverband (mit seinerzeit etwa 20 Mitgliedern) in Tel Aviv von randalierenden Eiferern aus dieser Gruppe überfallen worden.Marion Aptroot; Roland Gruschka, S. 137 f.
Siehe auch Jiddischismus Wiederbelebung des Hebräischenenglisch Revival of the Hebrew language
Literatur Marion Aptroot; Roland Gruschka: Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache (= Beck’sche Reihe. Band 1621). Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-52791-3. Claudia Boujeddayn: „Dieses Palästina ist unser Schicksal“ – Ein deutschsprachiges linksintellektuelles Milieu in Palästina 1933–1948. Dissertation zur Erlangung des Grades der Doktorin der Philosophie (Dr. phil.) an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg. Hamburg im Jahr 2020
Mitch Frank: Understanding the Holy Land: Answering Questions About the Israeli-Palestinian Conflict. Viking. 2005, ISBN 978-0-670-06032-0 Tom Segev: One Palestine Complete: Jews and Arabs Under the British Mandate. Abacus 2000, ISBN 978-0-349-11286-2 (dt.) Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. Übersetzt von Doris Gerstner, Siedler, München 2005, ISBN 3-88680-805-X (Rezension) Tom Segev: When Tel Aviv was a wilderness. Haaretz, 10 May 2009 Nechemia Meyers: Yiddish Lives – A Language That Refuses to Die. The World and I, February 1 2022
Weblinks Die Auserwählten (Michael Brenner) Two Publications of the Battalion for the Defence of the Language
Einzelnachweise und Fußnoten
Kategorie:Geschichte Palästinas Kategorie:Zionistische Organisation Kategorie:Gegründet in den 1920er Jahren Kategorie:Sprachpolitik Kategorie:Hebräisch Kategorie:Diskriminierung nach Gruppen Kategorie:Jüdische Geschichte