Gerhard Scheben (* um 1545; † 27. März 1610 in Köln) war ein deutscher Bildhauer der Spätrenaissance in Köln.
Leben und Werk mini|hochkant|Grabmal Herzog Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg Scheben erwarb am 3. September 1582 das Kölner Bürgerrecht.Friedrich Schaarschmidt: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1902, S. 6. Dort ging er 1592 in die Reformierte Gemeinde. 1597 nahm ihn die Kölner Steinmetzenzunft auf. Scheben arbeitete für Kaspar von Fürstenberg auf den Schlössern Adolfsburg und Schnellenberg. Als einziges erhaltenes Werk wird ihm das Grabmal Herzog Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg in der Düsseldorfer Stiftskirche St. Lambertus zugeschrieben, nach Richard Klapheck „für das nordwestliche Deutschland das bedeutendste Renaissancedenkmal“. Er habe es auf Grundlage eines Auftrags, den er am 18. September 1595 vom herzoglichen Minister Wilhelm von Waldenburg, genannt Schenkern (1546–1635), erhalten hatte, bis 1599 nach einem Entwurf von Johann von Pasqualini d. J. erbaut.Richard Klapheck: Die Baukunst am Nieder-Rhein. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Bagel, Düsseldorf, Band 1 (1915), S. 199 f. (Digitalisat). Bisher konnten Gerhard Scheben keine weiteren Arbeiten sicher zugewiesen werden.Isabelle Kirgus: Renaissance in Köln. Architektur und Ausstattung 1520–1620. Bonn 2000, ISBN 978-3-7954-1696-6, S. 36. Die von Scheben verwandten Stilformen und Kompositionen erinnern an die figürliche Plastik christlicher Thematik bei Giovanni da Bologna.Silke Eberhardt: Sakrale Großplastik in Köln (1600–1730). Die Geschichte ihrer Entstehung und ihre stilistische Entwicklung. Dissertation, Universität zu Köln, 2005, S. 31 (PDF)James Holderbaum: The Sculptor Giovanni Bologna. New York/London 1983, S. 212–213. Der plastische Stil und die Gewandbehandlung in seiner Bildhauerei zeigt eine Verwandtschaft mit dem niederländischen Manierismus.Christian Theuerkauff: Bildwerke des Barock (= Bildhefte des Kunstmuseums Düsseldorf, 2). Düsseldorf 1966, S. 50.
Scheben verstarb im Alter von 65 Jahren in Köln und wurde auf dem evangelischen Geusenfriedhof beigesetzt.
Literatur
Einzelnachweise
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