Die Europawahl in Deutschland 2024 war die zehnte Direktwahl zum Europäischen Parlament in Deutschland. Sie fand am 9. Juni 2024 als Teil der EU-weiten Europawahl 2024 statt. In Deutschland wurden 96 der 720 Abgeordneten des Europäischen Parlaments gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug in Deutschland 64,7 Prozent. 2019 betrug die Wahlbeteiligung 61,4 Prozent.Die Bundeswahlleiterin, Ergebnisse, Deutschland

Parallel zur Europawahl fanden weitere Wahlen auf Kommunalebene statt.

Wahlrecht mini|An Wahlstandorten wie der Grundschule Krötenbruck in Hof (Saale) konnte gewählt werden. Wahlberechtigung Aktiv wahlberechtigt waren Deutsche und in Deutschland lebende ausländische Unionsbürger, sofern sie mindestens 16 Jahre alt waren, seit mindestens drei Monaten ihre Wohnung oder sonstigen gewöhnlichen Aufenthalt in der EU hatten und nicht infolge Richterspruchs vom Wahlrecht ausgeschlossen waren. Das Wählbarkeitsalter lag bei 18 Jahren. Deutsche mit Wohnung in Deutschland wurden automatisch ins Wählerverzeichnis eingetragen. Dies geschah auch bei EU-Ausländern mit Wohnung in Deutschland, die bei der letzten Europawahl in Deutschland im Wählerverzeichnis eingetragen waren. Die übrigen Wahlberechtigten konnten nur wählen, wenn sie auf ihren Antrag ins Wählerverzeichnis aufgenommen wurden. EU-Ausländer in Deutschland hatten dabei eidesstattlich zu versichern, ihr aktives Wahlrecht nur einmal, in diesem Fall in Deutschland, auszuüben. Auch Menschen, die eine Mehrfachstaatsbürgerschaft hatten, durften nur in einem der EU-Mitgliedstaaten ihre Stimme abgeben; eine Stimmabgabe in mehreren EU-Ländern ist eine Straftat.

Wahlsystem Eine Partei oder sonstige politische Vereinigung kann eine Bundesliste oder Landeslisten für die einzelnen Bundesländer einreichen.§ 2 Europawahlgesetz Üblicherweise kandidieren CDU und CSU mit Landeslisten, nahezu alle anderen Parteien mit einer Bundesliste. Listen müssen bis zum 83. Tag vor der Wahl bis 18 Uhr eingereicht werden. Bundesweite Listen müssen von 4000 Wahlberechtigten, Landeslisten von einem Promille, maximal jedoch 2000 Wahlberechtigten des jeweiligen Bundeslandes unterzeichnet worden sein ( Abs. 5 EuWG). Von der Pflicht zur Einreichung von Unterstützungsunterschriften ausgenommen sind Parteien, die im Deutschen Bundestag, einem Landtag oder dem Europäischen Parlament seit dessen letzter Wahl mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten sind.

Die Sitze werden gemäß ihrer bundesweiten Stimmenzahlen nach dem Sainte-Laguë-Verfahren proportional verteilt auf die Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen. Tritt diese mit Landeslisten an, werden die erzielten Sitze nach demselben Verfahren auf ihre Landeslisten verteilt. Die der Liste zugefallenen Sitze besetzten ihre Bewerber in der dort festgelegten Reihenfolge.

Wie bei den vorangegangenen Europawahlen gab es keine Sperrklausel. Eine auf europäischer Ebene geplante Einführung einer verpflichtenden Sperrklausel kam nicht zustande, da insbesondere Spanien und Deutschland die entsprechende Neuregelung nicht rechtzeitig ratifiziert hatten.Stand 2025 hat Spanien die Neuregelung noch nicht ratifiziert, und diese tritt erst bei der übernächsten Wahl nach Ratifizierung durch alle Mitgliedsstaaten in Kraft: The European Parliament: electoral procedures Die faktische Hürde für einen Sitz lag bei etwa 0,5 % der Stimmen.Gerald G. Sander: Wiley-Schnellkurs Europarecht, Seite 43

Parteien mini|hochkant|Stimmzettel für die Wahl zum Europäischen Parlament im Land Hessen Die Wahlvorschläge von 35 Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen wurden zugelassen. Sie kandidierten mit Ausnahme von CDU und CSU alle mit einer Bundesliste.

+ParteiKurzbezeichnungEuropäischeParteiErgebnis 2019MdEPvor der WahlFraktionErstplatzierter in der ListeWahlprogrammChristlich Demokratische Union DeutschlandsCDUEVP22,6 %23EVP (15 Landeslisten, nicht in Bayern)Mit Sicherheit Europa. Für ein Europa, das schützt und nützt.Bündnis 90/Die GrünenGRÜNEEGP20,5 %21Grüne/EFATerry ReintkeWas uns schützt.Sozialdemokratische Partei DeutschlandsSPDSPE15,8 %16S&DKatarina BarleyGemeinsam für ein starkes Europa.Alternative für DeutschlandAfDIDP11,0 %9Maximilian KrahEuropa neu denken!Christlich-Soziale Union in BayernCSUEVP6,3 %6EVPManfred Weber (nur in Bayern)Mit Sicherheit Europa. Für ein Europa, das schützt und nützt.Die LinkeDIE LINKEEL5,5 %5Die LinkeMartin SchirdewanZeit für Gerechtigkeit. Zeit für Haltung. Zeit für Frieden.Freie Demokratische ParteiFDPALDE5,4 %5RenewMarie-Agnes Strack-ZimmermannEuropa. Einfach. Machen. Entfesseln wir Europas Energie für mehr Freiheit und mehr Wohlstand.Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische InitiativeDie PARTEI—2,4 %1fraktionslosMartin SonnebornEuropawahlprogramm 2024.Freie WählerFREIE WÄHLEREDP2,2 %2RenewChristine SingerStarkes Deutschland in Europa.Partei Mensch Umwelt TierschutzTierschutzparteiAPEU1,4 %——Sebastian EverdingEuropa wählt Mitgefühl.Ökologisch-Demokratische ParteiÖDP—1,0 %1Grüne/EFAManuela RipaDie Naturschutzpartei. Erstaunlich ehrlich.Familien-Partei DeutschlandsFAMILIEECPM0,7 %1EVPHelmut GeukingIch wähle Familie.Volt DeutschlandVoltVolt0,7 %1Grüne/EFADamian BoeselagerTrau dich Europa.Piratenpartei DeutschlandPIRATENPPEU0,7 %1Grüne/EFAAnja HirschelGemeinsames europäisches Wahlprogramm zur Europawahl 2024.MERA25 – Gemeinsam für Europäische UnabhängigkeitMERA25DiEM250,3 %——Karin De RigoGemeinsam für Europäische Unabhängigkeit.Die HeimatHEIMATAPF0,3 %——Udo Voigt—Aktion Partei für TierschutzTIERSCHUTZ hier!—0,3 %——Cornelia KeiselProgramm zur Europawahl 2024.Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung——0,2 %——Felix WerthWahlprogramm der Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung für die Europawahl 2024.Bündnis für Innovation & GerechtigkeitBIGFPP0,2 %——Haluk YildizTHINK BIG: für ein rassismusfreies und gerechtes Europa!Bündnis C – Christen für DeutschlandBündnis CECPM0,2 %——Karin HeepenFrieden in Einheit mit starken Nationen.Partei der HumanistenPdH—0,2 %——Sascha BoelckeNeue Politik für Dich.Menschliche WeltMENSCHLICHE WELT—0,1 %——Dominik LaurPolitik für dein Wohl und das Wohl aller.Deutsche Kommunistische ParteiDKP—0,1 %——Patrik KöbeleGemeinsam kämpfen – für Frieden, Arbeit und unsere demokratischen RechteMarxistisch-Leninistische Partei DeutschlandsMLPD—0,0 %——Monika Gärtner-Engel10-Punkte-Programm zur Europa-Wahl.Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte InternationaleSGP—0,0 %——Christoph VandreierFür eine europäische Bewegung gegen Kapitalismus und Krieg.Aktion Bürger für GerechtigkeitABG————Loreen BermuskeWahlprogramm für die Europawahl 2024.Basisdemokratische Partei DeutschlanddieBasis————Isabel GraumannFür ein Europa der Menschen, Regionen und Nationen in kultureller Vielfalt, Frieden und Freiheit.Bündnis Deutschland BÜNDNIS DEUTSCHLAND——1EKRLars Patrick Berg#Grenzensetzen – Europa erneuern.Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und GerechtigkeitBSW————Fabio De MasiEin unabhängiges Europa souveräner Demokratien – friedlich und gerecht!Demokratische Allianz für Vielfalt und AufbruchDAVA————Fatih ZingalGemeinsam stark. Miteinander vereint!Klimaliste DeutschlandKLIMALISTE————Verena HofmannWahlprogramm.Parlament aufmischen – Stimme der Letzten GenerationLETZTE GENERATION————Lina JohnsenForderungen.Partei der VernunftPDVEPIL———Dirk HesseWeniger EU. Mehr DU!Partei des FortschrittsPdF————Lukas SieperIdeen statt Ideologien.V-Partei³ – Partei für Veränderung, Vegetarier und VeganerV-Partei³————Simon KlopstockPlanet V statt Planet B.

Fernsehformate Im deutschen Fernsehen fanden die folgenden Formate mit den deutschen Spitzenkandidaten bzw. Kandidaten auf der nationalen Ebene statt:

Datum Titel Sender Moderation CDU CSU SPD Grüne AfD FDP Linke BSW30. Mai 2024„Wie geht’s, Europa? – Der große Kandidatencheck“ZDFDunja Hayali, Mitri Sirin Daniel CasparyManfred WeberKatarina BarleyTerry ReintkeRené AustMarie-AgnesStrack-ZimmermannMartin SchirdewanFabio De Masi6. Juni 2024„Wahlarena 2024 Europa“Das ErsteGunnar Breske, Ellen Ehni

Eine Einladung zur Teilnahme an der vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) auszurichtenden Sendung „Wahlarena 2024 Europa“ im Ersten am 6. Juni 2024 war nicht an das BSW ergangen. Hiergegen klagte die Partei sich durch mehrere Verwaltungsgerichtsinstanzen, um so eine Teilnahme zu erzwingen. Der WDR begründete seine Nichteinladung damit, dass nur Vertreter von bereits nennenswert im Europäischen Parlament vertretenen Parteien eingeladen würden. Am 29. Mai 2024 entschied das Verwaltungsgericht Köln erstinstanzlich zugunsten des WDR.VG Köln, Beschluss vom 29. Mai 2024 – . Am 5. Juni 2024 entschied dagegen das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen letztinstanzlich im Eilverfahren, dass ein Vertreter des BSW zu dieser Sendung einzuladen sei. Das Oberverwaltungsgericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die Partei „über eine Struktur [verfügt], die es ihr erlaubt, bereits in ihrem Gründungsjahr neben der Europawahl an verschiedenen Kommunal- und Landtagswahlen mit entsprechenden Erfolgsaussichten teilzunehmen“, sich zudem in einem „Umfragekorridor“ von 4 bis 7 Prozent bewege und ihr damit zum Teil bessere Wahlchancen als den Parteien FDP und Die Linke attestiert würden und auch, dass in der Sendung hauptsächlich zukunftsgerichtete Fragen von Bürgern zu erwarten seien.

Wahlentscheidungshilfen Einige Wochen vor der Wahl wurden Wahlentscheidungshilfen freigeschaltet. Der von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) betriebene Wahl-O-Mat ging am 7. Mai 2024 online. Am Tag seiner Veröffentlichung testeten Vertreter aller im Europäischen Parlament sitzenden deutschen Parteien das Angebot. Die Redaktion des Wahl-O-Mat bestand aus Jungwählern, Experten aus Wissenschaft und Bildung sowie Verantwortlichen der Bundeszentrale für politische Bildung.Wahl-O-Mat zur Europawahl ist online, RBB24, 7. Mai 2024.

Fast gleichzeitig wurde das Alternativangebot WahlSwiper online zur Verfügung gestellt. Die Wahlhilfe wird vom gemeinnützigen Verein VoteSwiper finanziert, der seit 2017 mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg kooperiert. 36 Fragen wurden von einem 20-köpfigen Team der Universitäten Freiburg, Mailand und Salzburg unter der Federführung des Politikwissenschaftlers Uwe Wagschal entwickelt.Alternative zum Wahl-O-Mat: So funktioniert der Wahlswiper für die Europawahl 2024, Neue Osnabrücker Zeitung, 8. Mai 2024.

Verschiedene Gruppen und Interessenverbände veröffentlichten alternative Angebote zum Wahl-O-Mat.

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