Lehe ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Dörpen an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Dörpen hat.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Lehe liegt im nördlichen Teil des Landkreises zwischen Papenburg und Meppen. Sie ist von den Flüssen Ems, Dever und Lake umschlossen.
Nachbargemeinden Nördlich von Lehe liegt in ungefähr zehn Kilometern Entfernung die Stadt Papenburg. Östlich von Lehe ist die Gemeinde Neulehe in circa 6 Kilometer Entfernung zu finden. Etwa gleich weit entfernt liegen die Gemeinden Heede westlich und die Gemeinde Dörpen südlich von Lehe.
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Die Gemeinde Lehe liegt hydrologisch im Flusssystem der Ems, im Übergangsbereich zwischen der Emsniederung und den ehemals ausgedehnten Moorgebieten des nördlichen Emslandes.
Das größte Fließgewässer in der Umgebung ist die Ems, die die westliche Gemeindegrenze zur Gemeinde Heede bildet und das regionale Entwässerungssystem bestimmt. Innerhalb des Gemeindegebietes prägen vor allem kleinere Bäche, Gräben und künstlich angelegte Entwässerungskanäle das Landschaftsbild. Diese entstanden überwiegend im Zusammenhang mit der Moorkultivierung und der landwirtschaftlichen Nutzung seit dem 18. und 19. Jahrhundert.https://www.emslaendische-landschaft.de/emsland/geschichte/moorkolonisation.html
Die Moorgebiete um Lehe gehören historisch zum Ausläufer des Bourtanger Moores, eines ehemals großflächigen Hochmoorkomplexes an der deutsch-niederländischen Grenze. Erhalten geblieben sind kleinräumige Moor- und Feuchtgebietsreste sowie vermoorte Niederungen.
Typische Feuchtlebensräume im Gemeindegebiet sind Feuchtgrünland, Gräben, Röhrichtzonen und periodisch vernässte Senken. Die Entwässerungsstrukturen sind zugleich kennzeichnend für die historische Entwicklung der Moorkolonisation im Emsland.
Östlich und südlich des Gemeindegebietes schließen Schutzgebiete der Ems- und Niederungslandschaften an. Von regionaler Bedeutung ist insbesondere das europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“, zu dem die Emsauen zwischen Lathen und Papenburg gehören.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung der ursprünglichen kleinen Bauerschaft Lehe geht zurück in das Jahr 1400. Der Leibeigene Herman Griep und Coip van Hede (auch Oltmanns genannt) erschienen am 22. Januar desselben Jahres vor dem Aschendorfer Gericht. Griep kaufte sich frei und wurde dadurch von van Hede aus der Hörigkeit entlassen. Dieser Freikauf wurde von dem Richter Sweder Rorynck beurkundet. In dieser Urkunde wurde auch die Bauerschaft Lehe erstmals erwähnt.
Der Name der Lehe lässt sich auf das gotische Wort „Hlew“ (deutsch „Schutz“) zurückführen, da die Bauerschaft an einer vor Sturm und Hochwasser schützenden Stelle errichtet wurde. Mit dem Heerweg (später Chausseestraße) existierte ein Handelsweg in Richtung Aschendorf und Dörpen. An dieser Stelle verläuft die heutige Bundesstraße 70.
Im Jahr 1902 wuchs der Wunsch nach einer eigenen Kirche, die schließlich 1914 trotz anfänglicher Skepsis fertiggestellt werden konnte. 16 Jahre später wurde neben der neuen Herz-Jesu-Kirche die katholische Volksschule Lehe errichtet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Lehe nahezu vollständig zerstört. Nach der Sprengung der Brücke über den Küstenkanal durch deutsche Truppen im April 1945 gelang es den Alliierten, Truppen aus Polen, Kanada und England nur nach langer Zwangspause und mit Hilfe von Pontons diesen zu überqueren. Die in drei Zügen vorrückenden Panzertruppen rächten sich für den Zwangshalt und zerstörten das Dorf. Die Einwohner konnten zuvor in die umliegenden Dörfer Neulehe und Ahlen flüchten., aufgerufen am 18. März 2011
mini|hochkant=1.7|Einwohnerentwicklung der Gemeinde Lehe Bis zur niedersächsischen Gemeindereform, die am 1. Januar 1973 in Kraft trat, gehörte Lehe zur Samtgemeinde Aschendorf. Seit 1996 ist Lehe Mitglied im Dorferneuerungsprogramm. Im Jahr 2000 feierte die Gemeinde ihr 600-jähriges Bestehen.
Einwohnerentwicklung Die Zahl der Einwohner in der Gemeinde ist im Laufe der Jahrhunderte nur sehr langsam gestiegen. Während sie im Jahr 1652 noch bei 182 lag, ist sie bis 2010 nur auf 1047 gestiegen., aufgerufen am 18. März 2011
Jahr 1652 1752 1852 2002 2009 2010 2012 Einwohner 182 250 355 1046 985 1047 1058
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat in Lehe setzt sich aus neun Ratsmitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober.§47 NKomVG-Wahlperiode +Partei202620212016 CDU 6 5 7 Einzel – 1* – UWG – 1 3 SPD 1 1 1 WfL 2 – – Einzelbewerber 2021: Georg Brümmer UWG: Unabh. WG Lehe WfL: WG Wir für Lehe * Dem Einzelbewerber Georg Brümmer standen nach Stimmenanteil zwei Sitze zu, er konnte aber nur einen besetzen
Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Johann Mardink ist seit der Wahl vom 21. November 2011 im Amt.
Vereine Neben dem üblichen Heimatverein, kleineren Kirchengruppen und einer Landjugend sind in Lehe folgende Vereine vertreten:, aufgerufen am 18. März 2011
SuS Lehe: Sportverein mit den Sportarten Fußball, Tennis und Turnen Kröchen-Klütker: Oldtimerclub (meist Trecker) Leher Pünte Grün-Weiß Lehe: Tennisclub Wassersportclub Dörpen-Lehe
Wirtschaft und Infrastruktur Trotz der Folgen des Strukturwandels ist Lehe eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Die 17 Vollerwerbsbetriebe und 6 Nebenerwerbslandwirte haben sich im Laufe der Jahre hauptsächlich auf Massentierhaltung spezialisiert.
Im Gewerbegebiet „Am Schulbrink“, welches in den letzten Jahren stetig vergrößert wurde, finden sich jedoch auch einige mittelständische Betriebe. Unternehmen wie beispielsweise J&K Anlagenbau GmbH & Co.KG, u. a. Hersteller für Schornsteine, und Pools der Meyer Werft, oder das deutschlandweit tätige Holzunternehmen Butterweck sind hier ansässig., aufgerufen am 18. März 2011
Verkehr Lehe ist über die Bundesstraße 70 und die Bundesstraße 401, die sich in der Gemeinde kreuzen, zu erreichen. Außerdem besteht ein Autobahnanschluss an die nahegelegene Autobahn A31. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Aschendorf und Dörpen an der Bahnstrecke Rheine–Emden Süd.
Literatur Werner Kaemling – Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3 Hermann Abels – Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929 Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) – Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
Weblinks
Gemeinde Lehe
Einzelnachweise
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