Carla Sofia Dias Chambel (* 30. November 1976 in Amadora) ist eine portugiesische Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben Carla Chambel wuchs im Großraum Lissabon auf, ihre Eltern stammten jedoch aus der Umgebung von Gavião am Rande des Alentejo, was sie durch ihre häufigen Aufenthalte bei ihren Großeltern dort geprägt hat. Den französischstämmigen Nachnamen ihrer Familie führt sie auf die häufige französische Besatzung der Region während der Napoleonischen Invasionen Anfang des 19. Jhs. zurück.Carla Chambel - Gavião, ein anderer Alentejo, Artikel auf der Website der staatlichen portugiesischen Tourismusagentur Visit Portugal, abgerufen am 17. Juni 2022

Bereits als Schülerin spielte Carla Chambel am Schultheater und belegte 1994 einen Theaterkurs der Gemeindeverwaltung von Benfica, der vom Schauspieler António Feio geleitet wurde. 1995 schrieb sie sich an der Lissaboner Film- und Theaterhochschule Escola Superior de Teatro e Cinema ein. Noch vor ihrem Abschluss 1998 stand sie erstmals auf einer professionellen Theaterbühne, in João Perrys Inszenierung von Marivauxs Komödie A Disputa am Teatro da Trindade im September 1995.Eintrag zu Carla Chambel bei CinemaPortuguês-Memoriale, abgerufen am 17. Juni 2022 Sie stand danach in einer Reihe moderner und klassischer Stücke auf verschiedenen Bühnen, vor allem im Großraum Lissabon und insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre und der ersten Hälfte der 2000er Jahre.

1999 holte sie der Regisseur Alberto Seixas Santos zum Portugiesischen Film, als er ihr in seinem Film Mal ihre erste Filmrolle gab. Die Hauptrolle spielte Rui Morisson, auch für ihn der Einstieg in das portugiesische Kino. Chambel spielte danach in einer Vielzahl Kinofilmen, darunter ihre Rolle als Celeste Rodrigues im Erfolgsfilm Amália (2008), gelegentlich aber auch so überraschende Hauptrollen wie die extrovertierte junge Maria in 98 Octanas (Regie: Fernando Lopes) oder die zerrissene Arztgattin im Kolonialkriegsthriller 20,13 (Regie: Joaquim Leitão), beide von 2006. Gelegentlich spielte sie auch Nebenrollen in internationalen Produktionen.

Einem breiten Publikum wurde sie dann durch ihre zahlreichen Fernsehrollen bekannt, aber auch als Synchronsprecherin, vor allem für Kindersendungen des Fernsehens. Nach dem ersten Auftritt in einer Fernsehserie (1996) nahmen die Rollen stetig zu, bis sie regelmäßig in zahlreichen Serien und Telenovelas auftrat. Insbesondere wurde sie populär durch ihre Rolle als temperamentvolle Wirtin in der erfolgreichen und mehrfach wiederholten Serie Bem-vindos a Beirais (2013–2016). Durch häufige Außenaufnahmen, überzeugende Schauspielensembles und gleichermaßen humoristische wie romantische Erzählstränge sprengte die Serie den üblichen Rahmen der Telenovelas. Sie trat bewusst der tiefen Krisenstimmung im Portugal der Eurokrise mit kritischem Trotz und Rückbesinnung auf Ursprünglichkeit entgegen und zeigte einen ländlichen, weniger materiellen Lebensstil, der stattdessen durch viel Gemeinsinn charakterisiert war. Chambel verkörperte die gleichermaßen pragmatisch zupackende wie impulsive und empathische Wirtin der Vereinskneipe, dem zentralen Begegnungs- und Veranstaltungsort im Dorf. Damit gehörte sie zu den zentralen und beliebtesten Figuren der vielgesehenen Serie.

Carla Chambel ist Vize-Präsidentin der Academia Portuguesa das Artes e Ciências Cinematográficas.

Sie lebt mit ihrem Freund Miguel Bica im Großraum Lissabon, das Paar hat zwei Söhne, João (* 3. Februar 2009) und Rafael (* 29. Juli 2016).Biografie Carla Chambels in der Internet Movie Database, abgerufen am 17. Juni 2022

Filmografie 1996: Sim, Sr. Ministro (Fernsehserie) 1999: Mal; R: Alberto Seixas Santos 1999: Vida Breve em Três Fotografias (Fernsehfilm); R: Fátima Ribeiro 2000: Almeida Garrett (Fernseh-Mehrteiler) 2000: A Raiz do Coração; R: Paulo Rocha 2000: Mãos à Obra (Fernsehserie) 2000: Crescei e Multiplicai-vos (Kurzfilm); R: Manuel Mozos 2001: A Febre do Ouro Negro (Fernseh-Mehrteiler) 2001: Camarate; R: Luís Filipe Rocha 2001: Nunca Digas Adeus (Fernsehserie) 2001: Super Pai (Fernsehserie) 2002: Sociedade Anónima (Fernsehserie) 2002: Jogo da Glória; R: Fernando Vendrell 2003: Com Tradição (Kurzfilm); R: João Loff 2003–2004: Lusitana Paixão (Telenovela) 2004: André Valente; R: Catarina Ruivo 2004: Adriana; R: Margarida Gil 2004: A Ferreirinha (Fernsehserie) 2004: O Porteiro (Kurzfilm); R: Carlos Fernandes 2004: Inspector Max (Fernsehserie), Folge: O Mestre 2005: João Semana (Fernsehserie) 2005: Pedro e Inês (Fernsehserie) 2005: Até Amanhã, Camaradas (Fernseh-Mehrteiler); R: Joaquim Leitão 2006: Estranho (Fernsehserie), Folge: A Caixa Vermelha 2006: 98 Octanas; R: Fernando Lopes 2006: Aqui Não Há Quem Viva (Sitcom), zwei Folgen: Era Uma Vez um Boato und Era Uma Vez a Reciclagem 2006: Quando os Lobos Uivam (Fernsehserie) 2006: 20,13; R: Joaquim Leitão 2006: Claro Escuro (Kurzfilm); R: Pedro Fernandes Duarte 2006: Jura (Telenovela) 2007: O Mistério da Estrada de Sintra (Synchronstimme für Bruna di Tullio); R: Jorge Paixão da Costa 2007: Julgamento; R: Leonel Vieira 2007: Vingança (Telenovela) 2007–2008: Resistirei (Telenovela) 2008: A Escolha (Kurzfilm); R: Tito Fernandes 2008: Amália; R: Carlos Coelho da Silva 2008: A Quarta Face (Kurzfilm); R: Dinis Costa 2009: Ilusiones Ópticas; R: Cristián Jiménez 2010: O Dez (Fernsehfilm); R: Leandro Ferrão, Paolo Marinou-Blanco, João Nunes, Pedro Varela 2010: Cidade Despida (Krimi-Fernsehserie), Folge 6 2010: Cuidado com a Língua (Fernsehserie), Folge 13 (6. Staffel) 2010: Gigola; R: Laure Charpentier 2011: O Último Tesouro (Fernsehserie), Folgen 4, 5 und 6 2011: Maternidade (Arzt-Fernsehserie), Folge 5 2012: Liberdade 21 (Fernsehserie), Folge 6 (3. Staffel) 2012: Maria Coroada (Fernsehfilm); R: Carlos Coelho da Silva 2012: Operação Outono; R: Bruno de Almeida 2013: Quarta Divisão; R: Joaquim Leitão 2013: Perto de Mais (Kurzfilm); R: Bruno Moreira 2013: Se Eu Fosse Ladrão, Roubava; R: Paulo Rocha 2013–2016: Bem-Vindos a Beirais (Telenovela), 642 Folgen 2015: Poderosas (Fernsehserie), Folgen 1, 2 und 9 2016: Mulheres Assim (Fernsehserie), zwei Folgen: Lara und Lucinda 2016: Zeus; R: Paulo Filipe Monteiro 2016: Dentro (Fernsehserie) 2017: Filha da Lei (Krimi-Fernsehserie) 2017: Exodus (Kurzfilm); R: Fábio Freitas 2017–2018: Espelho d'Água (Telenovela) 2018: Idiotas, ponto (Fernsehserie); Folge Prostitutos Vietnamitas 2018: Horizontes; R: Rui Caetano 2020: Das Wunder von Fatima – Moment der Hoffnung (Fatima); R: Marco Pontecorvo 2020: Terra Nova (Fernsehserie) 2020: Porque Odeias o teu Irmão? (Kurzfilm); R: Pedro Martins, Inês Marques 2020: Fronteira (Fernsehfilm); R: João Cayatte 2021: A Daugther's Cake (Kurzfilm); R: Maria Jacobetty Bacelar 2021: Irregular; R: Diogo Morgado

Siehe auch Portugiesischer Film

Weblinks

Eintrag zu Carla Chambel bei CinePT, der filmwissenschaftlichen Website der Universität Beira Interior (portugiesisch) Eintrag zu Carla Chambel bei CinemaPortuguês-Memoriale (portugiesisch) Eintrag zu Carla Chambel bei www.celebsagewiki.com (englisch)

Einzelnachweise

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