Hinrich Diedrich Bollmann (* 1875 in Bremen; † 27. Dezember 1918 im Feld) war ein deutscher Architekt.
Biografie
Diedrich Bollmann war Sohn des Bauunternehmers Cord Friedrich Bollmann und Johanne, geb. Bredehorst. Die Familie wohnte in der Besselstraße 9, später dann in der Bauernstraße 7b. Unter dieser Adresse taucht der Name von Diedrich Bollmann dann auch erstmals 1903 – offensichtlich nach Abschuss des Architekturstudiums – im Bremer Adressbuch auf. Bollmann gehörte in der kurzen Zeit seines Wirkens zum engen Kreis der Reformarchitekten um Hugo Wagner. Große Bekanntheit erreichte sein Neubau in der Osterstraße 36 der Bremer Neustadt – das Haus Soltmann –, für das er 1906–1907 einen kurz zuvor bei Abbrucharbeiten in der Nähe geborgenen Fachwerkgiebel mit flachgeschnitztem Spätrenaissancedekor wiederverwendete. Das aus der Zeit um 1640–1650 stammende Gebäude war möglicherweise das älteste Gebäude der Neustadt gewesen. Der Giebel wurde dann jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bollmann ist gefallen im Ersten Weltkrieg. Er war Unteroffizier der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 469.Personenstandsregister, StAB, 4.60/5, 258 (Aufn. 469)
Mitgliedschaften 1906 war Bollmann Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA) und Mitglied im Verein für Niedersächsisches Volkstum, einem selbständigen Zweigverein des Bundes Heimatschutz mit Sitz in Bremen.
Bauten 1903–1905: Reihenhäuser Parkallee 31, 33 und 35 in Bremen-Barkhof um 1905: Fassade der Silberwarenfabrik M. H. Wilkens & Söhne an der Hemelinger Bahnhofsstraße in Bremen-Hemelingen 1905: Wohn- und Geschäftshaus Wiegers, Hohenlohestraße 4/6 / Parkallee in Bremen-Barkhof 1905: Einfamilienreihenhäuser Lüder-von-Bentheim-Straße 19/21 in Bremen 1905–1906: Landhaus Ehlers, Rockwinkeler Heerstraße 124 in Bremen-Oberneuland, denkmalgeschützt 1906–1907: Haus Soltmann, Osterstraße 36 in Bremen-NeustadtBaukünstlerische Bestrebungen in Bremen. In: Deutsche Bauzeitung, 42. Jahrgang 1908, S. 357–358, S. 360–361.Bremen und seine Bauten 1900–1951. Bremen 1952, S. 237, Abb. IX 24.Architekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909II. Jahresbericht des Vereins für niedersächsisches Volkstum. Bremen 1907, S. 12, 14. 1907: Doppelwohnhaus Schwachhauser Heerstraße 210 (für Adolf Hauschild) und 212 (für W. Lüttich) in BremenArchitektonische Rundschau, 28. Jahrgang 1912, Tafeln 123–125.E. Waldmann: Privatarchitektur im modernen Bremen. In: Niedersachsen, 15. Jahrgang 1909/1910, S. 11–15.Architekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 1907: Umbau und Erweiterung des Wohnhauses Schwachhauser Heerstraße 94 in BremenArchitektonische Rundschau. 28. Jahrgang 1912, Tafel 97. 1907: Wohnhaus für Dr. Herbst, Schwachhauser Heerstraße 102 in Bremen (abgebrochen 1962)Architektonische Rundschau. 28. Jahrgang 1912, Tafel 97.Architekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 1908: Einfamilienreihenhäuser Benquestraße 40 (für Bauunternehmer C. H. Möller) und Benquestraße 42 (für Dr. H. Ludwig Jordan, stark verändert) in BremenArchitekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 vor 1909: Wohnhaus Clewing in HalleArchitekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 vor 1909: Entwürfe für den Wettbewerb der Terraingesellschaft BremenArchitekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 vor 1909: Wohnhaus für W. Hoyermann in Osterholz-ScharmbeckArchitekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 vor 1909: Villenkolonie in GoslarArchitekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909 vor 1909: Einfamilienhaus Schwachhauser Heerstraße 255 / Richard-Dehmel-Straße (Kronprinzenstraße) in BremenArchitektonische Rundschau, 27. Jahrgang 1911, Heft 10, S. 109.Architekturausstellung des Bundes Deutscher Architekten in der Kunsthalle zu Bremen, 1909Voepel, Otto: Neu-Bremen. Ein Cicerone zum Bundestag, in: Das Werk (1909) 17/18, S. 279 1911: Angestelltenhäuser für die Bremer Linoleum-Werke AG Delmenhorst (Schlüssel-Marke), Oldenburger Straße 166–169 1912: Villa für die Direktoren Bremer Linoleum-Werke AG Delmenhorst (Schlüssel-Marke), Oldenburger Straße 172
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Bremen) Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1935 Kategorie:Mann