Osburh (auch: Osburga) war die erste Ehefrau von Æthelwulf, König von Wessex, und damit Royal Consort von 839 bis etwa 855. Sie war die Mutter von vier späteren Königen von Wessex, darunter Alfred der Große.
Leben mini|Königin Osburga liest ihrem Sohn Alfred vor, unhistorische Illustration aus dem frühen 20. Jahrhundert
Osburh war die Tochter von Oslac, der als Mundschenk (lat. pincerna) eine bedeutende Position im königlichen Haushalt Æthelwulfs innehatte. Oslac wird als Nachkomme von König Cerdics jütischen Neffen, Stuf und Wihtgar, beschrieben, die die Isle of Wight erobert hatten. Von Asser, dem Biografen Alfreds des Großen, wird Osburh als religiös und edel von Charakter und von Abstammung bezeichnet.Asser: Vita Alfredi, Kapitel 2.Simon Keynes, Michael Lapidge: Asser’s Life of King Alfred and other contemporary sources. Penguin Classics, London u. a. 1983, S. 68, 229–230.
Als Æthelwulf 839 seinem Vater auf den Thron als König von Wessex folgte, war er vermutlich bereits mit Osburh verheiratet.Timothy Venning: The Kings & Queens of Anglo-Saxon England. Amberley, Stroud 2013, ISBN 978-1-4456-0897-6, S. 112. Osburhs und Æthelwulfs gemeinsame Kinder waren: Æthelstan († 851), Unterkönig von KentÆthelstan könnte Æthelwulfs ältester Sohn oder sein Bruder gewesen sein. Siehe: Timothy Venning: The Kings & Queens of Anglo-Saxon England. Amberley, Stroud 2013, ISBN 978-1-4456-0897-6, S. 112. Æthelswith († 888) ⚭ König Burgred von Mercia Æthelbald (* um 834; † 860) ⚭ Judith von Franken Æthelberht (* um 835; † 866) Æthelred (* um 837; † 871) ⚭ Wulfthryth Alfred der Große (* 849; † 899) ⚭ Ealhswith
Über Osburh sind nur wenige Details bekannt, so taucht Osburh nicht als Zeugin in den Zeugenlisten von König Æthelwulfs Urkunden auf. Osburhs Name und ihr Hintergrund werden lediglich durch Asser, den Biografen Alfreds des Großen, beschrieben.Annie Whitehead: Women of Power in Anglo-Saxon England. Pen and Sword Books, Barnsley, South Yorkshire, 2020, ISBN 978-1-52674-811-9, S. 138.
Von Asser stammt auch die Geschichte, dass Osburh ihrem Sohn Alfred und seinen Brüdern lesen beibrachte. Sie zeigte ihnen, so Asser, ein Gedichtbuch und versprach demjenigen das Buch, der am schnellsten die Gedichte auswendig lernen würde. Durch die Geschichte wollte Asser wohl die Gelehrsamkeit Alfreds in den Mittelpunkt stellen, aber gleichzeitig vermittelte er die Information, dass Osburh offenbar lesen konnte.Asser: Vita Alfredi, Kapitel 23.
Osburhs Tod ist nicht verzeichnet, kann aber nicht vor 854 gewesen sein, als Alfred (* 849) im lesefähigen Alter gewesen sein konnte. Æthelwulf brach 855 zu einer Pilgerreise nach Rom auf und heiratete 856 die fränkische Prinzessin Judith. Es ist nicht klar, ob Osburh zu diesem Zeitpunkt verstorben war oder von Æthelwulf verstoßen wurde.Sheila Sharp: The West Saxon tradition of dynastic marriage: With special reference to the family of Edward the Elder. In: N.J. Higham, D.H. Hill (Hrsg.): Edward the Elder 899-924. Routledge, London/New York 2001, ISBN 0-415-21497-1, S. 80.
Filmische Darstellung In der kanadisch-irischen Fernsehserie Vikings (2013–2020) wird die Rolle der Osburh mit der von Judith von Frankreich zur fiktiven Figur der Judith von Northumbria, einer Tochter von König Ælle verschmolzen. Sie wird von Jennie Jacques dargestellt.
Quellen Asser: Vita Alfredi (The Life of King Alfred) Online (englisch) bei Online Medieval and Classical Library.
Literatur Simon Keynes, Michael Lapidge: Asser’s Life of King Alfred and other contemporary sources. Penguin Classics, London u. a. 1983. Janet L. Nelson: Osburh. In: Oxford Dictionary of National Biography. Oxford University Press, Oxford 2004. Annie Whitehead: Women of Power in Anglo-Saxon England. Pen and Sword Books, Barnsley, South Yorkshire, 2020, ISBN 978-1-52674-811-9.
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Anmerkungen
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