mini|alt=Patamona people, 1908 or earlier|Patamona-Gruppe, ca. 1908. Die Patamona sind ein amerindianisches (indigenes) Volk in der Serra de Pacaraima in Guyana und dem nördlichen Brasilien.Patamona. Caribbean Indigenous and Endangered Languages Project. University of the West Indies at Mona, Jamaica. Sie sprechen eine karibische Sprache, Kapóng, und werden oft synonym als Akawaio oder Ingariko bezeichnet. Die Patamona gelten als Untergruppe der Kapon-Völker.
In Guyana leben etwa 5.000 Angehörige dieser und eng verwandter ethnischer Gruppen. Die Bevölkerungszahl Guyanas wurde 1990 auf 5.500 geschätzt. Laut FUNASA lebten 2010 in Brasilien 120 Patamona. Sie sind in Brasilien seit 2005 als eigenständige ethnische Gruppe anerkannt.
Geschichte Archäologisch ist das Volk durch Keramiksammlungen aus dem Yawong-Tal und vom Oberlauf des Siparuni-Flusses bekannt. Diese Sammlungen deuten auf eine Verbindung zu Akawaio-Gruppen im 19. Jahrhundert hin. Die von einer Schlange bewachte Bestattungsurne ist ein charakteristisches Artefakt der Patamona-Keramik. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde Keramik gegen Maniokreiben getauscht, die von anderen Kariben-Stämmen hergestellt wurden.
Die Region wurde bis vor Kurzem wegen ihrer geeigneten landwirtschaftlichen Nutzflächen, der Jagd und der Fischerei ausgebeutet. Die Patamona wurden im frühen 19. Jahrhundert kontaktiert.
Bis heute nennen sich die Patamona das Volk des Himmels, deren Spuren in Paramakatoi sowie an den nahegelegenen Kaieteur-Fällen erhalten geblieben sind.
Siedlungen
In Guyana gibt es Patamona vor allem in Paramakatoi und einigen weiteren Dörfern. die meisten von ihnen sprechen Englisch und Patamona. Weitere Dörfer mit anteiliger Bevölkerung von Patamona sind Campbelltown, Micobie, Monkey Mountain (Wandike), Princeville, und Kato.
Orinduik ist ein PatamonaDorf am Río Maú.
In Brasilien gibt es eine kleine Patamona-Gemeinschaft in Raposa Serra do Sol.
Kultur Die Kaieteur-Wasserfälle sind ein bedeutender Kulturort für das Volk der Patamona. Sie wurden nach Old Kaie, einem Mitglied des Patamona-Stammes, benannt. In ihrer animistischen Religion glauben die Patamona an Knaima, einen Geist, der Menschen besessen macht und sie in böse Wesen verwandelt.
Zu den gängigen landwirtschaftlichen Produkten zählen Bitter-Cassava, Yamswurzel, Süßkartoffel, Zuckerrohr, Chilischoten und Kürbis. Bitter-Cassava wird zur Herstellung von Kasiri und Pajuaru verwendet. Kasiri ist ein leicht fermentiertes Maniokgetränk, das zum Frühstück getrunken wird, während Pajuaru länger fermentiert und als Festtagsgetränk gilt. Fisch wird häufig verzehrt und kann geräuchert werden.
Die kulinarischen Praktiken ähneln denen anderer indigener Völker der Region, darunter die Zubereitung des guyanischen Pepperpots, der in Patamona „tuma“ genannt wird. Lebensmittel werden auch gedämpft, indem sie in Blätter gewickelt und neben ein Feuer gelegt werden. Sie sammeln außerdem Wildpilze zum Verzehr, darunter Amanita perphaea (oder Pulutukwe), Cookeina (Agubana), Lentinula boryana (Kapiokwok) und bestimmte Clavulina-Arten, die auch als „Kunmudlutse“ und „Tepurumeng“ bekannt sind.T. W. Henkel, M. C. Aime, Chin M., C. Andrew: Edible mushrooms from Guyana. In: Mycologist. vol. 18, is. 3. 2004: S. 104–111.
Einzelnachweise
Kategorie:Ethnie in Guyana Kategorie:Indigenes Volk in Südamerika