August Albert Steinborn (* 28. Juni 1904 in Hildesheim; † 2001) war ein deutscher Architekt und bildender Künstler, der vor allem beim Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt Hildesheim in Niedersachsen tätig war.

Leben und Wirken August Albert Steinborn kam als Sohn des selbständigen Fleischers August Steinborn und seiner Frau Agnes in Hildesheim zur Welt.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 9. Nach einer 1918 begonnenen und 1921 abgeschlossenen Zimmermanns-LehreAugust Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 11 (mit Reproduktion der Zeugnisse). und einem parallelen Besuch der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Hildesheim widmete er sich in den Jahren von 1921 bis 1925 fünf Semester lang der Architektur an der Baugewerkeschule Hildesheim.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 10. Neben einer ersten Tätigkeit in einem Architekturbüro studierte Steinborn weiter an der Technischen Hochschule Hannover.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 12. Es folgte eine von Steinborn später so bezeichnete „Wanderzeit“ bis 1945 mit Architektentätigkeiten in Köln und Dresden. Als seine Architektenvorbilder nannte Steinborn Paul Bonatz, Paul Schmitthenner und Heinrich Tessenow, „Architekten, die traditionelle Werte betonten“.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 23.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand Steinborn mit seiner Familie Unterschlupf bei Verwandten im kleinen Dorf Groß Lobke, was ihn zurück in die Nähe seiner Heimatstadt Hildesheim brachte.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 14.Wilhelm Ernst: Wer war August Albert Steinborn? In: 900 Jahre Groß Lobke. Die Chronik. Hrsg. Ortsrat Groß Lobke, Harsum 2017, ISBN 978-3-938385-76-0, S. 193–194. Im Zusammenhang mit der kriegszerstörten evangelischen St. Andreaskirche von Groß Lobke soll Steinborn in Kontakt mit dem Landeskirchenamt in Hannover gekommen sein, was ihm zu vielfältigen Kirchenbauaufträgen verhalf. Ab 1945/46 war er mit Vorarbeiten für den Wiederaufbau der Hildesheimer Michaeliskirche beschäftigt, den er 15 Jahre lang bis zur Wiedereinweihung 1960 betreute.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 15 f. Von Steinborn stammte auch der Entwurf zur neuen Kanzel (1956) in der Michaeliskirche.Oskar Karpa: Die wissenschaftliche Seite der Denkmalpflege. In: Niedersächsische Denkmalpflege, Bd. 3, 1957, S. 7 ff., hier S. 20 f. (mit Abb. 6 vor S. 9). Zum Wiederaufbau dieser Kirche gehörten auch in der unmittelbaren Umgebung die auf dem Michaelishügel bis 1966 errichteten und von Steinborn mitverantworteten Neubauten des Predigerseminars St. Michael (An der Michaeliskirche 1–5) und des Evangelischen Schülerheims „Philip Telemann“ (Hagentorwall 16).Michaelishügel, in: Städteforum Hildesheim. Verlag Edgar Hartmann, Osterode a. H. 1976, S. 98–99.

Bis in die zweite Hälfte der 1970er-Jahre betrieb August Albert Steinborn ein Architekturbüro in Hildesheim.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 16. In dieser Zeit hatte sich Steinborn vor allem als Architekt des Wiederaufbaus in der kriegszerstörten Großstadt Hildesheim einen Namen gemacht.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 23 ff. Profane Hauptwerke Steinborns sind der Wiederaufbau des Andreasplatz-ViertelsAugust Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 24–26. mit dem Pfeilerhaus sowie das Verwaltungsgebäude und die Shedhalle der Wetzell-Werke.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 31.

Neben zahlreichen Wohnbauten und Geschäftshäusern stammen auch die Neubau- und Wiederaufbauplanungen mehrerer Kirchen von Steinborn. Außer der genannten St. Michaeliskirche in Hildesheim sind dies beispielsweise die Kirchenzentren in Sarstedt (1959–1960), Northeim und St. Markus in Hildesheim (1962–1964), die Kirchen und (Friedhofs-)Kapellen in Groß Lobke (1950–1956), Bilderlahe (1955/56), Arpke (1964), Osterwald, Fölziehausen (1961), Heersum (1962), Polle, Ahrbergen, Vöhrum usw.Vgl. Werkverzeichnis: August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 35–39.

August Albert Steinborn war seit den 1920er Jahren auch als Zeichner und in späteren Jahren zudem als bildender Künstler tätig. Bekannte Werke im öffentlichen Raum Hildesheims sind die Skulptur „Säulen“ im Innenhof der Universität Hildesheim (Marienburger Platz 22) von 1976/77Henriette Steube: Kunst in der Stadt 1945 bis 1995. Eine Dokumentation zur Kunst im öffentlichen Raum. (= Quellen und Dokumentationen zur Geschichte Hildesheims. Bd. 8). Verlag Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 1996, ISBN 3-8067-8532-5, S. 70 (Nr. 3.26). und die von ihm entworfenen Geschichts-Wandbilder am Wohnheim Rolandstift (Hohnsen 55) von 1989.Henriette Steube: Kunst in der Stadt 1945 bis 1995. Eine Dokumentation zur Kunst im öffentlichen Raum. (= Quellen und Dokumentationen zur Geschichte Hildesheims. Bd. 8). Verlag Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 1996, ISBN 3-8067-8532-5, S. 96–97 (Nr. 4.13).

Für seine Verdienste wurde August Albert Steinborn 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994, S. 17 und 34.

Literatur

August Albert Steinborn. Architekt des Wiederaufbaus in Hildesheim. Katalog des Roemer-Museums Hildesheim, herausgegeben von Manfred Boetzkes. Hildesheim 1994. Wilhelm Ernst: Wer war August Albert Steinborn? In: 900 Jahre Groß Lobke. Die Chronik. Hrsg. Ortsrat Groß Lobke, Harsum 2017, ISBN 978-3-938385-76-0, S. 193–194.

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