mini|hochkant=1.3|Blick auf die Tauberbischofsheimer Altstadt mit der Stadtkirche St. Martin und dem Kurmainzischen Schloss vom Höhberg aus mini|Das Zentrum der Kernstadt Tauberbischofsheim aus der Luft von Südwest nach Nordost mini|Blick über Tauberbischofsheim vom Hammberg aus gesehen

Tauberbischofsheim (, umgangssprachlich Bischi, Bischeme, Büschi, Büscheme oder Tauber) ist die Kreisstadt des Main-Tauber-Kreises im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs. Sie ist ein Mittelzentrum in der Region Heilbronn-Franken. Seit 2026 führt die Gemeinde die Zusatzbezeichnung Fechterstadt.

Geographie

Geographische Lage Der Stadtkern Tauberbischofsheims liegt im baden-württembergischen Teil Frankens, in einem breiten, beständig nordnordwestlich laufenden Talabschnitt der unteren Tauber. Am Südrand der Stadt mündet von links der Brehmbach in den Fluss.

Die Stadtgemarkung erstreckt sich – zumindest auf einer Flussseite – fast 12 km entlang der Tauber und bis zu 7,5 km weit auf die linken und bis zu 4,5 km weit auf die rechten Randberge des Flusstals. Der höchste Punkt liegt an der Westgrenze zur Gemarkung von Külsheim an der Straße nach Eiersheim, dort wird eine Höhe von erreicht, der niedrigste am Ausfluss der Tauber auf unter .

Geologie Zwischen den Stadtteilen Distelhausen und Hochhausen umfasst das Tauberbischofsheimer Gemeindegebiet den breitesten Abschnitt des Naturraums Mittleres Taubertal. Am Gemeinderand werden im Osten die Großrinderfelder Hochfläche tangiert, im Westen die Muschelkalkhöhen mit der Gemarkung des Stadtteils Dienstadt und das Brehm- beziehungsweise Muckbachtal mit der Gemarkung des Stadtteils Dittwar. Die rechts der Tauber gelegenen Höhen, die überwiegend vom Mittleren Muschelkalk mit Lössauflagen gebildet sind, sowie die linken Tauberhöhen aus Oberem Muschelkalk, dienen jeweils überwiegend dem Ackerbau. Die für den Weinbau an den Tauberhängen genutzten Flächen liegen etwa im Kreisdurchschnitt. Die Gemeinde ist mit über einem Drittel Waldbedeckung nach den Spessart-Gemeinden Wertheim und Freudenberg die waldreichste des Main-Tauber-Kreises.LEO-BW.de: Tauberbischofsheim. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 31. Juli 2018.

Nachbargemeinden Külsheim 35px|klasse=noviewer Hochhausen Werbach 35px|klasse=noviewerImpfingen WerbachhausenGroßrinderfeld 35px|klasse=noviewer 80px Paimar DienstadtGrünsfeldhausen Königheim 35px|klasse=noviewerGissigheim Grünsfeld 35px|klasse=noviewer Ahorn 35px|klasse=noviewer Dittwar DittigheimDistelhausenLauda-Königshofen 35px|klasse=noviewer Gerlachsheim Kützbrunn

Stadtgliederung mini|Gemarkung und Lage der Stadt Tauberbischofsheim

Zu Tauberbischofsheim gehören neben der Kernstadt Tauberbischofsheim noch sechs weitere Stadtteile (ehemalige Gemeinden mit ihren damaligen Ortsteilen):Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 343–348.

Tauberbischofsheim mit der Stadt Tauberbischofsheim (), den in der Kernstadt aufgegangenen Wohnplätzen Tauberbischofsheim über der Tauberbrücke () und An der Königheimer Straße (), den Wohnplätzen Bahnhof Dittwar (), Ehemalige Kurmainz-Kaserne (auch Laurentiusberg genannt) () und Industriepark A 81 (). Dienstadt mit dem Dorf Dienstadt (). Distelhausen mit dem Dorf Distelhausen () und dem Wohnplatz Bahnstation Distelhausen (). Dittigheim mit dem Dorf Dittigheim () und dem Weiler Hof Steinbach () sowie der abgegangenen Ortschaft Losenhofen. Dittwar mit Dorf Dittwar () und den Wohnplätzen Lerchenrain () und Siedlung Heidenkessel () sowie der abgegangenen Ortschaft Willetzheim (auch Willenzheim oder Wieletzheim genannt)Franz Gehrig, Hermann Müller: Tauberbischofsheim. Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e. V., Tauberbischofsheim 1997, S. 20–23 (Untergegangene Siedlungen: Willetzheim und Farental) an der Gemarkungsgrenze Dittwar-Dittigheim. Hochhausen mit dem Dorf Hochhausen () und der abgegangenen Ortschaft Rückertshöflein. Impfingen mit dem Dorf Impfingen (), dem Wohnplatz Hohenstraße () und der abgegangenen Siedlung Fahrental (früher auch Farental genannt) im Fahrentalsgraben an der Gemarkungsgrenze Impfingen-Tauberbischofsheim.

Der Flurname Husenbach oder HussenbachGeoportal Main-Tauber-Kreis (auch Häuserbach genannt) an der Tauberbischofsheimer Gemarkungsgrenze zu Königheim deutet auf eine vermutlich abgegangene Siedlung hin.

Die Gemarkung der Stadtteile ist identisch mit den ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Die Stadtteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und mit Ausnahme von Tauberbischofsheim-Stadt Ortschaften mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Dienstadt 70px|links|Dienstadt

Dienstadt hat 336 EinwohnerStadt Tauberbischofsheim: . online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 19. Oktober 2014. und liegt westlich von Tauberbischofsheim im Rinderbachtal.

Urkundlich wurde Dienstadt erstmals im Jahr 1314 unter dem Namen Diestadt erwähnt. Bereits im Jahr 1341 wurde es umbenannt in Dienstadt.

Dienstadt hat bis heute seinen dörflichen Charakter beibehalten. Die vielen Bildstöcke und Wegkreuze sind charakteristisch für das Madonnenländchen. Es gibt eine dem heiligen Jakobus geweihte Dienstädter Dorfkirche sowie die kleine Muttergotteskapelle von 1782.

Eine funktionsfähige Grünkerndarre wird im Zweijahresrhythmus in Betrieb genommen, um nach altem Brauch Grünkern zu darren. Durch das Darren wird Dinkelgetreide zum Grünkern, eine Spezialität des Taubertals.

Ein alter Handelsweg führt von Tauberbischofsheim über Dienstadt, Külsheim und Miltenberg nach Frankfurt am Main. Er ist heute als Wanderweg ausgeschildert und zum Teil an den Taubertalradweg angeschlossen.

Distelhausen 65px|links|Distelhausen Dorf Distelhausen

Distelhausen hat 942 Einwohner und liegt südlich von Tauberbischofsheim am Taubertalradweg.

In Distelhausen steht die unter Aufsicht von Balthasar Neumann 1731 erbaute Barockkirche St. Markus. Es gibt einige Fachwerkhäuser, das Zobelschloss, den Herrenhof des Weinhändlers Abendanz aus dem Jahre 1758 und das private Bauernhofmuseum der Familie Hollerbach.

Jenseits der Tauber steht die St.-Wolfgangs-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.Fahrrad-Tour.de: Wolfgangskapelle Distelhausen. Online auf www.fahrrad-tour.de. Abgerufen am 11. Juli 2016. Sie ist seit 1472 das Ziel des alljährlich am Pfingstmontag stattfindenden St.-Wolfgangs-Ritts. Bei diesem Kirchenfest mit langer Tradition treffen sich Gläubige aus nah und fern an der Distelhäuser Kirche. Der vom Pfarrer angeführte Reiterzug zieht zur St.-Wolfgangs-Kapelle auf der anderen Tauberseite. In einem Festgottesdienst wird der Heilige Wolfgang um Fürbitte gegen alle Krankheiten von Mensch und Vieh angerufen. Anschließend werden vor der Kirche Reiter, Kutschfahrer und Pferde gesegnet.Taubertal.de: Distelhausen. Online auf www.taubertal.de. Abgerufen am 11. Juli 2016.

Bahnstation Distelhausen

Zu Distelhausen gehört neben dem Dorf Distelhausen auch der Wohnplatz Bahnstation Distelhausen.

Dittigheim 70px|links|Dittigheimmini|Dittigheim Dorf Dittigheim

Dittigheim hat 1002 Einwohner und liegt südlich von Tauberbischofsheim am Taubertalradweg.

Prähistorische Grabfunde aus der Jungsteinzeit belegen, dass der Ort bereits vor 4000 Jahren besiedelt war. Die erste Nennung geht auf das Jahr 772 zurück. Bereits seit der fränkischen Zeit lässt sich das Adelsgeschlecht der Ritter von Dittigheim nachweisen.

In Dittigheim stehen die Barockkirche St. Vitus, die 1748 von Balthasar Neumann erbaut wurde, sowie mehrere reich verzierte Bildstöcke.

Hof Steinbach

Zu Dittigheim gehört neben dem Dorf Dittigheim auch der Weiler Hof Steinbach. In der Kleinsiedlung steht die Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes.

Dittwar 70px|links|Dittwar Dorf Dittwar

Dittwar hat 764 Einwohner und liegt südwestlich von Tauberbischofsheim im Muckbachtal. Bereits 1169 wurde es urkundlich erwähnt. 1968 wurde eine Dorfchronik von Manfred Maninger erstellt.Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Manfred Maninger – Chronik der Gemeinde Dittwar, 1968. online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 5. Oktober 2014. 1979 begann eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Vanault-les-Dames in Frankreich. Deren 30-jähriges Bestehen wurde 2009 bei einem gemeinsamen Austausch gefeiert.l’union L’Ardennais: Vanault-les-Dames Dittwar: 30 ans de jumelage. 14. Januar 2009. online auf www.lunion.presse.fr. Abgerufen am 5. Oktober 2014.

Im Ort steht die 1753 erbaute Barockkirche St. Laurentius Dittwar mit mehreren barocken Portalen und reich verzierten Bildstöcken. Weitere Bildstöcke befinden sich auf der Gemarkung Dittwars.Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Bildstöcke. online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 5. Oktober 2014. Seit 1670 ist eine Wallfahrt zum Kreuzhölzle nachgewiesen.Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Wallfahrt zum Kreuzhölzle. online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 5. Oktober 2014.

Siedlung Heidenkessel

Zu Dittwar gehört neben dem Dorf Dittwar auch der Wohnplatz Siedlung Heidenkessel.

Hochhausen 70px|links|Hochhausen

Hochhausen hat 712 Einwohner und liegt nördlich von Tauberbischofsheim am Taubertalradweg.

Erstmals erwähnt wurde Hochhausen um 780 im Codex Eberhardi, die erste schriftliche Urkunde über Hochhausen stammt aus dem Jahr 1149. Der Ortsadel ist von 1244 bis 1393 belegt. Wichtige Inhaber von Gütern und Rechten im Spätmittelalter waren neben Kurmainz die Grafen von Wertheim, die Freiherren von Rosenberg als Lehensträger und das Hochstift Würzburg bzw. die Freiherren von Echter.

Der Bau der Bahnstrecke Lauda–Wertheim in den Jahren 1865 bis 1867 trennte das Obstwiesen- und Weinberggelände vom eigentlichen Ortskern. Dieser ist bäuerlich geprägt und wird vom weithin sichtbaren Zwiebelturm der Pankratiuskirche beherrscht, der 1329 begonnen und 1795 im barocken Stil fertiggestellt wurde. Das Kirchenschiff wurde zuletzt im Jahre 1963/64 erneut gebaut. In Hochhausen stehen der Grünauer Hof und das von Leonhard Pfreundschig 1612 erbaute Gasthaus Zum Engel.

Die „weithin charmanteste unter den badischen Tauberbrücken“ (Sprotte) mit einer Nepomukfigur verbindet Hochhausen mit Werbach.

Impfingen 70px|links|Impfingen

Impfingen hat 1044 Einwohner und liegt nördlich von Tauberbischofsheim. Mitte des 12. Jahrhunderts gehört Impfingen zum Teil den Grafen von Hohenlohe und zum anderen Teil den Grafen von Rieneck in Grünsfeld. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Impfingen 1309. Es ist davon auszugehen, dass der Ort älter ist, da am südlichen Ortsrand ein fränkischer Reihengräberfriedhof entdeckt wurde. „Umphenkeyn“ (1320) ist die älteste Schreibweise von Impfingen.Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim: . online auf www.feuerwehr-tbb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2014. Weitere Schreibweisen sind: „Umpfigheim“ und „Umpfingheim“ (jeweils 1578), „Umpicheim“, „Umpfenkein“, „Umpfheikein“ oder „Ympffigkheim“. Die Pfarrkirche St. Nikolaus enthält mittelalterliche Fresken und ein Bildstockrundwanderweg führt um den Ort.

Tauberbischofsheim Zur Kernstadt Tauberbischofsheim gehören die Stadt Tauberbischofsheim, die in der Stadt aufgegangenen Wohnplätze Tauberbischofsheim über der Tauberbrücke und An der Königheimer Straße sowie die Wohnplätze Bahnhof Dittwar, ehemalige Kurmainz-Kaserne (Laurentiusberg) und Industriepark A 81.

Die Kernstadt Tauberbischofsheim hat ohne die weiteren Stadtteile 8401 Einwohner.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 580 mm. Der Niederschlag liegt auf der 17. Perzentile der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. doppelt so viel Regen wie im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen auf der 8. Perzentile innert Deutschlands. In Tauberbischofsheim herrscht im Jahresdurchschnitt eine Temperatur von 9,8 °C.

Schutzgebiete